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Hexen, Juden und Kiffer – Wenn die Paranoia siegt

31. Juli 2009 19:52 837 mal gelesen 25 Kommentare

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Screenshot vom Blog des DHV

Der Deutsche Hanfverband (DHV) gehört nicht zu den politischen Schwergewichten unter den politischen Lobbyorganisationen. Damit das so bleibt, zeigt ein aktuelles Beispiel von Holocaustrelativierung auf vier Rädern, welches der Verband in seinem Blog bejubelt. Der Käfer von einem “ganz normalen Privatmensch” wird dort präsentiert und die weniger geistreichen Sprüche:

“Vorgestern verfolgten sie Hexen, gestern Juden, heute verfolgen sie Cannabiskonsumenten”

Das erinnert an die “Rauchershirts” aus dem Januar 2008, als eine Firma T-shirts verkaufte, auf deren linken Seite ein gelber Judenstern mit der Inschrift “Raucher” war (link).

25 Kommentare »

  • Meineid said:

    Ich war ja bisher immer ein Nichtkiffer, der einer Legalisierung gegenüber positiv eingestellt war, aber bei der Selbstdarstellung des Herren aus dem “Cannamobil” stellen sich mir doch Fragen über die diskutierten Spätfolgen von Cannabis:

    “Hallo, ich bin der Ciro, wohne in Giengen an der Brenz. Wie Ihr seht lasse ich mich ungern unterdrücken. Der Staat sollte mal darüber nachdenken was Demokratie überhaubt ist! Ich bringe niemanden um, schade niemanden, habe niemand vergewaltigt und dennoch wird man bestraft, wenn man die Natur nutzt. Sie haben uns eine Pflanze gestohlen und schämen sich nicht einmal. Es stellt sich die Frage, wer ist überhaupt kriminell? Der Staat oder Millionen von Menschen die die Natur nutzen!

    Wer soll vor Gott rechenschaft abgeben, der wo die Natur nutzt oder die Politiker wo Menschen bestrafen wegen einer von Gott gegebenen Pflanze.

    Ich werde in meinem Dorf (nicht von allen) diskriminiert und es heißt ich bin drogensüchtig.

    Wenn Ihr denkt das ich drogensüchtig bin, dann belassen wir es doch dabei, ich bin drogensüchtig! Habe aber eine intakte Familie, ein Häuschen und zwei Autos, gehe jeden Tag arbeiten meine Kinder gehen jeden Tag in den Kindergarten. Ich kann drei Sprachen sprechen aber das beste ist das ich als drogensüchtiger immer noch Auto fahre und den Führerschein besitze und ihn auch noch nie abgeben mußte, also endweder ist die Polizei zu blöd oder die Dorfbewohner!”

    http://cannamobil.beepworld.de/

    Außerdem hat er noch eine dubiose Verschwörungs-Homepage verlinkt

  • klaas said:

    Naja, zugegeben, mag sein das der Herr sein Anliegen etwas verschwurbelt rüberbringt, aber von einer Relativierung des Holocaustes zu sprechen halte ich für etwas mehr als übertrieben!

    Aber vielleicht relativiert ja auch Ohad Schem-Tov, der Vorsitzende der israelischen Partei der Holocaust-Überlebenden, den Holocaust mit seiner folgenden Aussage zur letzten Wahl in Isreal:

    Zitat: “Und noch etwas ist für den Haschisch-Raucher entscheidend: „Sie wissen, was für ein Gefühl das ist, wenn man ohne jeglichen Grund verfolgt wird. Deshalb können sie sich mit uns identifizieren.“

    Ich denke, dieser kleine Satz trifft es auf den Punkt!

  • Meineid said:

    @Klaas: Auch Holocaust-Überlebende können dummes Zeugs reden, da ist niemand von auszunehmen. Wenn man allerdings die Tatsache, dass jemand seinem Konsumwunsch nach bestimmten Rauschmitteln nicht ungehindert nachkommen kann auf eine Stufe stellt mit der industriellen Massenvernichtung einer Menschengruppe gleichstellt, und das tut der Spruch nunmal, ist das Relativierung in Reinform.

    Dazu kommt, dass der einzige Link auf der Homepage des Automobilbesitzers, der mit dem Thema Cannabis nichts zu tun hat, eine Seite ist, die sich neben allerlei (antisemitischen und nicht-antisemitischen) Verschwörungstheorien um “allierte Kriegsverbrechen” und die Anerkennung der “deutschen Ostgebiete” nach 1945 beschäftigt.

    Tja, leider sind nicht alle Kiffer die nette Wursthaarträger mit linksliberalten Ansichten.

