NPD-Fraktion Sachsen: „Alter Herr“ in „Dresdner Schule“

Die NPD weist in einer Mitteilung ausdrücklich darauf hin, dass nach dem Wiedereinzug in den sächsischen Landtag neben dem „studierten Historiker Jürgen Gansel“ auch der „Diplom-Ökonom Arne Schimmer erstmals in den Sächsischen Landtag gewählt“ wurde. Beide lernten sich nach NPD-Angaben während ihrer Studienzeit in Gießen kennen, wo sie 1994 bzw. 1996 der Burschenschaft Dresdensia-Rugia beitraten. Seit 1999 seien „Gansel und Schimmer Alte Herren dieser mitteldeutschen Vertriebenen-Verbindung“.

"Alter Herr" und für die NPD seit 2009 im Landtag: Arne Schimmer (Quelle: NPD-Fraktion Sachsen)
"Alter Herr" und für die NPD seit 2009 im Landtag: Arne Schimmer (Quelle: NPD-Fraktion Sachsen)

Mit Jürgen Gansel und Arne Schimmer stelle die Deutsche Burschenschaft erstmals zwei Landtagsabgeordnete in der Bundesrepublik, die auch noch der NPD angehörten, so die NPD. Gansel schreibt, die NPD hoffe nun „weit über Sachsen hinaus auf eine Sogwirkung im rechtsgerichteten Studenten- und Verbindungsmilieu und eine steigende Attraktivität der Partei für Akademiker, von denen fast 12.000 den Mitgliedsbünden der Deutschen Burschenschaft angehören“. Besonders weist Gansel auf die Arbeit des NPD-nahen „Bildungswerkes für Heimat und nationale Identität e.V.“ hin, für das die NPD ab 2011 staatliche Fördermittel einklagen will.

Gansel erhofft sich schon lange akademische Mitstreiter in der NPD, mit denen er seine „Dresdner Schule“ endlich mit Leben erfüllen kann. Tatsächlich könnte die NPD – sollte sie sich langfristig in Ostdeutschland etablieren – für rechtsradikale Burschenschaftler ein attraktiver Arbeitgeber werden. Allerdings werden viele noch von dem Radau-Image abgeschreckt.

Siehe auch: NPD will Geld für Bildungswerk ab 2011 beantragen, NPD kann mit 100.000 Euro für Stiftung rechnen, Sachsen: NPD will (erneut) Steuergelder für eigenes Bildungswerk (April 2005), “Wer sich nicht wehrt, der lebt verkehrt”: NPD klaut weiter bei der alten Linken,