Abgeordnetenwatch: Kein Forum mehr für NPD-Chef Voigt

Die Online-Plattform Abgeordnetenwatch hat die Fragen- und Antwortenfunktion im Profil von NPD-Chef Udo Voigt abgeschaltet. „Da Herr Voigt in seinen Antworten wiederholt gegen unseren Codex verstoßen hat, haben wir im Einvernehmen mit unserem Kuratorium beschlossen, die Frage- und Antwortfunktion in seinem Profil zu deaktivieren“, heißt es zur Begründung. Voigt hatte sich unter anderem beleidigend gegen einen CDU-Kommunalpolitiker geäußert, den er als „Plastikdeutscher“ bezeichnet hatte. Die Kandidaten der NPD verstoßen bei abgeordnetenwatch immer wieder gegen die Richtlinien, die vor allem beleidigende und rassistische Inhalte verbieten. Bei der Landtagswahl in Thüringen wurden sogar sämtliche Profile von NPD-Kandidaten deaktiviert, da die eingehenden Fragen offenbar zentral beantwortet wurden.

NPD-Chef Voigt bei einer Veranstaltung am 01. Mai 2009 in Berlin

Für die NPD stellt abgeordnetenwatch hingegen eine attraktive Möglichkeit dar, ihre völkische und rassistische Ideologie gleichberechtigt und in einem seriösen Umfeld zu verbreiten. Aus diesem Grund hat der sächsische Grüne Hubertus Grass bei abgeordnetenwatch gekündigt. Dank der Plattform habe die NPD eine zusätzliche Möglichkeit bekommen, rassistisches und revanchistisches Gedankengut in mehr oder minder verschleierter Form unters Volk zu bringen. Grass erklärte er „möchte in keiner Weise mit dieser Partei (NPD) und ihren Vertretern auf einer Webseite noch sonst wo erscheinen“.

Siehe auch: Männer dominieren NPD-Listen, sind aber kaum zu erreichen,

10 thoughts on “Abgeordnetenwatch: Kein Forum mehr für NPD-Chef Voigt

  1. In diesem Zusammenhang sei auch auf den Wahl-O-Maten verwiesen. Da kommt ggf auch eine Wahlempfehlung raus, die sehr merkwürdig ist. Bei mir war es die erwartete mit großer Übereinstimmung, dann aber gegen Ende NPD vor CDU. Und das sollte doch nun auch nicht. Vielleicht mag sich wer drum kümmern.

  2. Hallo Andreas,
    der Wahlomat ist ein Computer ohne Herz und Seele. Er vergleicht Deine Antworten mit den jeweiligen Parteiprogrammen und gibt die Partei-wenn sie angekreuzt wurde-mit der höchsten Übereinstimmung als Deine Nr. 1 aus.
    Mein Tipp:
    Deine Ansichten, insbesonders über Überfremdung und den Afghanistankrieg ändern (dafür sein),
    oder sich aus erster Hand informieren. Gruß Frankpassau@web.de

  3. „Deine Ansichten, insbesonders über Überfremdung und den Afghanistankrieg ändern (dafür sein),“

    Warum sollte man seine Meinung ändern? Weil sie euch Linksfaschisten nicht in die Gesinnung passt. Wenn die Mehrheit der Leute mal so wählen würden wie sie denken, dann hätte wir schon längste nationale Wahlerfolge in der Bunten Republik Deutschland.

  4. Bei Voigt konnte man die Frage-Antwortmöglichkeit noch sperren. In Baden-Württemberg hat die NPD etliche Kandidaten aufgestellt, denen man erst gar keine Frage stellen kann. Sie haben erst keine E-Mail-Adresse angegeben.

    Zu ihnen gehört auch der Kandidat für Rastatt. 2005 war er bereits Kandidat dieser rechten Partei in Karlsruhe. Dort wurde er mit den Fragen ziemlich in die Ecke gedrängt. Dieses Mal hatte er vorgesorgt. Er lässt sich einfach nicht mehr fragen.

    Und so kann ihn auch keiner mehr fragen, wie er zu seiner Aussage vor einigen Jahren in einem Internetforum steht

    Im ideologischen Sinn und in ihrer Bedeutsamkeit könnte ich aber durchaus mehrere NS-Größen und ausgezeichnete Elitesoldaten als weitere Vorbilder nennen.
    Allen voran natürlich den Führer, dessen wahre Größe ich nach einer anfänglichen Bewunderung in meinen Jugendjahren, erst nach vielen Jahren Hobby-Geschichtsstudium so langsam begriff.

    Wer NPD wählt, muss damit rechnen, dass er eigentlich die NSDAP wählt, jene politische Gruppe, denen wir die größte menschengemachte Katastrophe in der europäischen Geschichte zu verdanken haben.

  5. Hallo Andreas,

    vielleicht hast Du eine rassistische Grundgesinnung und weißt es nur nicht. Daher ist es nicht Aufgabe anderer, sich darum zu kümmern, sondern erst einmal liegt es an Dir, zu überprüfen, wo Du Defizite in deinem Weltbild hast.

  6. Andreas, wenn der Wahl-O-Mat Übereinstimmungen mit der NPD aufzeigt, dann ist das mit Vorsicht zu genießen. Dort geht es einerseits nur um das offiziell verbreitete Wahlprogramm, wo vieles mangels Legalität aber gar nicht geäußert wird. Aber auch manche Fragen, wie sie typisch für die NPD wären, werden dort nicht gestellt, Bsp.:

    Sollen wir alle Ausländer ausweisen?
    Sollen wir Polen überfallen und die Ostgebiete zurück erobern?
    Sollen wir militärisch massiv aufrüsten?
    Sind die Juden ein Problem in Deutschland?
    Sind Eingebürgerte gleichwertige Deutsche?
    Sollen ausländische Firmen enteignet werden?
    Sollen Gewerkschaften verboten und Arbeitnehmer entrechtet werden?
    Sollen andere Parteien verboten werden?
    War Hitler ein großer Deutscher?

    Damit ergäben sich sicher weniger Übereinstimmungen mit der NPD.

    Dass die Fragen der NPD zentral beantwortet werden, kann hingegen nicht überraschen. Mangels intellektueller Kapazität vieler Kandidaten wurden ja auch zahlreiche Anträge in verschiedenen Kommunen zentral mit dem immer selben Wortlaut gestellt, wenn jene „Volksvertreter“ denn überhaupt zu den Sitzungen erschienen.

  7. Man kann nur gescheit denken, wenn man sich von dem Zorn, der Wut und der Machtgier befreit und die Menschen als Mensch betrachtet. Da dies aber bei den rechtsradikalen Parteien nicht so ist (sieht man übrigens an der zusammen gedrückten Stirn! => sind Zeichen der o.g. nonverbalen Merkmale)verfallen sie immer wieder in dumme Gedanken und machen sich selbst kaputt.

    Anders ausgedrückt für das „Standardvolk“ das sich im NPD-Niveau bewegt:
    Erst wenn Schweine fliegen können, gibt’s evtl. Aussicht, dass auch mal die NPD an die Macht kommt 😉

    Siehe folgenden Link hierfür:
    http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/npd-verschickt-ausweisung-briefe/

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