NPD und “Autonome Nationalisten”: Geld stinkt nicht

Sponsert Hans-Jochen Voß, der Kreisvorsitzende der NPD für Unna und Hamm und fleißiger Kommentator im Internet, die „Autonomen Nationalisten“ in Dortmund mit 3000 Euro – unter der Voraussetzung, dass diese die DVU im Kommunalwahlkampf nicht unterstützen? Das fragt der blick nach rechts und berichtet, der Neonazi Christian Worch, der inzwischen für die DVU aktiv ist und daher mittlerweile in Parchim wohnt, behauptet genau dies in einem extrem rechten Internetforum.

Dortmunds Rechts-„Autonome“, so schreibt Worch laut bnr, hätten das Voß’sche Angebot angenommen, „obwohl sie die Art, wie sie es deutlich proletarisch sagten, Scheiße finden“. Der Grund, warum sie es demnach dennoch akzeptierten: „Parteifreie und vor allem autonome Nationalisten können mit dem Geld zweifellos mehr anfangen als irgendeine – egal welche – Partei.“ Er, Worch, finde allerdings „die Art von diesem Voß einfach hinterfotzig ohne Ende“, so der bnr weiter. Die NPD führe „den ,lagerinternen’ Kampf gegen die DVU mit Methoden, die irgendwie – reziprok – an die Mafia erinnern“.

DVU und „Skinhead-Front Dorstfeld“

Die Seite NRW rechtsaußen berichtet zudem, die DVU sei bei ihrem Bemühen um den Neonazi-Nachwuchs erneut bei der mit den „Autonomen Nationalisten“ konkurrierenden „Skinhead-Front Dorstfeld“ fündig geworden. Mit Michael Wrobel (Jahrgang 1971) und Patrick Brdonkalla (Jahrgang 1983) kandidieren demnach zwei der bekannteren Mitglieder der „Skinhead-Front Dorstfeld“ für die DVU, beide in Wahlbezirken der Innenstadt-West. Brdonkalla war dem Bericht zufolge bereits in der zu Ende gehenden Wahlperiode für die DVU Mitglied der Bezirksvertretung Innenstadt-West. Er gehörte zu jenen Neonazis, die nach den Attacken von Neonazis auf eine 1.-Mai-Demonstration des DGB in Dortmund festgenommen wurden. Er soll außerdem im Umfeld eines Neonazi-Aufmarschs im Februar in Dresden Gegendemonstranten zusammengeschlagen haben.

Brdonkalla und Wrobel sind nicht die einzigen jüngeren Neonazis, die am 30. August auf dem DVU-Ticket antreten. Im Aplerbecker Wahlbezirk 22 beispielsweise findet sich ein 24-Jähriger auf den Stimmzetteln, der ebenfalls des Öfteren bei Aufmärschen der Szene auftauchte.

Siehe auch: NPD und DVU: (Deutschland)Pakt schlägt sich, Pakt verträgt sich