DVU: Finanzielle Probleme im „Monstrositätenkabinett“?

DVU_Die_Neue_Rechte_logo_TeaserDie Krise der DVU spitzt sich offenbar weiter zu. Die rechte Seite „Compassionately Conservative“ zitiert eine „verlässiche Quelle“ aus der DVU, die der Partei eine düstere nahe Zukunft vorhersagt. Nach dem wenig erfolgreichen Image-Wechsel zur hippen „Neuen Rechten“ musste die DVU bei der Europawahl eine schmerzhafte Niederlage hinnehmen. Nicht einmal jeder 200. Wähler, der seine Stimme überhaupt abgab, stimmte für die DVU. Dadurch musste die neue Führung der DVU um Matthias Faust und Andreas Molau auf Wahlkampfkostenerstattung verzichten. Die NPD witterte ihre Chance – und setzte zur Kannibalisierung der DVU an.

Eine fatale Entwicklung für „Die neue Rechte“, denn die DVU verfügt nur über wenige aktive (bzw. neue) Mitglieder. Daher machten andere Personen aus der extremen Rechten Wahlkampf für die Volksunion – aber nicht aus Spaß an der Freude. Und auch nicht sonderlich erfolgreich, zu DVU-Veranstaltungen erschienen teilweise nicht mehr als 23 Personen.  In dem Bericht bei CC heißt es zu der finanziellen Situation bei der DVU:

Zahlreiche externe Europawahlhelfer, vor allem aus der bis vor wenigen Wochen noch mit der DVU im so genannten „Deutschlandpakt“ verbundenen neonationalsozialistischen NPD, werden vertraglich vereinbarte Aufwandsentschädigungen für Plakatierungs- und sonstige Wahlkamptätigkeiten einfordern und auch die Finanzierung der – vertrauenswürdigen Quellen zufolge nicht unerheblichen – Gehälter für hauptamtliche Parteimitarbeiter dürfte sich nicht mehr auf Dauer aufrecht erhalten lassen. Das Aufkommen an Mitgliedsbeiträgen könnte nur wenig Erleichterung bringen: Ein nicht unerheblicher Teil der Parteimitglieder dürfte diesen Status ehrenhalber als langjährige Kundschaft des Verlagshauses in der Münchener Paosostraße erlangt haben und daher gar keine Beiträge entrichten.

Außerdem berichtet der DVU-Informant, die Familie des Ex-DVU-Chefs und Millionärs Frey, der die Partei angeblich stets als eine Art Abo-Verein geführt hatte, unterstütze nicht mehr den Kurs von Faust und Molau. Die Neuausrichtung auf ein „populistisches, rechtskonservatives Angebot für bürgerliche Wählerschichten – fernab früherer antisemitischer Ausfälligkeiten und unter Abkehr vom völkischen Nationsbegriff“ sei größtenteils gescheitert, so das Urteil von CC. Stattdessen hate sich Faust der DVU-Quelle zufolge

in wesentlichen Fragen der Personalpolitik und der künftigen inhaltlichen Ausrichtung der DVU selbst engsten Vertrauten gegenüber als nachhaltig beratungsresistent erwiesen und Personen den Weg in die Partei und in verantwortungsvolle Positionen geebnet, bei denen Beobachtern zufolge schon im Vorfeld die Annahme nahe liegen musste, dass ein Exodus der Partei aus der politischen Schmuddelecke mit ihnen nicht zu vollziehen wäre.

Neben Personen aus dem Umfeld der neonationalsozialistischen „freien Kameradschaften“, prominenten Neonazis wie dem Hamburger Christian Worch und dem mittlerweile aus der Partei ausgetretenen – und dabei definitiv NICHT einem allfälligen Ausschluss zuvorgekommenen – hauptberuflichen Antisemiten Detlef Nolde wurden zahlreiche weitere Kräfte in die Partei integriert, die mit Gefühl und Härte daran arbeiteten, die DVU mehr als je zuvor gegenüber Außenstehenden als Monstrositätenkabinett erscheinen zu lassen. In diesem Zusammenhang seien Beschwerden von Mitgliedern und Funktionären konsequent ignoriert worden.

Auch die Verlagerung der DVU-Zentrale in die „Privatwohnung“ des Bundesvorsitzenden deute, so CC weiter, ebenfalls darauf hin, dass bei der DVU „in nicht allzu ferner Zukunft die Lichter ausgehen dürften“.

Bei der anstehenden Landtagswahl in Brandenburg dürfte sich für die DVU entscheiden, wohin die Reise geht. Bislang sitzt die Partei dort noch im Landtag, allerdings muss sie nun – nach dem Ende des „Deutschlandpakts“ – gegen die NPD antreten. Umfragen zufolge kommen beide extrem rechte Parteien sowie andere rechte Splitterparteien auf insgesamt vier Prozent. Es kann also nicht ausgeschlossen werden, dass die DVU tatsächlich sogar an der Ein-Prozent-Hürde scheitert.

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