CDU-Gemeindevertreter stimmt offenbar für NPD-Kandidaten

Offensichtlich mit Hilfe aus der CDU-Fraktion haben sich die beiden Vertreter der neonazistischen NPD im neuen Heringsdorfer Gemeindeparlament einen Sitz im Ausschuss für Tourismus, Verkehr und Ordnung sichern können. Wie der Nordkurier berichtet, seien bei der Abstimmung über die Besetzung dieses Gremiums in geheimer Wahl drei Stimmen für den Vorschlag der Neonazis abgegeben worden, während die Kandidatenliste der Zählgemeinschaft CDU/Usedomer Ring statt der sechs möglichen nur fünf Stimmen erhalten habe.

Die CDU, die mit dem Usedomer Ring eine Zählgemeinschaft bilde, könne demnach ebenso wie die neue Fraktion HBU aus Handwerker- und Gewerbeverein, Bündnis für die Kaiserbäder und UWG (sechs von sechs möglichen Stimmen) sowie der Zählgemeinschaft aus der Bürgerinitiative für eine unverbaute Außenküste, der Linken und dem Abgeordneten Joachim Richter (sechs von sechs möglichen Stimmen) je zwei Vertreter in den Ausschuss entsenden, die NPD einen.

Er habe mit den Vertretern der NPD kein Gespräch geführt und auch die dritte NPD-Stimme für den Tourismusausschuss komme nicht von ihm selbst, betonte CDU-Fraktionschef Joachim Saupe gegenüber dem Blatt. „Es war sicher einer von uns, aber es war eine geheime Wahl, und ich weiß nicht wer“, räumte Saupe ein.

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