NRW: „pro Köln“ bei Kommunalwahl teilweise erfolgreich

Die extrem rechte Kölner Partei „Bürgerbewegung pro Köln“ hat es nach Angaben der Kölnischen Rundschau überraschend in alle neun Bezirksvertretungen geschafft. „pro Köln“ legte demnach bei der Stadtratwahl 0,7 Punkte zu und kam auf 5,4 Prozent. Bei der Wahl des Oberbürgermeisters erhielt Spitzenkandidat Markus Beisicht dem Bericht zufolge nur 0,8 Prozent weniger als FDP-Mann Ralph Sterck (5,6 Prozent).

Die Kölner Wahl offenbarte dem Blatt zufolge zudem, dass „pro Köln“ nicht nur in sozial schwächer strukturierten Stadtteilen und Vierteln Erfolg hatte: Sie erreichten in der exklusiven Villengegend Hahnwald 10,2 Prozent bei der Stadtratswahl. Von den Briefwählern in dem Viertel votierten 26,6 Prozent für „pro Köln“.

„Wenn ich mir alle Zahlen, auch die in Marienburg oder Lindenthal anschaue, dann habe ich keine Erklärung dafür“, sagte der Kölner Soziologie-Professor Dr. Jürgen Friedrichs der Kölnischen Rundschau. Er frage sich „allen Ernstes, ob da nicht ein Fehler bei der Stimmenauszählung passiert“ sei. Karsten Möring (CDU), der in Hahnwald mit 52,35 Prozent gewonnen hat, könne sich das gute Abschneiden von „pro Köln“ ebenfalls nicht erklären, so das Blatt weiter. „Man muss sich fragen, ob die Strategie, sich nicht mit ihnen offensiv auseinanderzusetzen, die richtige war.“

Manfred Güllner, Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa, wurde den Angaben zufolge deutlicher: „Die politische Elite muss solche Partei en permanent ächten. Sie muss sie entlarven. Wer dies aber erst kurz vor der Wahl tut, kommt zu spät.“ Die Rechten erreichten Menschen, die sich subjektiv benachteiligt fühlen. Indes feiert sich die „Bürgerbewegung“, die weiter mit fünf Mandaten im Rat vertreten sein wird. Zudem konnte „pro NRW“ in mehreren Städten mit fünf Sitzen Fraktionsstärke erlangen. „pro Köln und pro NRW haben sich in Nordrhein-Westfalen festgebissen“, heißt es in einer Erklärung.

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4 thoughts on “NRW: „pro Köln“ bei Kommunalwahl teilweise erfolgreich

  1. Hm, ist „pro Köln“ wirklich erfolgreich? Im politischen Alltag verschwinden sie doch eher in der Bedeutungslosigkeit.

  2. Naja, Erfolgreich ist immer relativ zu sehen. Die Faschos haben schließlich selbst immer von 15 Prozent gesprochen die sie erreichen wollten. Das sind 5 Prozent natürlich nicht so ein Erfolg.

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