Löcknitz: Drohungen gegen Journalisten

Bevor der Wahlkampf zu Bundestags- und Brandenburger Landtagswahlen auf Touren kommt, wollen Rechtsextreme offenbar ihnen kritisch gesonnene Stimmen zum Verstummen bringen, berichtet die Opferperspektive. So sei der Brüssower Journalist Peter Huth am 18. August 2009 in Löcknitz (Uckermark, Mecklenburg-Vorpommern) vom dortigen NPD-Gemeindevertreter Dirk B. der Schilderung des Opfers zufolge massiv bedroht worden, so die Opferperspektive. Gezielt habe sich B. in Begleitung eines weiteren Mannes dem Journalisten in den Weg gestellt. Den Angaben zufolge gestikulierte er aggressiv und bezeichnete den Journalisten als „Judensau“. Außerdem drohte der NPDler dem Journalisten zufolge: „Wir wissen genau, wo du wohnst.“

Schon bei einer früheren Begegnung hatte B. angeblich über Huths Berichterstattung geschimpft: „Ihr seid doch so ein Judenhaufen. Ihr könnt doch noch nicht einmal eine vernünftige Berichterstattung machen.“ Huth hatte zuvor einen Artikel über die polenfeindliche Hetze von B. veröffentlicht.

Die Opferperspektive kooperiert mit Peter Huth seit geraumer Zeit und schätzt dessen kompetente Berichterstattung auf der Homepage gegenrede.info über Rechtsextremismus in der Uckermark. Christoph Schulze, Mitarbeiter der Opferperspektive, kommentierte den Vorfall: „Es ist empörend, wie frech und selbstbewusst hiesige Neonazis kritische Berichterstattung verhindern wollen. Das darf die demokratische Öffentlichkeit nicht hinnehmen. Diese Einschüchterungsversuche müssen vehement zurückgewiesen werden.“

Aussage gegen Aussage

Eine Anzeige wegen Nötigung und Beleidigung wurde inzwischen bei der Polizei gestellt. Huth selbst geht nicht davon aus, dass es zur Anklage kommt: „Die Straße war bis auf uns drei Männer menschenleer. Das heißt, immer zwei zu eins gegen mich.“ Für ihn ist der Strafantrag ein Signal an die Rechtsextremisten, dass er sich bei seiner Arbeit nicht einschüchtern lassen wird.

Der NPD-Mann seinerseits hat ebenfalls Anzeige erstattet, er will gegen Peter Huth wegen „Rufmord“ vorgehen, wie Dirk B. auf Nachfrage des Uckermark Kurier sagte. Er schilderte den Vorfall gänzlich anders: „Es ist nicht so abgelaufen, wie Herr Huth es dargestellt hat, diese Äußerungen hat es von mir nicht gegeben“, so der Löcknitzer.

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