NPD-Aufmarsch in Stolberg / Militante Nazi-Szene in Dortmund

Nordrhein-Westfalen liegt bei der Zahl der rechten Straftaten stets in der Spitzengruppe – kein Wunder, angesichts der Einwohnerzahl von rund 16 Millionen. Allerdings sind Neonazis in dem Bundesland auch besonders aktiv, „Freie Kameradschaften“ arbeiten teilweise eng mit der NPD zusammen und geben im Spektrum der „Autonomen Nationalisten“ bundesweit mit den Kurs vor. Mehrere rechtsradikale und rassistische Parteien konkurrieren um Stimmen, Sitze und öffentliche Gelder.

Dortmunder Neonazi-Szene unter der Lupe

Besonders Neonazis aus Dortmund machten in den vergangenen Monaten und Jahren immer wieder von sich Reden. Beispielsweise im Zusammenhang mit einem Angriff auf Antifaschisten auf einer Autobahnraststätte in Thüringen nach einem Neonazi-Aufmarsch in Dresden. Oder am 01. Mai 2009, als eine große Gruppe Neonazis eine Kundgebung des DGB angriff. Die antifaschistische Zeitung Lotta berichtet in ihrer jüngsten Ausgabe ausführlich und sehr hintergründig über die Neonazi-Szene in Dortmund, über alte Haudegen, gewandelte Strukturen sowie neue Führungspersonen. Besonders interessant ist dieser Artikel auch, da im September in Dortmund bereits der nächste große Neonazi-Aufmarsch auf dem Programm steht. Immerhin sei in der Stadt die neonazistische Szene nach dem diesjährigen 1. Mai zumindest zu einem Thema geworden, dem sich Politik und Öffentlichkeit nicht länger verschließen könnten, bilanziert die Lotta.

In diesem Zusammenhang auch interessant: Ein Hintergrundbericht zum Rechtsstreit zwischen der Lotta und den Landesamt für Verfassungsschutz in NRW. Dem Verfassungsschutz wurde in einem vorläufigen Rechtsschutzverfahren untersagt, die LOTTA in seinem Jahresbericht 2008 zu nennen.

Erneut Neonazi-Aufmarsch in Stolberg

Auch in Stolberg bei Aachen waren Neonazis in den vergangenen Monaten äußerst aktiv. Hintergrund ist ein angeblicher  Märtyrer des „Nationalen Widerstands“. Mehrere Male marschierten Hunderte Neonazis auf – zu „Trauermärschen“, bei denen es allerdings reichlich martialisch zur Sache ging. Nun ruft namens der NPD-Fraktion im Stadtrat ihr Vorsitzender Willibert Kunkel zu einer Versammlung auf für den 08. August 2009 in der Innenstadt von Stolberg.

Nach Informationen der Aachener Zeitung steht die geplante Kampagne diesmal allerdings im Zusammenhang mit dem Wahlkampf und soll „Arbeit und Lehrstellen“ thematisieren. Erwartet würden durch die Veranstalter etwa 120 Teilnehmer.

Siehe auch: “Trauermarsch”: “Nazis auf die Fresse hauen”, NRW: Neonazis missbrauchen weiter Gedenken an getöteten Jugendlichen, NRW: “Hört auf, über unseren Sohn zu lügen!”, NRW: Wie NPD und Neonazis eine tödliche Messerstecherei instrumentalisieren, NRW: 30 Neonazis greifen Antifa-Demo an – NPD-Funktionäre dabei