Rumänen-Rüttgers: 500 Emails, ein Drittel kritisch

Ex-Fast-Zukunftsminister (Begrüßung im Zukunftsministerium: „Guten Übermorgen!“) Jürgen Rüttgers sorgt mit seinen diskriminierenden Äußerungen weiterhin für Schlagzeilen. Ein Journalist verklagt den Ministerpräsidenten mittlerweile wegen Volksverhetzung, da dieser unterstellt habe, „dass alle Rumänen faul und dumm“ seien.

Zitat Jürgen Rüttgers:

„Im Unterschied zu den Arbeitnehmern hier im Ruhrgebiet kommen die in Rumänien eben nicht morgens um sieben zur ersten Schicht und bleiben bis zum Schluss da. Sondern sie kommen und gehen, wann sie wollen, und wissen nicht, was sie tun.“

Dies seien „unglückliche Äußerungen“, schreibt die Aachener Zeitung am 08. September 2009 handzahm. Dort heißt es weiter:

Der Streit über die unglücklichen Äußerungen von Jürgen Rüttgers (CDU) über faule rumänische Arbeiter schlägt Wellen. […] Rüttgers selbst ist inzwischen mehr als unglücklich über den rhetorischen Ausrutscher, der im Eifer des Wahlkampfs passiert sei. «Er hat das so gesagt, aber nicht so gemeint», sagt ein Rüttgers-Intimus. CDU-Fraktionschef Helmut Stahl hofft, dass «das Thema tot ist». Es sei unterirdisch, Rüttgers heute Fremdenfeindlichkeit vorzuwerfen, obwohl der sich in den letzten vier Jahren für die Integration stark gemacht habe. Unions-Kreise befürchten aber, das die Debatte knapp drei Wochen vor der Bundestagswahl eine Schramme hinterlässt. Die Wahlkämpfer der Opposition wollen die Rumänien-Affäre möglichst lange «hoch kochen».

Rüttgers und Ausländerfeindlichkeit? Woher denn? Aber war da nicht irgendwie was im Jahr 2000, als der Christdemokrat mit der Parole „Kinder statt Inder“ in den Wahlkampf zog? Offenbar schon verjährt. Vergessen hat die CDU aber wohl nicht, wie erfolgreich solche Kampagnen laufen. Die Aachener Zeitung weiß weiter zu berichten:

In der CDU-Landeszentrale sind inzwischen 500 E-Mails aufgelaufen – davon ein Drittel kritisch.

Also meinen zwei Drittel offenbar, Rüttergs habe mit seiner Einschätzung zu den arbeitsschwachen und ahnungslosen Rumänen recht. Eine Zustimmung, für die man offenbar auch schon mal in die braune Kiste greifen und rassistische Einstellungen salonfähig machen darf. Glückwunsch!

Siehe auch: Panorama im Jahr 2000 über die rassistische Kampagne „Kinder statt Inder“

2 thoughts on “Rumänen-Rüttgers: 500 Emails, ein Drittel kritisch

  1. Ich kann schon verstehen, dass der Jürgi beleidigt ist. Schließlich kriegt der Rumäne das mit der Gleitzeit offenbar problemlos hin. Der Ruhrgebietsbewohner bringt dazu wohl nicht genügend neoliberale Flexibilität mit.

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