Bleiberecht für Opfer von rassistischen Angriff gefordert

Das Rassisten-Opfer Aliou S. ist nach Magdeburg umgezogen. Damit habe das monatelange und nervenaufreibende Tauziehen um den Umverteilungsantrag des Flüchtlings endlich ein Ende, schreibt die Mobile Opferberatung rechter Gewalt in Salzwedel. Außerdem dürfe S. nach einer Intervention des Innenministers nun vorerst bis zum Ende des Strafverfahrens gegen die Täter in Deutschland bleiben.

Aliou S. fehle jedoch weiterhin die langfristige Perspektive eines gesicherten Aufenthalts in Deutschland. Eine erste Hürde stelle allein schon die Entscheidung des Amtsgerichts Burg über die Zulassung der Anklage gegen einen der circa ein Dutzend Angreifer von Aliou S dar. Ganz klar sei auch, dass Aliou S. ein Bleiberecht als Opfer rassistischer Gewalt benötige, um in Sicherheit seine traumatischen Erfahrungen zu verarbeiten und eine Lebensperspektive aufzubauen. Ein derartiges Bleiberecht wäre zudem ein tatkräftiges Signal gegen rechte Gewalt und Rassismus und würde der politischen und gesellschaftlichen Verantwortung gegenüber dem Betroffenen gerecht werden, betont die Opferberatung. Und dem Ziel der Täter, MigrantInnen und Flüchtlinge gewaltsam aus Deutschland zu vertreiben, würde mit einem klaren Bekenntnis der Solidarität durch ein Bleiberecht für Opfer rassistischer Gewalt geantwortet.

Mehr über das Leben von Aliou S. in dem Heim in Burg zu erfahren kann in einem lesenswerten Artikel aus der Berliner Zeitung vom 3. Juli 2009, wenige Tage vor dem Umzug nach Magdeburg, nachgelesen werden.

Siehe auch: Petition: Humanitäres Bleiberecht für Opfer rassistischer Gewalt!

Siehe auch zu Sachsen-Anhalt: Nach Überfall auf Jugendclub: Ermittlungen gegen rechte Schläger und Polizisten, Gedenkstein für Todesopfer rechtsextremer Gewalt, Studenten getötet: Vorbestrafter Neonazi zu acht Jahren Haft verurteilt, Verfassungsschutzbericht 2008: Politisch motivierte Kriminalität rechts steigtDas war 2008: Mehr als 1000 Gewalttaten, 350 Waffenfunde und mindestens zwei Todesopfer, Stichwort: Was ist eigentlich Rechtsextremismus?