Neonazi wegen Körperverletzung verurteilt

Vor dem Amtsgericht Demmin sind nach Angaben der Opferberatung LOBBI am 25. August 2009 zwei Malchiner Mitglieder der rechten Szene wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt worden. Hintergrund war den Angaben zufolge ein Angriff vor dem Stadthaus Malchin am 29. November 2008. Ein Neonazi hatte mit einer Waffe auf den Kopf eines alternativen Jugendlichen eingeschlagen. Nach Angaben des Betroffenen handelte es sich dabei wahrscheinlich um eine Metallstange oder einen so genannten Totschläger.

Das Opfer erlitt dabei ein Schädel-Hirn-Trauma. Schwerere Schädelverletzungen wurden offenbar nur durch die Kopfbedeckung und die Hände des Jugendlichen, die er sich schützend über den Kopf hielt, verhindert. Dabei wurde ihm ein Finger gebrochen. Anschließend wurde er durch den Keller des Gebäudes getrieben und noch einmal geschlagen.

Der nur teilweise geständige Haupttäter hatte laut LOBBI bereits in der Vergangenheit mehrere Körperverletzungsdelikte begangen. Bisherige Erziehungsmaßnahmen hatten nach Ansicht des Richters „bisher nicht gefruchtet“ und haben wohl „eher als Ermutigung auf dem Weg in den Abgrund“ gewirkt. Das Demminer Jugendschöffengericht verhängte den Angaben zufolge eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten. Die Strafe gegen den zur Tatzeit 19-Jährigen wurde nach Jugendstrafrecht gefällt und für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Zudem muss er als Bewährungsauflage 400 Euro an sein Opfer zahlen. Das Urteil ist bereits rechtskräftig. Der zweite Angeklagte wurde freigesprochen, da er sich nicht an den Schlägen beteiligt hat.

Siehe auch: Keine öffentliche Aufmerksamkeit und fehlende Gegenkulturen: Rechtsextremismus in Malchin, Malchin: Staatsschutz ermittelt drei Tatverdächtige