Ungarn: “Jobbik”-Bewegung marschiert in Budapest auf

In Ungarn haben erneut Rechtsextremisten auf dem Budapester Freiheitsplatz demonstriert. Nach einem Bericht des Standards ging die Veranstaltung ohne die befürchteten Zwischenfälle zu Ende. Rund 2000 Menschen hatten sich demnach versammelt, unter ihnen auch viele uniformierte Mitglieder der inzwischen gerichtlich verbotenen paramilitärischen Vereinigung „Ungarische Garde“. Zuvor hatten Antifaschisten auf dem Freiheitsplatz gegen die Garde demonstriert und Blumen am Denkmal für die gefallenen sowjetischen Soldaten niedergelegt.

Auf der Jobbik-Kundgebung erklärte deren Vorsitzender Gabor Vona den Angaben zufolge, die „Garde“ werde weiter als eine Volksbewegung tätig sein, die gerichtlich nicht verboten werden könnte. Laut Vona bereitet sich seine Jobbik auf „die Regierungsrolle vor“. Wenn die Partei bei den kommenden Parlamentswahlen den Einzug ins Parlament schaffe, dann würden ihre Abgeordneten auf der ersten Parlamentssitzung in der Garde-Uniform erscheinen. Nicht die „Ungarische Garde“ mit ihren schwarzen Uniformen würde „Ängste in der Bevölkerung schüren, sondern Zigeunerkriminelle, multinationale Firmen, die israelischen Aufkäufer und die Regierung“, behauptete Vona dem Standard zufolge.

Weiter heißt es in dem Bericht: „Viele der Teilnehmer der Demonstration hatten am Nachmittag an der Kundgebung auf dem Elisabeth-Platz teilgenommen, die von der rechtsextremen Jugendbewegung „64 Burgbezirke“ organisiert wurde und zu der laut Medienberichten 200 bis 300 Menschen eingetroffen waren. Hier wurde zur Solidarität mit einem der Führer der rechtsextremen Szene, György Budahazy, aufgerufen. Budahazy war Ende Juni wegen des Verdachts der Vorbereitung einer Terrorhandlung verhaftet worden.“

Hintergrundinformationen aus Ungarn

Weitere Informationen zur Situation in Ungarn gibt es auf der Seite Brimbog. Auf der Seite Nicht in meinem Namen kann man gegen die Abgeordneten der „Jobbik“ im EU-Parlament unterschreiben. Und hier noch ein Kommentar: Ungarn, die pervertierte Demokratie – Wer ist Schuld an „Jobbik“?

Siehe auch: “Ungarische Nationale Front” wirbt für ein weiteres paramilitärisches Lager, Rechtsextremismus in Europa – Was können Regierungen, Parteien und Akteure der Zivilgesellschaft tun?, Dossier: Rechtsaußenparteien in Europa, Dokumentation über Rechtsextremismus und Antisemitismus in Mittel-, Ost- und Südosteuropa, Publikation: Europa im Visier der Rechtsextremen, EU-Parlament: Nationalisten scheitern am eigenen Nationalismus, 60. Internationaler Menschenrechtstag: Sind “Volkstum und Kultur” die Grundlagen für die Würde des Menschen?, NPD-Außenpolitik: Die Achse Berlin-Moskau

3 thoughts on “Ungarn: “Jobbik”-Bewegung marschiert in Budapest auf

  1. Ehrlicherweise beschränkt sich der „Pester Lloyd“ nicht nur auf „Jobbik“, sondern weist gleichsam auf die wesentlichste Ursache hin: die große Enttäuschung über das Versagen der Regierungsparteien.

  2. Welch ein Schmarren, „Zuvor hatten Antifaschisten auf dem Freiheitsplatz gegen die Garde demonstriert und Blumen am Denkmal für die gefallenen sowjetischen Soldaten niedergelegt.“
    Das sind alles geistesschwache Altkommunisten und deren Abkömmlinge. Welch anderer Bürger Ungarns würde sich schon dafür „bedanken“, von der Sowjetarmee „befreit“ worden zu sein!
    Und, wer hatte denn schon Unruhen befürchtet? Natürlich die jetzt Regierenden. Dank der großartig duchgeführten Großdemo, und den versierten Ordnern von Jobbik, konnten diesmal keine Polizeispitzel und Unruhestifer tätig werden! Und auch die Polizeiführung ließ keine Droiden gegen friedliche Bürger vorgehen, hielt sich diesmal sogar sehr im Hintergrund. Das heißt: ohne Polizeihetze gibt es auch keine Unruhen und Gewalt,
    Stefan

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