NPD-Wahlkampf: Weiter Hetze gegen einzelne Personen

Die NPD setzt bei ihrem Wahlkampf weiter auf Hetze gegen einzelne Personen. In Thüringen hatten die Neonazis gegen den schwarzen CDU-Politiker Schall mobilisiert, nun fordert der NPD-Multifunktionär Jürgen Gansel im sächsischen Landtagswahlkampf, der SPD-Kandidat Homann solle in die Psychiatrie und nicht in den Landtag.

Hintergrund sind Drohungen von Neonazis gegen Homann. In Gansels Mitteilung dazu heißt es etwas verwirrend formuliert:

Nun ist der Pressesprecher des SPD-Landtagskandidaten Henning Homann, Rudolf Homann, am Ziel seiner Wünsche: Sein Sohn wird in Internetartikeln und Agenturmeldungen endlich als der deutsche Zeca Schall gefeiert, als Vorzeige-Demokrat, der von finsteren rechten Mächten bedroht wird und sich dennoch nicht einschüchtern läßt. Laut einer dpa-Meldung fühlt sich der 29-Jährige von ‘aggressiver’ NPD-Werbung bedrängt. Und dann gibt die Deutsche Presseagentur eine Gruselgeschichte Henning Homanns zum Besten, die einem förmlich das Blut in den Adern gefrieren läßt: ‘Ein Moped-Fahrer habe ihn in Döbeln zunächst als “Scheiß Roter” beschimpft, sei ihm dann zum Auto gefolgt, auf ihn zugefahren und habe erst kurz vor ihm abgedreht.’

Dann klopft Gansel sich ganz kräftig selbst auf die Schultern und betont, was für ein Kerl er doch ist:

“Ähnlich erging es mir selbst vor zehn Tagen beim NPD-Infostand in der Riesaer Fußgängerzone. Beim Zeitungsverteilen in der Hauptstraße kam ein ungefähr 25-jähriger Linker zügig mit dem Fahrrad auf mich zugefahren, machte erst kurz vor mir ein Ausweichmanöver und rief mir ein “Drecks-Nazi” hinterher. Na und? Eine Minute später bekam der nächste Passant eine “Sachsen-Stimme” von mir in die Hand gedrückt.”

Angriff auf FDP-Politiker

Wie die Döbelner Lokalausgabe der Sächsischen Zeitung in ihrer Ausgabe vom 11. August berichtet, ist es allerdings erneut zu einem Übergriff eines Neonazis gekommen. Laut Polizeiangaben habe ein NPD-Wahlhelfer einem FDP-Mann ins Gesicht geschlagen.

Ähnliches musste Gansel auch schon erleben – allerdings war der Angreifer ein mehrfach vorbestrafter “Kamerad” – und kein böser Linker auf einem Fahrrad: Nach Medienberichten hatte es zwischen dem NPD-Abgeordneten Jürgen Gansel, der sich gerne als Mitbegründer der vermeintlichen Denkfabrik Dresdner Schule präsentiert, und dem parlamentarischen Berater der NPD-Fraktion, Peter Naumann, am 11. November 2008 zunächst eine verbale Auseinandersetzung gegeben. Ein NPD-Sprecher bestätigte den Vorfall und sagte dem Blatt, es sei um eine politische Streitfrage gegangen. Dann habe es “eine Tätlichkeit von Naumann gegen Gansel” gegeben, einen Schlag “ins Gesicht”.

Siehe auch:

NPD jubelt: CDU knickt angeblich vor rassistischer Hetze ein