  • Laiat said:

    Der Satz auf dem Auto ist völlig korrekt.
    Hexen wurden ohne jeden Grund gejagt, Juden auch, und Cannabiskonsumenten ebenfalls. Sie sagen ja nicht das sie mit der gleichen Härte verfolgt werden aber sie werden verfolgt!

  • Julia Seeliger said:

    Das geht gar nicht! Ich habe die Verantwortlichen schon darauf angesprochen, bisher aber kein befriedigendes Feedback erhalten.

    Ich schäme mich, Teil dieser Legalisierungsbewegung zu sein!

  • corny said:

    Es ging dem Verfasser des Textes sicher nicht darum die Taten der Nazis zu Relativieren und das weisst du auch. Deswegen finde ich es ziemlich übertrieben hier wieder die alte Antifa-Keule mit dem Totschlagargument der Holocaust-Relativierung* zu bringen. Vielleicht wäre es ja besser gewesen den Fahrzeughalter oder den DHV einmal anzuschreiben und zu einer Stellungnahme zu überreden. Eventuell hätten die auch sofort eingelenkt und das geändert. Vielleicht auch nicht, aber das wäre konstruktiv gewesen und du hättest meinen Respekt gehabt. Man könnte ja die Reaktion veröffentlich und dann bei nicht gefallen einen Gang agressiver werden. Stattdessen gibst du dich lieber damit ab eine andere Bewegung runter zu machen und anzuprangern. Aber etwas anderes Erwarte ich von Antifas ehrlich gesagt auch nicht.Allein schon die überschritt zeugt von deinem Standpunkt. Du impliziert damit, dass jeder Kiffer und prinzipiell auch jeder Konsument illegaler Drogen paranoid ist (im Prinzip gleichbedeutend mit geisteskrank). Dazu könnte man jetzt vieles sagen. Z.B. das wesentlich mehr Leute aus anderen Gründen in der Klapse sitzen als wegen Drogenproblemen (die kommen auch für gewöhnlich in den Knast). Mal davon abgesehen ist ein gewisse Paranoia durchaus anzuraten, denn wer sich selbst und seine Freunde mit Gras versorgt um sich vom Schwarzmarkt unabhängig zu machen und der Mafia nicht das Geld in den Rachen zu schmeißen, kommt höchstwahrscheinlich länger in den Knast als ein Schläger der jemanden krankenhausreif prügelt oder jemand der ein Kind sexuell missbraucht hat.
    Naja, Hauptsache man kann sich mit seinen Vorurteilen ausleben, während man sie anderen Vorwirft. Bestimmt findest du die Überschrift auch noch witzig. (Tut mir Leid, aber jetzt musste ich halt mal drauf einprügeln)

    Sicher ist dieser Spruch in einem Land, wo alle dermaßen empfindlich auf diese Thematik reagieren, weil sich damit bestens profilieren kann (ich bin ja so toll und demokratisch, weil ich gegen Nazis bin’) sehr ungünstig bis politischer Selbstmord. Aber auch nur weil sie dann jeder pissige Journalist, der sonst nichts zu sagen hat und jeder politische Gegner, egal aus welchem Loch er gekrochen kommt drauf einprügeln um sich zu profilieren und den Gegner zu diffamieren.

    Natürlich bin ich dagegen die Verbrechen der Nazis – den Massenmord an bestimmten Bevölkerungsgruppen und politischen Gegnern – zu leugnen. Mich könnte man damit auch nicht einfangen, ich war erst vor 4 Wochen in Sachsenhausen. Aber wenn man das kritisiert, dann sollte man das ehrlich und konstruktiv machen und nicht um einfach nur drauf zu schlagen. Das hilft niemandem

    Das T-Shirt gab es übrigens schon vor min, 10 Jahren mit der Inschrift “Kiffer im Stern”. Hatte auch schon mal überlegt mir das zu kaufen, aber ich argumentiere lieber über die medizinische Seite. Da hat man wenigstens faktische Argumente und läuft nicht Gefahr in solche Fallen zu tippen, denn es werden sich gleich alle wie die Geier darauf stürzen.

    @Meineid (1. Posting) + “@Klaas: Auch Holocaust-Überlebende können dummes Zeugs reden, da ist niemand von auszunehmen”

    (na, siehst du denn Wiederspruch in deinen Aussagen?)

    Tja, auch Kiffer können dummes Zeug reden.

    Spinner gibt es überall im Internet in jedem Thema. Davon auf die ganze Bewegung (die naturgemäß sehr heterogen ist) zu schließen zeugt wirklich von geistiger Beschränktheit. Hat außerdem auch gar nichts mit dem Artikel oder dem Thema zu tun. (dein 1. Beitrag)

    @Meineid
    “Tja, leider sind nicht alle Kiffer die nette Wursthaarträger mit linksliberalten Ansichten.”

