NPD-Aktivist muss wegen Attacke 900 Euro zahlen

Der ehemalige Schulassistent eines Göttinger Gymnasiums und NPD-Aktivist Marco B. muss nach einem Bericht von HNA-Online eine Geldauflage von 900 Euro zahlen. Grund ist die Beteiligung von B. an einer gewalttätigen Attacke bei einem Rechtsrockkonzert im thüringischen Pößneck. Die dortige Staatsanwaltschaft hatte den 30-Jährigen wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Sie warf ihm vor, mit anderen Kumpanen nach dem Landesparteitag der NPD Thüringen im Jahr 2005 einen Mann geschlagen und getreten zu haben.

Das Verfahren gegen den 30-jährigen Göttinger sei gegen die Zahlung einer Geldauflage von 900 Euro vorläufig eingestellt worden, teilte ein Gerichtssprecher dem HNA-Bericht zufolge mit. Ein Mitangeklagter aus dem Kreis Kassel wurde demnach zu einer 15-monatigen Freiheitsstrafe zur Bewährung verurteilt. Der Prozess gegen den Göttinger und einen Neonazi aus Oberkaufungen vor dem Thüringer Amtsgericht war im Oktober des vergangenen Jahres eröffnet worden. Nach der Fortsetzung im Januar wurde der Prozess wegen einer Erkrankung des Richters vorläufig ausgesetzt.

Entscheidung über Kündigung steht noch aus

Noch nicht entschieden sei das arbeitsgerichtliche Verfahren, heißt es bei HNA-Online weiter. Die Landesschulbehörde hatte dem Göttinger NPD-Mitglied Anfang 2009 gekündigt, nachdem sie durch die Medien vom Strafverfahren in Thüringen erfahren hatte. Zuvor hatte die Schulleitung des Göttinger Max-Planck-Gymnasiums, wo er als Assistent beschäftigt gewesen war, gegen ihn Hausverbot verhängt. Der 30-Jährige hatte gegen seine Kündigung geklagt. In einem anderen Fall bestätigte ein Gericht jüngst die Kündigung durch einen Arbeitgeber, nachdem ein Mitarbeiter – allerdings in dem Betrieb – menschenverachtende und volksverhetzende Parolen verbreitet hatte.

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