„Braunes Haus“ in Jena geräumt

Die Polizei in Jena hat am 25. August 2009 den Sitz des örtlichen NPD-Kreisverbandes in der Jenaischen Straße 25 im Stadtteil Altlobeda geräumt. Die Stadt begründete ihren Räumungsbeschluss mit baulichen Mängeln und einer daraus resultierenden Einsturzgefahr.

Von Kai Budler für NPD-BLOG.INFO

Nach Angaben der Stadtverwaltung hatten die Neonazis ohne Genehmigung Umbauten an dem Haus vorgenommen und bestimmte Auflagen nicht erfüllt. Bereits im vergangenen Mai war das Gebäude für Veranstaltungen gesperrt worden, später wurde den Mietern auch die Wohnberechtigung entzogen.

An der Räumung waren rund 50 Polizeibeamte beteiligt, die in dem Haus ein Luftgewehr, ein Bajonett und einen Munitionsgürtel mit Platzpatronen sicher stellten. Anschließend wurde das Haus versiegelt.

Neonazi in Jena (Quelle: Marek Peters)
Neonazi in Jena (Quelle: Marek Peters)

Rückschlag im Wahlkampf

Mit der Immobilie in Jena-Altlobeda verliert die Partei im Endspurt des Landtagswahlkampfes nicht nur ein wichtiges Gebäude in Thüringen, sondern auch einen Teil ihrer landesweiten Infrastruktur.

Bereits vor wenigen Monaten war das „Braune Haus“ in die Schlagzeilen geraten. In dem Buch „In der NPD – Reisen in die National Befreite Zone“ von Christoph Ruf und Olaf Sundermeyer hatte das ehemalige NPD-Vorstandsmitglied Uwe Luthardt erklärt, im „Braunen Haus“ würden Waffen gelagert. Daraufhin hatte die Staatsanwaltschaft Jena Ermittlungen aufgenommen.

Zitat (Max Bauer von der JAPS im April 2009 gegenüber NPD-BLOG.INFO)
Das seit 2002 bestehende “Braune Haus” im Stadtteil Altlobeda ist derzeit stärker denn je von Jugendlichen aus Jena und der Umgebung frequentiert. Diese, vor allem männlichen, Jugendlichen sind von den Nazis mehr oder weniger direkt von der Straße geholt worden, mit Angeboten wie Räumen zum Besaufen, dem Kaufen von “Hartalk” für Minderjährige, Bandproberaum und anderem. Entsprechend wenig politisiert sind sie oftmals und vor allem “erlebnisorientiert”. Auch eine veränderte Polizeitaktik spielt den Rechten hier in die Hände: Seit wenigen Monaten erst schirmt die Polizei das “Braune Haus” bei Veranstaltungen derart martialisch mit Gittern und Hunden ab, dass Proteste nicht mehr sinnvoll sind und ein reines Schaulaufen für die Anti-Antifa-Kameras darstellen. So führen die Nazis hier offen beworbene Veranstaltungen bspw. mit Horst Mahler oder Jürgen Rieger ab.

Das ehemalige Gaststättengebäude befindet sich seit 2002 im Besitz von Neonazis und dient unter dem Namen „Braunes Haus“ als Treffpunkt der extrem rechten Szene in Jena. In dem als ,,nationalen Wohn- und Schulungsobjekt“ bezeichneten Gebäude lebten prominente Neonazis wie der führende Kader der Kameradschaft ,,Nationaler Widerstand Jena“ (NWJ), André Kapke, und der Liedermacher Maximilian Lemke, der regelmäßig bei Neonazi-Veranstaltungen auftritt.

Als Postadresse diente das „Braune Haus“ auch Ralf Wohlleben, dem stellvertretenden Landesvorsitzenden der NPD, der vormals hier gewohnt hatte. Auch der Vorsitzende der Jungen Nationaldemokraten (JN) Thüringen, Christian Kaiser, wohnte in der Jenaischen Straße 25. In den Räumlichkeiten führte die neonazistische Jenaer Burschenschaft Normannia regelmäßig Veranstaltungen durch, außerdem fanden dort nach Angaben der Betreiber bislang mehr als 100 Konzerte sowie Schulungs- und Vernetzungstreffen von Kameradschaften, der NPD und den JN statt.

Siehe auch: NPD jubelt: CDU knickt angeblich vor rassistischer Hetze ein,

Jena: “Kampf um die Straße” statt “Kampf um die Parlamente”,

2 thoughts on “„Braunes Haus“ in Jena geräumt

  1. Es ist, wie in so vielen Belangen bzgl. nationalsozialistischer Aufmärsche, Veranstaltungen, NPD/JN-Räumlichkeiten etc., immer wieder Erstaunlich, welche Rolle „die Bausubstanz“ spielt… 😉

    Waren wenigstens die Vertreter der Bauaufsicht so höflich, und haben der NPD in Jena geholfen ihr Propaganda-Material, die Rechner usw. aus dem „baufälligen“ Haus zu tragen? *lol* :)

    Leider wird somit kein Schrott entsorgt – sondern lediglich umgelagert

    Und so geifert der NS-Mob in Thüringen; jene Volksverhetzer bekommen aber augenscheinlich immer noch keinen Besuch von der „Bauaufsicht“…

    ww.n-w-j.de/?ID=260&seite=news

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