    Nein, zum Glück sind wir nicht gleichgeschaltet und labern alle dasselbe (wie es dir in den Kram passt), sondern haben Indivduelle Ansichten zu allen Themen. Genau deswegen kann man auch nie von einem Kiffer auf andere schließen. Es gibt auch Nazis, die Kiffen. (Ich sag nur Thor-Steinar-Headshop Güstrow)

    @Julia Seeliger
    Noch scheinheiliger geht es nicht. An deiner Stelle würde ich mich lieber schämen bei den Grünen zu sein (und erzähl mir bloß nicht die grüne Jugend ist ja sowas ganz anderes als die eigentliche Partei). Wer hat denn das (Total)Verbot von Salvia, Ephedra und Pilzen durchgezogen? Tut mir Leid, aber wer ehrliche Drogenaufklärungs– und -präventionsarbeit auf regierender Ebene betreiben will (alles anderen bringt nichts oder macht alles nur noch schlimmer) kann bestimmt nicht bei denn Grünen sein. Parteien sind sowieso der letzte Dreck. Noch einfacher kann man es den Lobbyisten wohl kaum machen. In unserer Bewegung brauchen wir übrigens auch keine Leute, die uns in den Rücken fallen. (um sich wie oben schon erwähnt selbst zu profilieren) Was ich hier alles schreibe, sollte eigentlich klar sein.

    “Wenn man allerdings die Tatsache, dass jemand seinem Konsumwunsch nach bestimmten Rauschmitteln nicht ungehindert nachkommen kann auf eine Stufe stellt mit der industriellen Massenvernichtung einer Menschengruppe gleichstellt, und das tut der Spruch nunmal, ist das Relativierung in Reinform.”

    Diese Aussage zeig, dass du Thematik nicht im Ansatz verstanden hast. Also ich kann meinem Konsum seit 7 Jahren jedem Tag nachkommen. Trotzdem werde ich dafür aus irrationalen, kapitalistisch begründeten Interessen strafrechtlich verfolgt. Ich persönlich brauche ich mich auch nicht für eine Legalisierung einsetzen, da ändert sich bei mit gar nichts. Ich mache das ja auch nicht für mich, sondern (ja, schlagt mich aber sowas gibt es) für andere Menschen. Und weil die Unterdrückung der Bevölkerung durch die Herrschenden zum großen Teil auch über die Drogengesetze läuft. Ich habe nahezu unter Idelabedinguneg angefangen zu konsumieren und deswegen kann ich auch höchstwahrscheinlich keine schwerwiegenden Drogenprobleme bekommen. Denn ich habe von Anfang an gelernt die Droge zu meinem Werkzeug zu machen und nicht andere herum. Und genau das will ich für alle Menschen erreichen. Damit würden viele andere gesellschaftliche Probleme gleich mitgelöst. (überlastetes Justizsystem, ineffektive staatliche Drogenauklärung, Umweltprobleme mit Nutzhanf, Beschaffungskriminalität, Verbreitung von HIV und Hepatitis und Behandlung schwerer Krankheiten um nur einige zu nennen). Und genau wegen diesen ganzen Fakten (du die nicht wissen kannst, da du dich nicht damit beschäftigt hast, aber dann sollte man halt mal die Fresse halten) machen eben aus der Drogenprohibition eben etwas anderes als ein bloßes hindern am Konsum.
    Es gibt Menschen, die haben seit 15 Jahren einen guten und verantwortungsvollen Job, Frau Kinder, großes Haus und alles was dazugehört. Und die kiffen halt tägliche oder setzen sich nen Druck oder was auch immer. Spielt keine Rolle für diese Betrachtung. Wenn die jetzt – aus welchem Grund auch immer – einen Drogentest bei der Polizei machen müssen, obwohl sie nicht am Straßenverkehr teilnehmen kann sie dass den Führerschein kosten (oder gleich den Job). Da man für die Meisten Jobs einen Führerschein braucht heißt das halt Job weg. Job weg heißt Geldprobleme, Schulden, das Haus kann nicht mehr bezahlt werden, Familie muss ausziehen, streitet sich nur noch und am Ende trennt sich die Frau oder der Mann und nimmt die Kinder mit, denn der Partner ist ja ein amtlicher Junkie. Für die meisten endet das dann in lebenslanger Armut oder Suizid. Das ist schon eine sehr menschenverachtende politische Taktik und ähnlich schlimm, wie das due Nazis gemacht haben. Zum Glück hier nicht systematisch sondern mehr per Zufall um eine Angstatmosphäre zu schaffen (es kann jeden treffen und da hast du ein Beispiel).

