Auschluss von Ex-Spitzenfunktionär Molau: “NPD will mich einfach streichen”

Der extrem rechte Funktionär Andreas Molau hat bestätigt, dass die NPD ihn aus der Partei ausschließen will. Er selbst sei „durch das Internet informiert“, so Molau auf Anfrage. Zudem habe er einen Anruf aus der Führung der Partei erhalten, so Molau weiter. „Ich soll einfach gestrichen werden“, kommentierte der ehemalige Spitzenfunktionär der NPD, der über Monate als aussichtsreicher Herausforderer von Parteichef Udo Voigt galt.

Nachdem Molau allerdings von seinen Unterstützern in der Partei fallengelassen worden war, zog er sich von seinen Ämtern zurück – und trat in die DVU ein. Dort fungiert er als Bundespressesprecher. Das Verhältnis zwischen den extrem rechten Parteien, die bis vor wenigen Wochen noch im „Deutschlandpakt“ miteinander verbunden waren, dürfte sich damit weiter abkühlen. Molau meinte zu dem Ausschlussverfahren der NPD gegen seine Person: „Der Vorgang beschreibt das innerparteiliche Demokratieverständnis dieser NPD-Führung.“ Die Verlautbarung der Kölner Freien Kräfte, die den Vorgang öffentlich gemacht hatten, zeige, „in welchem Jahrhundert diese Leute sich geistig aufhalten“, so Molau.

Mittlerweile heißt es, Molau sei bereits aus der NPD geworfen worden. Die rechtsradikale Junge Freiheit berichtet, es habe gar kein Ausschlussverfahren gegeben. Vielmehr habe der NPD-Bundesvorstand am 29. April Molau mitgeteilt, dass dessen Antrag auf Doppelmitgliedschaft bei NPD und DVU abgelehnt worden sei, so zumindest NPD-Pressesprecher Klaus Beier gegenüber dem Blatt. Daraufhin sei Molau aufgefordert worden, sich für eine der beiden Parteien zu entscheiden. Da er jedoch laut NPD nicht reagierte und weiterhin als Bundespressesprecher für die DVU tätig ist, wurde Molau schriftlich mitgeteilt, dass seine Mitgliedschaft in der NPD nunmehr erloschen ist.

Wahlchancen torpedieren?

Ende Juli 2009 hatte in Hannover Niedersachsens Landeswahlleiter Volker Homuth den NPD-Spitzenkandidaten für Bundestagswahl, nämlich den 40 Jahre alten ehemaligen Waldorflehrer Andreas Molau aus Groß Denkte bei Braunschweig, als Kandidaten von der Liste streichen lassen. Der Grund: Es fehlten die erforderlichen Unterlagen der Heimatgemeinde des NPD-Mannes.

Auch die persönliche Zustimmungserklärung des Spitzenmannes für seine Kandidatur suchten die Beamten vergebens. Szenekenner gingen davon aus, dass Molau selbst die Unterlagen zurückgehalten hat, um die ohnehin verschwindend geringen Wahlchancen seiner Partei zu torpedieren.

Siehe auch: DVU arbeitet künftig mit der FPÖ zusammen – und der NPD, NPD und DVU: (Deutschland)Pakt schlägt sich, Pakt verträgt sich

9 thoughts on “Auschluss von Ex-Spitzenfunktionär Molau: “NPD will mich einfach streichen”

  1. Wenn Herr Molau in der NPD ernsthaft von „Demokratieverständnis“ spricht sich noch wundert, „in welchem Jahrhundert diese Leute sich geistig aufhalten“, dann ist er dort wohl tatsächlich deplatziert.

  2. „Junge Freiheit“ rechtsradikal, aber immer noch wesentlich weiter links als Stauffenberg. Wenn die JF rechtsradikal ist, bin ich Tschingis Khan.

  3. Molau hat nie in diesen Haufen gepasst. Würde es in Deutschland eine erfolgreiche demokratische, rechtskonservative Partei geben bzw. diese schon zu Zeiten seiner politischen Sozialisation gegeben, hätte sich einer wie er in eine vernünftige Richtung entwickelt.

    Am Ende aber hat er sich existenziell vom braunen Spektrum abhängig gemacht und musste denen auch nach dem Mund reden. So lange, bis er am Ende oft genug den Schrott, den die erzählen, auch selbst geglaubt hat.

    Man muss solchen Leuten sinnvolle Ausstiegsperspektiven bieten, damit sie ihre Talente für demokratische Anliegen nutzen können.

  4. Bei einigen Äußerungen aus der CDU besteht eigentlich kein Zweifel, dass man dort als Rechtskonservativer zuhause ist. Die Entschuldigung aber, sich mit einer solchen Einstellung einer Nazi-Partei anschließen zu müssen, lasse ich darum nicht gelten, denn Molau ist intelligent genug, den ganzen Haufen ideologisch zu durchblicken.
    Ein Mitläufer ist er nicht, eher ein Rhetoriker, der darum weniger plump als die anderen Beutel wirkt. Wer außerdem dann auch noch Mitglied in der zweiten Nazi-Partei ist, der kann eine rechtskonservative Einstellung nicht geltend machen. Vielleicht sollte er sich, wenn es sich denn tatsächlich so sieht, eher einer anderen Splitterpartei wie dem Zentrum anschließen. Aber dafür hat er seine Person wohl nun auch verbrannt.

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