NPD-Stadtrat angeblich an Überfall auf CSD-Besucher beteiligt

Der am 30. August 2009 in den Dortmunder Stadtrat gewählte NPD-Funktionär Axel Thieme war angeblich am Vortag am Überfall auf einen Besucher des schwul-lesbischen-Christopher Street Day beteiligt. Das teilte die Solinger Linkspartei mit. Thieme habe mit zwei Begleitern NPD-Flugblätter im Bereich des CSD-Festes an der Reinoldikirche verteilt und daher später am Abend sein Opfer in einer kleinen Gruppe am Hauptbahnhof wiedererkannt, heißt es. Dem jungen Bochumer wurde demnach bei der Attacke die Brille zerstört und eine Gehirnerschütterung beigebracht.

„Der Vorfall ereignete sich zwischen 19.30 und 20.10 Uhr”, bestätigte Udo Gerhard, Sprecher der Bundespolizei, gegenüber Der Westen. Es habe mehrere Beteiligte gegeben. Wer welche Rolle gespielt hat, könne man derzeit noch nicht sagen. Die Ermittlungen liefen noch. Alle Beteiligten müssten sich dazu noch erst äußern. Gerhard bestätigte aber, dass „Herr Thieme zu den Beteiligten” gehörte. Obwohl Der Westen mehrfach versuchte, Axel Thieme telefonisch zu erreichen, kam ein Gespräch nicht zustande.

„Dieser unglaubliche Vorfall zeigt, dass selbst Funktionäre der rechtsextremen Parteien nicht vor Gewalt zurückschrecken, um ihre menschenverachtende Ideologie durchzusetzen“, so Wolfgang Zimmermann, Landessprecher der Linken. „Angesichts dieser neuen Gewalttat muss es jetzt erst Recht beim drohenden Naziaufmarsch am nächsten Samstag heißen: kein Fußbreit den Faschisten!“, ruft Ulla Jelpke, Bundestagsabgeordnete der Linksfraktion mit Wahlkreis in Dortmund, zur Teilnahme an den antifaschistischen Protestaktionen des Bündnisses „Dortmund stellt sich quer“ auf.

Siehe auch: Bochum: NPD-Landeschef Cremer gewinnt Ratssitz, Unterstützerlisten der NPD: Verdacht auf Urkundenfälschung

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