    Es gibt übrigens noch ein Gemeinsamkeit. Die Juden und andere wurden ja nicht verfolgt, weil sie Juden waren, sondern weil sie als größere Minderheit die perfekte größe als Bevölkerungsgruppe für ihre Zwecke hatten. Die bestehenden Vorurteile gegen Juden haben den Nazis nur geholfen, waren aber sich nicht ausschlaggebend. Gegen jede Minderheit gibt es Vorurteile. Es ging5 um moderne Sklavnhaltung und nichts anderes. Die sogenannte Ideologie war nur da um den Leuten etwas zum greifen zu geben, woran sie glauben können. Mag sein, dass einige hohe Regierungsmitglieder auch den Scheiß von der Herrenrasse geglaubt haben, aber die Wirklichen Machthaber (Banken und Industrie) haben nur ihren Profit gesehen. Und nur darum ging es. Die Menschen wurden mit fadenscheinigen Begründungen in das System eingebracht um an ihren Besitz zu kommen (noch ein Grund warum es vor allem die Juden getroffen hat, aber prinzipiell hätten es auch andere sein können) und dann soweit ausgebeutet wie es nur geht. Es wurde sogar berechnet, wie lange ein KZ-Häftling zu leben hat, damit es den optimalen Gewinn abwirft. Und nach dem Tod hat man noch die Goldzähne gezogen, die Knochen zu Seife verarbeitet und die Haut abgezogen um daraus Lampenschirme zu machen. Und die Drogenprohibition besteht eben auch nur aus wirtschaftlichen Gründen mit oben beschriebenen Konsequenzen (zerstörte Familien, Verlust produktiver Arbeiter, Suizid). Es würde jetzt zu weit führen das auch noch zu erklären, das sage ich einfach selber recherchieren. Aber ich sage nochmal, zum Glück kann man hier nicht sagen, dass es heute dieselben Konsequenzen wie im Dritten Reich hat, aber die Grüne für die Vefolgung sind sehr ähnlich. Und da man schlecht eine ganzen Roman so auf ein Auto schreiben kann, des es jeder zügig lesen kann, macht man daraus eben einen knackigen Spruch. Ich finde es sehr unfair den Leuten deswegen Relativierung vorzuwerfen.

    Laut “Nazis on Speed” (viele Originalquellen) wurden begriffe wie “Rauschgift” und “Suchtgift” von den Nazis eingeführt um dem vorher weitestgehend akzeptierten Drogenkonsum von Anfang an eine negative Konnotation zu geben. Bei den Nazis wurde übrigens auch Drogensüchtige Zwangskastriert. Und ich bin froh darüber, dass man nur sagen kann dass das willkürliche Verfolgungsprinzip eint und nicht die Konsequenzen.

    Ich bin übrigens gegen Nazis, weil die genau Leute wie mich und viele meiner Freunde mindestens zwangskastriert hätten (wer von euch kann dass behaupten?) und nicht weil ich mich dann moralisch überlegen fühlen kann. Und da ich generell gegen Vorurteile und geistige Beschränkung kämpfe, könnte ich auch nie links oder Antifa sein.

    Der Käfer hat übrigens am Samstag auf der Hanfparade unseren Beutel transportiert. im Gegensatz zu den Paradewagen die sich da etwas etepetete hatten.

    Naja, ich hoffe nach diesen Aussagen könnt ihr euch ein etwas differenzierteres Bild zu dem Thema machen. Wie gesagt, es ist richtig so etwas an zu sprechen oder darauf hin zu weisen, nur in Deutschland stürzen sich leider immer gleich die falschen Leute darauf, weil damit eben richtig gut schachern kann. Deswegen sollte man den Leuten vielleicht erst mal Fahrlässigkeit oder mangelndes Geschichtsbewusstsein unterstellen, aber gleich die Totschlag-Keule rauszuholen zeigt für mich eindeutig, dass ihr einfach nur draufhauen und anprangern wollt anstatt konstruktiv zu arbeiten und

    Mit hanfigen Grüßen von der Küste
    Corny
    ————-
    rostocker-hanffest.de

    *= was ja schon fast dasselbe wie Leugnung ist, vor allem im antifa-Sprech – mal abgesehen davon ist das Wort Holocaust schon eine Relativierung weil die meisten da nur noch an Juden denken)

  • Egal said:

    Wundert mich nicht. Am Samstag bei der Hanfparade in Berlin konnte man sehr viele Leute mit Thor Steinar Klamotten beobachten.

  • Georg Wurth said:

    Ich bin vom Deutschen Hanf Verband und habe Ciro, dem Käfer-Besitzer, bei der Besprechung seiner Texte darauf hingewiesen, dass der Vergleich mit der Judenverfolgung schwierig ist, allem voran deshalb, weil das, was den Juden angetan wurde, wesentlich schlimmer ist als das, was mit den ebenfalls verfolgten Kiffern passiert.

