Neonazis wegen Attacke auf Polizisten verurteilt

Für einen Angriff auf drei Polizisten in Löcknitz (Kreis Uecker-Randow) sind nach einem Bericht des NDR zwei Neonazis zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Das Amtsgericht Pasewalk sprach die beiden 22 und 28 Jahre alten Männer demnach der gemeinschaftlichen gefährlichen Körperverletzung und versuchten Nötigung schuldig. Die vom Richter verhängten Freiheitsstrafen von einem Jahr und acht Monaten beziehungsweise einem Jahr und sechs Monaten wurden laut NDR auf zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Zwei weitere Angeklagte kamen aus Mangel an Beweisen frei, obwohl die Polizisten auch einen von ihnen vor Gericht wiedererkannten.

Mit dem Urteil sei das Gericht deutlich über das von der Staatsanwaltschaft geforderte Strafmaß hinausgegangen, berichtet der NDR weiter. „Auch wenn die Verletzungen der Beamten gering waren, bedarf es einer hohen kriminellen Energie, Polizisten im Streifenwagen anzugreifen. Die Täter wollten endlich einmal zeigen, dass die Polizei dort in der Nähe des Treffs der Rechten nichts zu suchen hat“, sagte Richter Ralf Burgdorf-Bressem bei der Urteilsbegründung. Während des Prozesses hatte der damalige Fahrer des Polizeiautos die später Verurteilten schwer belastet. Er erkenne die beiden Schläger wieder, sagte der Hauptzeuge aus. Der 28-Jährige habe mehrfach auf seinen Kollegen in dem Wagen eingeschlagen und versucht, ihn aus dem Auto zu ziehen. Um den Wagen herum hätten zehn bis zwölf weitere Männer gestanden. „Ich dachte schon daran, die Waffe zu ziehen. Ich hätte nicht gedacht, dass die Sache so eskaliert“, sagte der Zeuge. Die beiden Beschuldigten verweigerten in dem Prozess ihre Aussage.

„Führers“ Geburtstag

Die Beamten hatten die Personalien mehrerer Menschen überprüfen wollen, die in einem Garagenkomplex den Geburtstag Adolf Hitlers feierten. Nur mithilfe des Einsatzes von Reizgas sei es den Beamten gelungen, weitere Angriffe abzuwehren und den Einsatzort zu verlassen. Die Polizei rückte kurz darauf mit mehr Einsatzkräften an, stürmte die Feier und nahm 24 Menschen vorläufig fest. Sie durchsuchte den Garagenkomplex, der als Treffpunkt der rechten Szene galt, und fanden Computer und CDs mit rechter Musik, eine Hakenkreuzfahne und ein Hitlerbild.

Bereits vor der Attacke auf die Polizei hatten mehrere Vorfälle in Löcknitz für Schlagzeilen gesorgt. Zuletzt wurde ein Journalist von Neonazis bedroht. Zudem machte die neonazistischen NPD mit antipolnischen Wahlplakaten von sich reden. Zuvor waren polnische Autos demoliert worden.

Siehe auch: Löcknitz: Drohungen gegen Journalisten, Polenfeindliche NPD-Plakate abgehängt, Bewährungsstrafe für Angriff von Rechtsextremisten auf Polizeiwagen, MVP: “NPD hat militante Neonazis nicht mehr unter Kontrolle”, MVP: Polnische Autos demoliert

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