Großbritannien: Neonazis planen Terroranschläge

In Großbritannien wächst nach Angaben von eurorex die Angst vor Anschlägen des rechtsextremen Untergrunds. Mittlerweile habe eine Gruppe mit dem Namen „Aryan Martyrs‘ Brigade“ (AMB) angekündigt, den Vorsitzenden der Organisation „Unite against Fascism“ (UAF), Weyman Bennett, binnen Jahresfrist zu ermorden.

Die AMB werde zum Umfeld der Webseite „Redwatch“ gerechnet, die Fotos von Antifaschisten und ihren Treffpunkten ins Internet stellt. Das Anti-Antifa-Projekt war demnach Anfang der 90er-Jahre von der Terrorgruppe „Combat 18“ initiiert worden, die zunächst mehrere gedruckte Hefte unter diesem Namen in der Szene verbreitete.

In welchem Maße die militante Szene der Insel derzeit aufrüste, offenbarten mehrere Razzien, die in den vergangenen Wochen gegen ein weitverzweigtes Netzwerk gerichtet waren und bei denen über zwanzig Gebäude durchsucht wurden, schreibt eurorex weiter. Als die Ermittler Anfang Juli Bilanz zogen, präsentierten sie rund 300 Waffen und 80 Sprengkörper, darunter Raketenwerfer, Granaten, Rohrbomben und Dutzende Schusswaffen. 32 Personen wurden unter Terrorverdacht vorläufig festgenommen. Mehrere davon sitzen bis heute in Untersuchungshaft. Anderen befinden sich weiterhin auf der Fahndungsliste.

Laut Shaun Sawyer, Kommandeur einer Londoner Antiterror-Einheit, ist die Gefahr aber auch nach der Polizeiaktion nicht gebannt, berichtet eurorex. Auf einer Veranstaltung der muslimischen Gemeinde offenbarte er demnach: „Ich befürchte, sie werden einen spektakulären … sie werden einen Anschlag verüben, der für eine nicht bekannte Community den Verlust von Menschenleben oder Verletzte nach sich ziehen wird.“

Siehe auch: Rechtsextremismus in Europa – Was können Regierungen, Parteien und Akteure der Zivilgesellschaft tun?, Dossier: Rechtsaußenparteien in Europa