    Er bezieht sich mit seinem Käfer aber auch nicht nur auf die Situation in Deutschland. In einigen anderen Ländern werden Menschen hingerichtet, die etwas größere Mengen Hanfblüten bei sich tragen.

    Abgesehen davon argumentierte er damals, dass beide Gruppen (Juden und Hanfkonsumenten) wegen ihrer Zugehörigkeit zu dieser jeweiligen Gruppe verfolgt wurden und dem Apparat machtlos/hilflos gegenüber standen.

    Ich habe den Vergleich von Kiffer- und Judenverfolgung in den vergangenen Jahren immer wieder gehört. Dabei hatte ich nie den Eindruck, dass die Leute damit etwas gegen Juden sagen wollten oder die Judenverfolgung herunterspielen wollten, sondern es ging ihnen darum klarzustellen, dass es sich um staatliche Willkürakte gegenüber einer bestimmten Gruppe innerhalb der Gesellschaft handelt, die durch nichts gerechtfertigt sind. Jemand hat z.B. mal bei einer Hausdurchsuchung wegen Cannabis einen Polizisten gefragt, ob er das, was er da tut, selbst sinnvoll findet. Der Polizist sagte, er mache nur seine Pflicht. Daraufhin mein Bekannter: “Das hatten wir schonmal in Deutschland.” Ich glaube, diese Geschichte trifft ganz gut, was Leute, die diesen Vergleich anstellen, eigentlich sagen wollen.

    Ich persönlich würde trotzdem vom Vergleich der Juden- und der Kifferverfolgung Abstand nehmen. Einerseits weil das, was die Deutschen den Juden angetan haben, so monströse Ausmaße hatte, dass es kaum mit irgend etwas anderem vergleichbar ist und weil ein Vergleich für viele nach Verharmlosung klingt und Gefühle verletzten kann. Das ist nicht gut für die Diskussion um das Verbot von Cannabis, um die es ja eigentlich geht.

    Andererseits kann Ciro durchaus erklären, wie er auf diesen Vergleich kommt. Obwohl ich das letztendlich nicht beurteilen kann, habe ich nicht den Eindruck, dass er irgend etwas gegen Juden hat. Als nicht deutschstämmiger Mitbürger steht er für mich nochmal einen Schritt weniger unter dem Verdacht, ein Superarier sein zu wollen. Allerdings hat er dadurch vielleicht auch die speziell in Deutschland extrem heikle Diskussion um die Judenverfolgung unterschätzt.

    Wie auch immer, ich stehe voll hinter Ciro und seinem Käfer, auch wenn ich den Vergleich so selbst nicht angestellt hätte. Denn Ciro setzt sich massiv und konsequent gegen staatliche Verfolgung ein und wehrt sich mit allen zur Verfügung stehenden demokratischen Mitteln, obwohl er mit Ausgrenzung und mieser Behandlung durch Polizei und andere rechnen muss. Das ist genau die Haltung, die viele Leute an den Tag legen sollten, damit sich die deutsche Geschichte nicht wiederholt.

  • grünes said:

    Wer sehen will, wie Drogen – Cannabis – Händler in anderen Ländern verfolgt und in Massen ermordet werden, folge dem obrigen Link zu dem Thema “Akha”. Das ist eine Bevölkerungsgruppe in Thailand – die systematisch ausgerottet wird. Mit dem Argument der Drogen.

    US-Thailand’s ‘License To Kill’. 2274 Extra-Judicial Killings In 90 Days”. The Akha Journal of the Golden Triangle. By Matthew McDaniel. Vol. 1. No. 2. October 2003. Relevant section of journal 2: http://www.akha.org/upload/journal/akhajournal2p6.pdf – Cover and first part of journal 2: http://www.akha.org/upload/journal/akhajournal2p1.pdf -

  • grünes said:

    @egal Wenn du sowas gesehen hast – warum hast du niemanden drauf aufmerksam gemacht? Arschl*!

  • Klaus said:

    Ein Kiffer, Grower oder Dealer entscheidet sich freiwillig dazu, ein Gesetz zu übertreten. Juden während des Holocaust und “Hexen” während der Hexenverfolgung haben sich nicht freiwillig dazu entschieden Jude zu sein oder als Hexe verfolgt zu werden.
    Aus diesem Grund ist der Vergleich auf dem Käfer und jeder Verteidigungsversuch einfach nur widerlich, beschämend, kurzsichtig und zeugt, wenn man vom “harmlosesten” ausgeht, von einer nicht besonders ausgeprägten Intelligenz.

