Neonazis marschieren gegen angebliche Vergewaltigungen auf

Eine 19-jährige Berlinerin erwartet ein Strafverfahren wegen Vortäuschens einer Straftat. Die junge Frau hatte einem Bericht von redok zufolge behauptet, von zwei Ausländern vergewaltigt worden zu sein – noch am gleichen Tag hatte die Nazi-Kameradschaft „Frontbann 24“ in Neukölln eine „Spontandemonstration“ veranstaltet. Gegenüber Beamten des Landeskriminalamtes (LKA) gab die Frau nun zu, die Vergewaltigung erfunden zu haben. Die Polizei geht laut der Agentur ddp davon aus, dass es Kontakte zwischen ihr und der rechtsextremistischen Gruppierung gibt.

Die 19-Jährige hatte angegeben, in der Nacht zum 27. August von zwei Ausländern in Britz vergewaltigt worden zu sein. Noch am selben Tag hatten Neonazis des „Frontbann 24“ am Buckower Damm in Neukölln eine Demonstration abgehalten. Beteiligt haben sollen sich laut einem rechtsextremen Blog etwa 100 „zivilcouragierte Bürger“ aus den Reihen des „Frontbann 24“,  so genannte „Freie Nationalisten“, der NPD-Jugend sowie ein DVU-Aktivist.

„Falschaussage mit Klarheit herausgearbeitet“

Ein ähnlicher Fall wird aus NRW gemeldet. Der Express berichtet, soll ein 16-jähriges Mädchen drei gleichaltrige Migranten beschuldigt haben, sie nacheinander zum Sex gezwungen zu haben. Das Motiv soll „Ausländerhass“ sein, heißt es. Eine vom Gericht beauftragte Psychologin kommt den Angaben zufolge in ihrem Glaubwürdigkeitsgutachten zu einem vernichtenden Ergebnis: Die Aussagen der 16-Jährigen bezogen auf die angeblichen Vergewaltigungen, seien wenig detailliert und gingen nicht ansatzweise über Klischeevorstellungen hinaus.

Und: Das Mädchen habe eine extreme ausländerfeindliche Gesinnung. Martin Mörsdorf, Verteidiger eines Beschuldigten: „Es ist selten, dass eine Falschaussage mit einer solchen Klarheit herausgearbeitet wird.“ Das angebliche Opfer müsse nun selbst mit einer Anzeige rechnen.

Siehe auch: “Judenrepublik” und “Samenkanonen”: Landtag hebt Immunität von NPD-Fraktionschef Pastörs auf

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