Antirassismus unerwünscht: Kritik an Mügelns Bürgermeister Deuse

Nach der Absage eines Anti-Rassismus-Konzerts haben die Grünen Mügelns Bürgermeister Gotthard Deuse (FDP) eine „Vogel-Strauß-Politik“ vorgeworfen. Statt ein deutliches Signal für Demokratie und Zivilcourage zu setzen, füge Deuse der Stadt schweren Schaden zu und verhöhne gar die Opfer rechter Gewalt, erklärten die Grünen-Landtagskandidaten Tom-Michael Hesse und Miro Jennerjahn. Mit seinem Verhalten besorge Deuse „indirekt das Geschäft der Neonazis“.

Die Stadt Mügeln hatte das für Ende August geplante Konzert „Vive le Courage“ nicht genehmigt. Laut Veranstalter hatte die Stadt argumentiert, an dem geplanten Veranstaltungsort solle es keine politischen Veranstaltungen geben. Zuvor habe Deuse allerdings den Plänen von „Vive le Courage“ zugestimmt, hieß es weiter.

Der Bürgermeister der sächsischen Stadt sorgte bereits mehrmals für öffentliches Aufsehen und erntete Zustimmung von ganz rechter Seite. Nach einem Volksfest mit anschließender Hatz auf eine Gruppe Inder stellte er “seine” Stadt und die Bürger als Opfer einer medialen Kampagne da – unter anderem in der rechtsradikalen Jungen Freiheit. Nach kommunalen Wahlerfolgen der NPD im Jahr 2008 betonte Deuse, man dürfe diese nicht auszugrenzen, da sich dies “immer negativ” auswirke. Woher Deuse seine Erfahrungen nahm, obwohl es doch angeblich gar keine Rechtsradikale oder Neonazis in Mügeln gebe, blieb allerdings sein Geheimnis.

Siehe auch: Verbot von “Dance against Racism” in Mügeln, Offenbar erneut Angriff auf Inder in Mügeln, Kommentar: Düsseldorf, Mügeln, Passau – NPD-Verbot jetzt?, Eine ganz normale Woche in Sachsen geht zu Ende…, Sachsen: Haftstrafen nach rassistischem Brandanschlag, Sachsen: Brandanschlag auf Flüchtlingsheim, Sachsen: Zeuge der Hetzjagd von Mügeln verprügelt, Sachsen: Brandanschlag auf Asia-Laden, Leipzig: Nazi-Attacke auf Familie, Sachsen: “Der parlamentarische Arm dieser Verbrecher”, Mügeln: Bewährungsstrafe für “Rädelsführer”, Heitmeyer: `Wir brauchen Unruhe in Ostdeutschland!`, Mügeln: Ein Bürgermeister geht seinen Weg, Buchtipp: Ein recht direktes Völkchen?, Mügeln: Arme kleine Deutsche, Indien: Gestiegenes Interesse an deutschen Zuständen, Chance vertan: Debatte über feindliche Einstellungen bei Bügerlichen

5 thoughts on “Antirassismus unerwünscht: Kritik an Mügelns Bürgermeister Deuse

  1. nun stellen die nazis bereits einen bürgermeister,…

    hoffentlich folgt die richtige antwort!

  2. uiuiui. Darf man die Junge Freiheit offiziell als „rechtsradikal“ bezeichnen? Leider nein (auch wenn sie sicherlich rechtsextrem sind).

    Am ebsten schnell ändern, bevor die klagen. Das machen sie nämlich gerne und oft.

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