  • randalika said:

    @klaus:
    das ist nicht dein ernst oder? nur weil das gesetz zuvor da war, soll ich klein bei geben und meinem konsum einstellen bzw erst gar nicht anfangen? schon mal die sinnigkeit von solchen gesetzen hinterfragt?
    sorry aber deine argumentation ist völlig haltlos und fehlgeleitet.

  • Peter said:

    Jeder Vergleich hinkt. Der Nazivergleich zieht immer ganze Armeen von Beinen nach. Die Judenverfolgung der Nazis mit der Hanfprohibition gleichzusetzen ist unterste Kanone. Dümmer gehts nümmer.

  • Sandra said:

    Ich entscheide mich freiwillig etwas zu machen, ohne jemanden zu schaden, ja! Sollte diese Gruppe deshalb verfolgt werden? Verfolgt, diskriminiert, gefoltert, eingesperrt und sogar hingerichtet werden. (weltweit) Ist das gerechtfertigt? Was damals bei den Juden Unrecht war, ist heute auch Unrecht bei den Kiffern. Kein Mensch darf weil er anderst ist, seiner Würde, seinem Leben oder freiheit beraubt werden dürfen, erst recht nicht wenn mann niemanden etwas getan hat. Dass ist gegen die Menschenrechte!
    Und ich verharmlose auch nicht, dass was mit den Juden geschehen ist, es war eine schreckliche und scheussliche Tat in der Geschichte, Sie waren machtlos der maschinerie des Staates ausgesetzt. So wie es heute den Kiffern weltweit geht, Sie sind HILFLOS! Deshalb finde ich den Spruch nicht so schlim und er verharmlost auch nicht das was mit den Juden passiert ist. Es wird nur darauf hingewiesen dass Unrecht passiert. Ob Hiroschima, Holocaust, Hexen, Kiffer oder sonst was für andere Menschen die unnötig ihr Leben lassen mussten und müssen, Unrecht ist Unrecht! Und mann sollte dies auch vergleichen dürfen, ohne dass mann gleich als Nazi oder Juden hasser bezeichnet wird, dass ist der fahrer des Käfers ganz bestimmt nicht, er ist gegen jede Menschenrechtverletzung! Und er wird auch verfolgt, ohne jeglichen Grund!

  • Klaus said:

    @randalika

    Nein, Du sollst Deinen Konsum nicht aufgrund einer dämlichen Gesetzeslage einschränken. Aber Du hättest theoretisch die Möglichkeit dazu um der Strafverfolgung zu entgehen. Juden konnten während des Holocaust nicht einfach mal entscheiden, kein Jude mehr zu sein um nicht deportiert zu werden und angeklagte Hexen hatten ebenfalls kaum Chance ihrer Hinrichtung zu entgehen. Dass das Verbot von Cannabis völlig unsinnig ist bestreite ich nicht und habe es auch nie bestritten. Es geht mir nur um den Vergleich der Verfolgung von Cannabiskonsumenten mit der Verfolgung von “Hexen” und Juden und diesen finde ich eben aus den genannten Gründen absolut daneben. Auf der einen Seite steht der absolut frewillige Konsum eines Genussmittels, auf der anderen Seite eine Gefahr für Leib und Leben, die nichtmal durch Unterlassen abgewendet werden konnte.

  • Sandra said:

    Tatsache ist, dass mann verfolgt wird.
    Und diese Verfolgung muss angesprochen werden, oder sollen wir warten bis es (weltweit) 6 Millionen hingerichtete Kiffer und Dealer gibt. Dann darf mann es vergleichen, oder? Wenn bei den Juden oder Hexen früher reagiert worden were, dann würde die Geschichte warscheinlich anderst aussehen. Also ich finde es sollte darauf aufmerksam gemacht werden, ohne dass mann vergleichen muss, wem schlimmere grausamkeiten angetan wurden. Es geht nur um das Unrecht was einer Gruppe zugefügt wird. Und es geht um die Verfolgung in dem Text. Juden wurden verfolgt, Hexen wurden verfolgt und Kiffer werden verfolgt und alle 3 Gruppen wurden und werden ohne jeglichem Grund verfolgt, diskriminiert, gefoltert, eingesperrt und hingerichtet. (weltweit) Das ist Unrecht und vergleichbar mit damals. Denn Unrecht ist damals wie heute Unrecht. Und es ist wichtig das Thema anzusprechen. Ohne dass mann irgend jemanden beleidigen will und möchte.

