Bochum: NPD-Landeschef Cremer gewinnt Ratssitz

Bei der Kommunalwahl in NRW hat der NPD-Landeschef Claus Cremer im Bochumer Stadtrat ein Mandat gewonnen. Dafür reichte der neonazistischen Partei ein Ergebnis von knapp einem Prozent, da die Fünf-Prozent-Hürde hier nicht galt.

Betroffenheit habe der Einzug des NPD-Mitglieds in den Rat bei anderen Parteien ausgelöst, berichtet Der Westen. „Ein eher bestürzendes Ereignis”, hieß es. Cremer bleibe „eine parlamantarische Belastung“. Der Wattenscheider Cremer (30) ist nicht nur Landesvorsitzender der NPD in NRW, sondern auch Beisitzer im Bundesvorstand. „Eine Schmach für Bochum”, entrüstete sich laut Der Westen Nuray Boyraz, Ratsfrau der Sozialen Liste. Cremer ist wegen Volksverhetzung vorbestraft, berichtete der blick nach rechts.

Durch den Wegfall der Fünf-Prozent-Hürde bei Kommunalwahlen verfügt die NPD mittlerweile über rund 200 Kommunalabgeordnete. In Sachsen ist die NPD flächendeckend vertreten.

Wikipedia über Claus Cremer:

Neben seinen Partei-Aktivitäten ist Cremer im neonazistischen Kameradschaftsspektrum tätig und Führer der Kameradschaft „Freier Widerstand Wattenscheid“. Auch seine Lebensgefährtin Daniela Wegner ist Kameradschaftsführerin im Sauerland. Im NPD-Landesvorstand ist Cremer daher verantwortlich für die „außerparteiliche Koordination“, was konkret die Koordination zwischen den freien Kameradschaften und der Partei beinhaltet.

Claus Cremer ist mitverantwortlich für die Organisation verschiedener Demonstrationen, Kundgebungen, Infostände und revisionistischer Gedenkveranstaltungen in Bochum und den umliegenden Städten. Dabei tritt er mit zahlreichen führenden rechtsextremen Aktivisten auf, wie zum Beispiel Axel Reitz, Christian Worch, NPD-Landesvorstandsmitglied Timo Pradel, Thomas Wulff, Thorsten Heise und dem Publizisten Ralph Tegethoff, mit denen er gegen die Wehrmachtsausstellung protestierte. Auch ist er als Redner bei rechten Aufmärschen bekannt.

Cremer wurde am 19. Oktober 2004 im Rahmen einer von ihm angemeldeten Demonstration vor dem Bochumer Bahnhof unter dem Vorwurf des Landfriedensbruchs und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte in Gewahrsam genommen. Das darauf eingeleitete Verfahren gegen Cremer u.a. wurde am 7. Mai 2008 ohne Sanktionen durch das Landgericht Bochum eingestellt.

Am 18. Februar 2005 wurde er vor dem Bochumer Landgericht aufgrund antisemitischer Äußerungen auf einer Neonazi-Demonstration wegen Volksverhetzung zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe bestätigte im Dezember 2005 das Urteil.

Siehe auch: Unterstützerlisten der NPD: Verdacht auf Urkundenfälschung,

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