Wahlkampf der NPD: Neonazis attackieren erneut Passanten

Drei NPD-Anhänger haben laut einem Bericht des Focus einen Mann in Hamburg geschlagen und mit Pfefferspray verletzt. Der schwarze Brite musste den Angaben zufolge ambulant in einem Krankenhaus behandelt werden.

Der 46-Jährige hielt sich demnach mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn an einem Bäckerstand auf, wo die drei Männer NPD-Flugblätter verteilten. Als der Brite das Papier zerriss, kam es zunächst zu einem ruhigen Gespräch. Dann schlug jedoch einer der NPD-Anhänger mit der Faust auf seinen Oberkörper ein, ein anderer sprühte Pfefferspray in seine Augen.

Erst in der vergangenen Woche war eine Passantin an einem NPD-Infostand von Neonazis angegriffen worden. Die NPD in Hamburg versucht verstärkt in die Öffentlichkeit zu treten, der Hamburgs NPD-Landesverband gilt als einer der radikalsten und in Bezug auf die Größe aktivsten in der Bundesrepublik.

Die Zahl der Auftritte von extrem rechten Akteuren in der Hamburger Öffentlichkeit ist nach Angaben von Avanti in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. 2006 gab es 39, 2007 waren es 49 und im Jahr 2008 sogar mehr als 60 solcher Auftritte von NPD, DVU und “Freien Kameradschaften” in der Hansestadt. Die Kader seien selbstbewusster geworden, die Neonazis gingen zu Attacken über.

Siehe auch: NPD-Stand in Hamburg: Passantin von Neonazis angegriffen, “Die Reihen fest geschlossen” – Anatomie der Hamburger NPD und ihres UmfeldesHamburg: Neonazi-Überfall auf Jugendorganisationen, Neonazi-Anwalt Rieger und die NPD: Von Krediten und Einfluss in der Partei, NPD-Vize Rieger entwaffnet, Hamburg: Zahl der rechtsextremen Gewalttaten verdoppelt sich, “Ab in den Busch, Nigger-Schlampe” oder neues vom Hasenpfau, NPD-Festredner Clemens spricht bei “Burschenschaft Germania”, Hamburg: Thor-Steinar-Laden macht wieder dicht, Hamburg: Weiterhin enge Zusammenarbeit zwischen NPD und Kameradschaften, Brandanschlag war offenbar vorgetäuscht, Hamburg: Ausschreitungen am 01. Mai mit politischem Nachspiel