  • Denis said:

    Es geht bei der Aussage mit der Judenverfolgung doch nicht um eine Verharmlosung des Holocaust, sondern soll lediglich aufzeigen, dass immer wieder Gruppen verfolgt und diskriminiert werden ohne erkennbaren Grund. Es geht niemandem darum zu behaupten, dass es Kiffern hierzulande genauso ergeht wie den Juden damals, sondern soll lediglich verdeutlichen, dass auch heute noch Leute, die niemandem schaden, verfolgt und kriminalisiert werden. Sicher muss kein Kiffer um sein Leben fürchten (zumindest nicht in Deutschland), dies war aber auch nicht Sinn und Zweck der Aussage. Den DHV oder den Besitzer des Hanfkäfers in die Nazi-Ecke zu drängen ist deshalb genauso unpassend wie der Kinderpornographievergleich von Günther Beckstein gegenüber Videospielern.

  • disguested said:

    Allen ernstes, wie schwer kann es bitte sein, nach zu vollziehen, dass Holocaust- /Judenverfolgungs- /Antisemitismusvergleiche wie in diesem Fall definitiv den Holocaust relativieren bzw.schönredeN?
    Dabei spielt es erst einmal keine Rolle ob dies bewusst gemacht wurde oder nicht. Nazivergleiche oder Holocaustvergleiche werdenoft nicht bewusst antisemitisch benutzt. Für mich ist hier klar, wer sagt dass die Kriminalisierung von Cannabiskonsumenten (wenigstens ein bisschen) vergleichbar mit der Verfolgung der Juden sei, vergleicht das Unvergleichbare! Damit werden die Schrecken des Antisemitismus verhöhnt und schöngeredet…

    In der Antisemitismusforschung nennt mensch das sekundären Antisemitismus.

    Wer dann auch noch so dermaßen uneinsichtig ist und zweifelhaft versucht den Vergleich zu rechtfertigen stellt sich nur sein eigenes Armutszeugnis aus. Lieber sollte mensch sich einmal an den Kopf fassen und zugegeben dass der Vergleich unüberlegt war! ich glaube dass die Person von der die Idee stammt nicht antisemitisch eingestellt ist, genausowenig wie die Raucher mit ihrem gelben Stern.
    Nur ist der Versuch, so auf ein prisantes Problem aufmerksam zu machen unter aller Niveau.

    Nur nebenbei, ich selber wünsche mir auch eine sinnvollere Drogenpolitik im Sinne von Legalisierung etc.

  • Sandra said:

    das ist die Realität, dass es schon seit tausenden von jahren Drogen gibt und sie immer geben wird. Und aus diesem Grund Menschen zu Jagen, verfolgen, diskriminieren, foltern, einsperren und sogar zu töten, (weltweit) ist ein Verbrechen! Und sollte aus meiner sicht auf jedem fall verglichen werden dürfen, (ohne zu vergleichen wem schlimmeres zugefügt wurde) denn Verfolgung gab es damals, zu Unrecht und heute ist es auch ein Unrecht! Also sage ich: der Staat hatte damals kein Recht Menschen ohne Grund zu verfolgen. Und heute hat der Staat auch kein Recht unschuldige Menschen zu verfolgen!

    Deshalb:

    Vorgestern verfolgten sie Hexen, gestern Juden, heute verfolgen sie Cannabiskonsumenten und morgen wollen sie wieder nur ihre `heilige Pflicht` getan haben.

    Dieser Spruch geht an den Staat, Politiker!
    Und nicht an die Juden, die eine Hölle durchmachen mussten und kaum jemand traute sich etwas zu sagen!

    Ich traue mich etwas gegen dieses Unrecht zu sagen, der Spruch ist sehr gut! Und er verharmlost auch nicht die schrecklichen Taten von damals, im Gegenteil, er soll zeigen wie barbarisch eine Maschinerie des Staates sein kann, gegen unschuldige Menschen!

  • Mrs. Claypool said:

    Hallo???
    Soweit ich das überblicke, geht es dem guten Mann um die Kriminalisierung HIER in Deutschland. Und mal so ganz prinzipiell:
    Völkermord, also die Ermordung von menschlichen Individuen aufgrund ihrer (zugeschriebenen) Zugehörigkeit zu einer bestimmten Bevölkerungsgruppe mit dem alleinigen Ziel der Vernichtung dieser gesamten Gruppe ist NIEMALS zu vergleichen mit der Strafverfolgung von Konsumenten illegaler Drogen. Ich frage mich eher, warum ich ein Feierabendbierchen trinken, aber keine Feierabendtüte rauchen darf. Solche Vergleiche und ihre versuchte Rechtfertigung mit dem Hinweis auf Folter und Todesstrafe in anderen Staaten zeugen m.E. von wenig Denkarbeit. Vergleicht es meinetwegen mit den geringen Strafen für alkoholisierte Autounfall-mit-Todesfolge-Bauer. Aber stellt es doch nicht so dar, als würde der gesamte Staatsapparat nix anderes zum Ziel haben als die Verfolgung und Existenzvernichtung von KifferInnen! Meine Güte! Also, ich habe nicht den Eindruck, dass meine Nachbarn die Gestapo rufen, wenn sie was Komisches aufm Balkon riechen…
    Legalisierung gerne, aber bitte mit Argumenten statt Parolen!
    Danke!

