NPD-Stand in Hamburg: Passantin von Neonazis angegriffen

Zu Rangeleien zwischen NPD-Mitgliedern, Passanten und Polizisten kam es laut Welt-Online am 15. August 2009 in den Hamburger Stadtteilen Wandsbek und Barmbek. An einem Infostand der NPD verhinderte die Polizei nach eigenen Angaben mehrfach ein Aufeinandertreffen zwischen Neonazis und Antifaschisten. Es gab elf Platzverweise, drei Personen wurden in Gewahrsam genommen, wie eine Polizeisprecherin mitteilte. Am Morgen hatten rund zehn NPD-Anhänger im Stadtteil Barmbek begonnen, an einem Infostand Handzettel an Passanten zu verteilen. Die Passantin Astrid H. wurde dabei von NPD-Leuten zu Boden gedrückt und geschlagen. “Die Polizisten haben uns gut beschützt, aber die Gewalt der NPD-Mitglieder war unheimlich”, sagte sie zur WELT.

Demo gegen Stadtteilfest

Im September will die Hamburger NPD um den Neonazi-Anwalt Jürgen Rieger gegen das Schanzenfest demonstrieren. Dieses soll am 12. September 2009 ein zweites Mal stattfinden – aus Protest gegen einen vollkommen überzogenen Polizeieinsatz, der das bis dahin friedliche Fest beendet hatte. Zudem wurden einem Journalisten vier Zähne von einem Polizisten ausgeschlagen, Beamte stürmten außerdem eine Fußball-Kneipe und sprühten in die fast fensterlose Spelunke Pfefferspray, so dass sich die Gäste in den Keller flüchten mussten. Personalien von möglichen Straftätern wurden nicht aufgenommen; gegen die Einsatzleitung der Polizei wurde Anzeige erstattet, der Innenausschuss der Hamburger Bürgerschaft beschäftigte sich mit den Vorkommnissen.

Gerne stellt sich die NPD als vermeintliches Opfer von Sicherheitsmaßnahmen dar – wenn aber ein Stadtteilfest durch Polizeikräfte aufgelöst wird, jubeln sie. Nichts neues also.

Siehe auch: “Die Reihen fest geschlossen” – Anatomie der Hamburger NPD und ihres Umfeldes

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