NPD-Funktionär und „Fußballfreund“ Beier beleidigt erneut Nationalspieler

NPD-Multifunktionär Klaus Beier sorgt einmal mehr für Schlagzeilen – und wieder geht es um den Fußball, dessen Freund Beier nach eigener Darstellung ist. Beier hatte im Juli 2005 ein Freundschaftsspiel mit Energie Cottbus in Storkow verhindert, da der Zweitligist nach Drohungen der NPD den Schwanz einzog und das Spiel für mehr Toleranz kurzerhand absagte. Und est Ende April war der NPD-Bundespressesprecher und Landeschef in Brandenburg zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Grund: Er und zwei weitere NPD-Spitzenfunktionäre hatten zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 einen rassistischen “WM-Planer” veröffentlicht – und damit den schwarzen Fußballprofi und Ex-Nationalspieler Patrick Owomoyela diskriminiert und beleidigt.  Owomoyela, der als Nebenkläger auftrat, hatte ausgesagt, die rassistischen Attacken hätten ihn verletzt und beschämt. Durch den “WM-Planer” der NPD sei er erstmals persönlich und direkt mit dem Thema Rassismus konfrontiert worden”, so Owomoyela. 

NPD-Funktionär Klaus Beier (Quelle: NPD)
NPD-Funktionär Klaus Beier (Quelle: NPD)

Nun ist ein weiterer Nationalspieler an der Reihe, der nicht in Beiers völkisches Weltbild passt, welches offenbar von „Blut und Boden“ bestimmt wird. So bezeichnete der „Fußballfreund“ im RBB den Nationalspieler Mesut Özil, geboren 1988 in Gelsenkirchen, als „Plastik-Deutschen“ (viele Medien schreiben „Plaste-Deutschen“, aber das erscheint mehr der undeutlichen Aussprache geschuldet zu sein). Damit ist gemeint, dass Özil kein „echter“ Deutscher sei, sondern lediglich auf dem Papier.

Die NPD will, wenn sie an der Macht ist, Millionen von Menschen, die wie Özil in Deutschland geboren und aufgewachsen sind, deportieren. Bis zur wievielten Generation die NPD dabei zurückgehen will und welche anderen Kriterien es noch angeblich gibt, um ein echter Urdeutscher zu sein, verrät die Partei allerdings nicht.

Siehe auch: Nach NPD-Drohung: Energie Cottbus sagt Freundschaftsspiel für Toleranz ab, NPD-WM-Planer Beier “traurig” über “Instrumentalisierung des Sports” , NRW: NPD auf Abramovich`s Spuren, Lesetipps: Fußball, Heimatkult & RechtsextremismusOwomoyela: “Die NPD-Sache hat mich sehr aufgebracht”, “WM-Planer”: Bewährungsstrafe für NPD-Chef Voigt, WM 2006: Die Welt zu Gast bei Feinden?, Brandenburg: NPD-Drohung “war nur Spaß”, Rathenower NPD-Chef soll Fußballfan geschlagen haben, Schönbohm: NPD in Brandenburg nicht kampagnenfähig

17 thoughts on “NPD-Funktionär und „Fußballfreund“ Beier beleidigt erneut Nationalspieler

  1. Wer darf denn dann überhaupt noch auflaufen? Die Frauen vielleicht? Na ja, manche kann man zumindest optisch schwer von den Männern unterscheiden. :) Aber langsam aber sicher sollte die NPD vielleicht anfangen, eine Liste zu machen, wer eigentlich überhaupt noch Deutscher ist.

    Für die paar Hundert Personen kann man dann am Besten irgendeine Pazifikinsel mit 500 Kilometern Abstand zur menschlichen Zivilisation (damit keine „Zivilokkupanten“ kommen können) käuflich erwerben und dann sollen sie dort ihren „völkischen Sozialismus“ aufbauen und bitte den Rest der Welt in Ruhe lassen…

  2. Keule ist auch kein Deutscher…:-P

    Diese Diskussion ist so albern. Der NPD Typ redet geistigen Müll. Wer so in der „Blut und Boden“ Haltung verwachsen ist, hat den Schuß nicht gehört. Reinstes grenzdebiles Mittelalter…

    Wer die deutsche Staatsangehörigkeit hat, ist Deutscher. Ende der Diskussion.
    Nur weil irgendwelche Türken Mesut Özil beleidigen, nur weil er nun für Deutschland spielt, muss man sich ja nicht gleich auf das gleiche Niveau herablassen. Die haben den Schuß auch nicht gehört.

    Und mal ganz ehrlich: Wer es nicht ertragen kann, dass keine „reinrassigen“, „weiße“, „arische“ „deutsche“ Spieler mehr in der Nationalmannschaft spielen, soll sich gefälligst von seinen Monitor lösen, rauf auf den Fußballplatz und es besser machen um seine Paranoia zu befriedigen. Alles andere ist Blödsinn. 😛
    Oder er kann wahlweise zum Psychotherapeuten gehen und mal anfragen, warum er so Komplexe und Defizite im Umgang mit Menschen hat, die „anders“ sind als er selbst. 😉

    Mit freundlichen Grüßen
    Olli

  3. „Oder er kann wahlweise zum Psychotherapeuten gehen und mal anfragen, warum er so Komplexe und Defizite im Umgang mit Menschen hat, die “anders” sind als er selbst.“

    Nach Möglichkeit aber bitte nicht zu dem einen in Berlin, der zwei Patienten mit einem „bewusstseinserweiternden“ Cocktail in die Ewigen Jagdgründe befördert haben soll… 😉

  4. Ein Passdeutscher ist nun mal ein Passdeutscher und kein richtiger
    Deutscher und wird es auch nie werden. Genauso wie ein richtiger
    Deutscher der in der Türkei lebt niemals ein richtiger Türke sein wird.
    So einfach ist das. Was gibt es da zu prozessieren seitens des DFB.
    Dieser Zwanziger hat nicht alle Tassen im Schrank!

  5. Bo, richten Sie Ihre Worte doch an den sächsischen Ministerpräsidenten, da er auch nur „Passdeutscher“ ist! Denn seine sorbischen, also slawischen, Vorfahren siedeln erst seit Jahrhunderten dort, sind also quasi frisch eingewandert und sicher keine Volksdeutschen.

  6. @Bo: Und das entscheidest gerade du, wer ein „richtiger Deutscher“ ist, oder was? „Richtiger Deutscher“ hin oder her, der Pass ist nun mal das einzige Kriterium, das nicht völlig willkürlich ist.

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