  • Mrs. Claypool said:

    Hab noch was vergessen:
    Dank Peter (06.08.)! Du sprichst mir aus der Seele!

  • ismirschlecht said:

    OHH Gott, wo bin ich hier gelandet ?
    Euer Gutmenschengeseiere kotzt mich an ! Anders kann ich das nicht ausdrücken !
    Ihr regt Euch ernsthaft auf das Hexenverfolgung, Judenverfolgung und Kifferverfolgung in einem Atemzug genannt werden ?
    Der Hauptgrund ist die politisch korrekte Ansicht, nichts ist (war) schlimmer als die Judenverfolgung (natürlich ausschließlich im 3. Reich)

    Gehen wir mal anders an die Sache !
    Die Verfolgung Unschuldiger ist ein Zug eines totalitären Regimes !

    Der Spruch mag wirklich strittig sein, aber Eure aufgesetzte Brüskiertheit ist einfach nur lächerlich !

    Vermutlich wird das eh nicht veröffentlicht !

  • ismirschlecht said:

    “Tja, leider sind nicht alle Kiffer die nette Wursthaarträger mit linksliberalten Ansichten.”

    und nur links ist korrekt, stimmts so wie Genossen Stalin, Mao und wie sie heißen, die Menschenfreunde ;) !
    Kiffen hat nichts mit einer politischen Richtung zu tun !
    Links – Rechts !?
    Aufwachen ! Mehr sag ich nich ;) !

    Aber jetzt
    Ciao

  • notmentioned said:

    ja es tut gut sich hinter leeren phrasen der political correctness zu verstecken um seine eigene unwissenheit zu überspielen. aber seht ihr nicht dass man nur dann relativiert, wenn man sich darüber streitet, welche ungerechtigkeit jetzt die größere ist? Der herr mit dem käfer will auf die willkür des staates aufmerksam machen, welche sich langsam aber sicher durch verschiedene faktoren wie telefonüberwachung, online überwachung, observierung und und überwachungskameras wieder einstellt. ich bekomme diese willkür jeden tag zu spüren seit ich das erste mal wegen btm auffällig geworden bin. ich werde fast jeden tag angehalten ob auf dem fahrrad, im auto oder zu fuß und das nur, weil ich mein leben in einer art und weise lebe, welche in dieser gesellschaft nun einmal nicht common sense ist. ich rauche jetzt seit 6 jahren, das heisst seit ich 14 bin und hatte nie probleme damit bis ich alt genug war um ins raster der polizei zu geraten. ich glaube nicht, dass ihr es als besonders angenehm empfinden würdet wenn euch ein wildfremder “freund und helfer” mit ner taschenlampe den arsch ausleuchtete, weil er dort drogen vermutet. und das nur weil ich durch den bahnhof lief um mir einen döner zu besorgen. es geht hier nicht um das töten von menschen, es geht um die simple tatsache, dass menschen anderer einstellung, aufgrund vorhandener gesetze an den rand der gesellschaft gedrängt werden. ich ging aufs gymnasium bevor sie mich rausgeschmissen haben, weil ich jemandem den ich glaubte zu kennen und dem ich vertraute nen 10ner gegeben hab und der mich dann anschließend verpfiffen hat. ihr ganzen antifa heinis habt doch keine ahnung, ihr rennt mit euren teles rum, fühlt euch hart weil ihr euch ja ach so pc artikulieren könnt. für euch ist sofort jeder ein schwulenfeind oder “homophob” weil er den ausdruck “schwul” als negativierung verwendet hat. ich meine, warum muss man immer so verdammt engstirnig sein, warum muss man allem und jedem seine meinung aufzwängen ohne sich auch nur eine sekunde an die eigene nase gefasst zu haben. in diesem sinne, und das geht an alle möchtegern welt verbesserer, zieht euch den stock aus dem arsch und lest zwischen den zeilen. hört auf nur das zu lesen was ihr lesen wollt, versucht den sinn hinter den aussagen zu erkennen. ich hätte nichts gegen die antifa, wenn sie nur nicht so unglaubliche ähnlichkeit mit den kleinen schreihälsen in braun hätten. ihr seid dasselbe in rot.
    a bientot

  • hanfsamen said:

    Du hast einen sch