Rund 25 Personen beim DVU-Wahlkampfauftakt im „Reich der Deutschen“

Mit einer Kundgebung hat die DVU in Brandenburg an der Havel am 12. Juli 2009 ihren Landtagswahlkampf begonnen. Trotz rechtsextremer „Prominenz“ blieben Interessierte und Sympathisanten fern.

Von Maik Baumgärtner für NPD-BLOG.INFO

„Was erzählt der da für einen Unsinn?“, fragte eine ältere Frau im Vorbeigehen, während ein Redner der Deutschen Volksunion (DVU) gegen „Multikulti“, „Systempolitiker“ und den „Zentralrat der Juden“ hetzte. Um das mobile Rednerpult und den zum Lautsprecherwagen umfunktionierten VW aus Hamburg verteilten sich rund 25 Menschen: Mitglieder und angekarrte Unterstützer der DVU.

DVU-Kungebung in Brandenburg, Foto: Maik Baumgärtner

Neben dem Bundesvorsitzenden Matthias Faust aus Hamburg, seinem Dessauer Stellvertreter Ingmar Knop und der DVU-Fraktionsvorsitzenden aus dem Potsdamer Landtag Liane Hesselbarth, war auch der bekannte Neonazi-Aktivist Christian Worch anwesend.

„Inneres Reich“ bringt Neu-Parchimer Worch zum Grinsen

Auf der Kundgebung in Blickweite des Neustädtischen Markts in Brandenburg an der Havel zeigten die Redner immer wieder ihr wahres Gesicht. So zum Beispiel Ingmar Knop, der in seiner Rede von einem „inneren Reich“ sprach, dass „im Gebilde eines Staates doch nur seine Verkörperung“ finde. Dann holte Knop noch weiter aus und forderte die „Idee des Reiches [zu] bewahren“, denn „dann wird das Reich der Deutschen durch uns weitergetragen, bis eine neue Zeit anbricht“.

Bei diesen Worten grinste Christian Worch, ein Vertreter des militanten Rechtsextremismus und in Zukunft als „Referent für Organisationsfragen“ im Landtagswahlkampf für die DVU tätig. Um seinen Gesinnungskameraden näher zu sein, zog er kürzlich von Hamburg ins mecklenburgische Parchim.

DVU meldet sich für „Turnier der Demokraten“ an

Während die DVU-Aktivisten ohne nennenswerten Erfolg versuchten ihre Propaganda an die Bevölkerung zu verteilten, feierten rund 100 Brandenburger auf dem Neustädtischen Markt bei lauter Musik ein „Beachvolleyball-Turnier der Demokraten“ um ein Zeichen für Toleranz und gegen Rechtsextremismus zu setzen.

Im Vorfeld hatte sich auch die DVU mit Erfolg für das Turnier angemeldet. Aufgrund einer Unachtsamkeit hatte die zuständige Mitarbeiterin des Stadtsportbundes der DVU die Teilnahme bestätigt. Diese zog die provokative Anmeldung dann aber zurück. Kurz vor 14:00 Uhr und damit noch vor Ablauf der angemeldeten Zeit packten die DVU-Anhänger schließlich zusammen und verließen den Platz.

Siehe auch: DVU tritt gegen die NPD zur Bundestagswahl an, NPD und DVU: (Deutschland)Pakt schlägt sich, Pakt verträgt sich, Die NPD nach dem Machtkampf: Angriff ist die beste Verteidigung