Geheimdienst: Strukurwandel in Tschechiens extrem rechter Szene

Tschechiens extrem rechte Szene formiert sich. Jedenfalls gehe das aus dem Ende August veröffentlichten Jahresbericht für 2008 des tschechischen Geheimdiensts BIS (Sicherheits- und Informationsdienst) hervor, berichtet die Prager Zeitung. Demnach brachte das vergangene Jahr für die tschechischen rechtsextremen Gruppen und Vereinigungen einen Umbruch. Die Szene habe sich zwar schon in den vorangegangenen Jahren professionalisiert und radikalisiert, doch 2008 brachte neue Impulse, so der BIS den Angaben zufolge. Die Aktionen der extrem Rechten zeichne ein beachtliches Niveau aus, ihnen sei es gelungen, ihre Ansichten über den Kreis der unmittelbaren Sympathisanten hinauszutragen.

„Es sind wichtige qualitative Veränderungen eingetreten, die Einfluss auf die kommenden Jahre nehmen werden“, schreibt der BIS. Die wichtigste war ein Strukturwandel der neonazistischen Szene: Weiterhin bestehen die inoffiziellen Vereinigungen wie „Národní odpor“ (Nationaler Widerstand) und „Autonomní nacionalisté“ (Autonome Nationalisten). Hinzu kam jedoch als politischer Repräsentant die „Dělnická strana“ (Arbeiterpartei), die bereits in der ersten Jahreshälfte 2008 die Bürger offen ansprach. Besonders die Hetze gegen Roma brachte der extremen Rechten offenbar Auftrieb, heißt es weiter.

Siehe auch: Rassismus in Ungarn: Es herrscht “Zigeunerhatz”, Tschechien: Verbot der rechtsextremen “Arbeiterpartei” abgelehnt, Die Ziele der NPD: Österreich, Polen, Tschechien, Russland, Litauen, Tschechien: Proteste gegen Nazi-Aufmarsch im jüdischen Viertel, Dokumentation über Rechtsextremismus in Osteuropa