NDR-Kameramann verletzt: Urteil gegen vorbestraften NPD-Funktionär bestätigt

Der NPD-Funktionär Andreas Theißen bleibt weiter wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Nötigung verurteilt. Das Landgericht Schwerin bestätigte nach einem Bericht der Norddeutschen Neuesten Nachrichten das Urteil des Amtsgerichts vom April 2008 und wies somit die Berufung des 36-jährigen Neonazis zurück. Theißen, Vorsitzender des NPD-Kreisverbandes Westmecklenburg und Wahlkreismitarbeiter von NPD-Landtagsfraktionschef Udo Pastörs, hatte Berufung eingelegt, doch die Kleine Strafkammer kam nach zweitägiger Verhandlung zu dem gleichen Ergebnis wie die erste Instanz rund ein Jahr zuvor. Theißen hat dem Urteil zufolge am Abend der Landtagswahl 2006 einen Kameramann des NDR abgedrängt und ihn dabei verletzt.

Er habe damit, so die Vorsitzende Richterin den NNN zufolge, unliebsame Bilder von NPD-Anhängern verhindern wollen. Weil der Kameramann seine Arbeit verrichtete, schlug ihm der Angeklagte den Richtern zufolge die Kamera gegen den Kopf, packte ihn von hinten an den Oberarmen und schob ihn gewaltsam die etwa 20 Meter lange Auffahrt hinunter. Ein Teil dieser Auseinandersetzung war von einem anderen Team gefilmt und gestern erneut im Gerichtssaal gezeigt worden. Der NDR-Kameramann trug blaue Flecken an den Armen und eine blutende Lippe davon.

„Dummes Zeug“

Theißen hatte dem Bericht zufolge ausgesagt, er habe nur für Sicherheit, Ordnung und Deeskalation sorgen wollen. Das Kamera-Licht habe die NPD-Ordner geblendet und sie in ihrer Konzentration gestört. „Das ist dummes Zeug“, befand die Richterin. Die fünf Zeugen aus den Reihen der NPD hätten fünf verschiedene Versionen des Geschehens geschildert. Am Ende fand das Gericht vor allem die Angaben des NDR-Teams glaubhaft. Im Übrigen blende das Kopflicht der Kamera nicht, das habe ein Test im Gericht gezeigt.

Theißen, Familienvater und gelernter Zimmermann, ist wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz vorbestraft. In jungen Jahren hatte er über „erhebliche Mengen“ explosiver Stoffe verfügt. Das Urteil aus dem Jahr 1999 wurde laut NNN vor Gericht verlesen.

Siehe auch: Angriff auf NDR-Kameramann – NPD-Funktionär verurteilt, MVP: Prozess gegen NPD-Funktionär verschoben

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