Jugendamt will NPD-Comic „Enten gegen Hühner“ indizieren lassen

Das Jugendamt des Landkreises Gotha will einem Bericht der Ostthüringer Zeitung zufolge ein Comicheft der NPD-Jugendorganisation „Junge Nationaldemokraten“ indizieren lassen. Ein entsprechender Antrag sei bei der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien gestellt worden, wie das Landratsamt den Angaben zufolge mitteilte. „Unserer Auffassung nach schürt das Machwerk den Rassenhass, auch wenn es als Fabel verkleidet daherkommt, und erfüllt somit die Kriterien für eine Indizierung“, sagte Kreissozialdezernent Thomas Fröhlich der OTZ zufolge. Heranwachsende müssten vor Hetzliteratur geschützt werden, betonte er.

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Der Bildband „Enten gegen Hühner“ spiegelt dem Landratsamt zufolge unterschwellig eine nationalistisch-rassistische Ideologie wider, die fatal an die antisemitische Propaganda des Dritten Reiches erinnere. So schlichen sich die „Hühner“ als vermeintlich niedere Art bei den fleißigen „Enten“ ein, lebten auf der deren Kosten, unterjochten sie schließlich und brächen danach noch Krieg mit anderen Vogelarten vom Zaun. Der Comic trägt die Überschrift „Der große Kampf“ und wird auf NPD-Seiten gemeinsam mit der Schulhof-CD zum Herunterladen angeboten. „

Siehe auch: Call for Papers: Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus in Comics

6 thoughts on “Jugendamt will NPD-Comic „Enten gegen Hühner“ indizieren lassen

  1. Es gibt nicht wenige Stimmen, welche dieses Comic gleichauf sehen mit dem legendär dämlichen Werbespot der hessischen NPD (Zwerge im Wald). Ich schließe mich eher der Meinung an, dass diese dümmliche Veröffentlichung genau wie der Film ein Eigentor für die NPD war und vermute, dass auch manches NPD-Mitglied sich bei einer so holprig überbrachten Botschaft eher an den Kopf fasst.
    Ein missratener Versuch, Orwells Farm der Tiere für eigene Zwecke umzuformulieren.

  2. Es ist schon kurios. Die NPD versucht, immer jüngere Kinder durch ihre Hetze zu beeinflussen.

    Da das „Werk“ auch auf besonders junge Kinder zugeschnitten ist(Der Wahlkampf richtet sich bei der NPD auch an noch-nicht-Wähler), und ganz offensichtlich dafür gedacht ist, einen Kulturkampf/Rassenkampf zu propagieren, halte ich eine Indizierung durch die BPjS für sehr angebracht.

    Das sollte aber am besten per Eilverfahren geschehen. Die NPD weist intern wohl auf breiter Ebene darauf hin, dass eine Indizierung bevorsteht und hat wohl Staffelpreise eingeführt, um die Bestellung großer Mengen attraktiver zu machen. IMO allerdings aus rein wirtschaftlichen Erwägungen – was es nicht besser macht.

  3. Guckt euch das Machwerk mal an, und vergleicht die Taktik und das Vorgehen der Hühner mit der der NSDAP. Bis zum Ende (und den intellektuellen Stellen)stimmt das fast genau überein.

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