DVU arbeitet künftig mit der FPÖ zusammen – und der NPD

Während NPD und DVU bei der Landtagswahl in Brandenburg gegeneinander antreten werden und die Parteispitzen sich gegenseitig mit Vorwürfen überziehen, wirkt sich der Streit auf kommunaler Ebene teilweise deutlich weniger stark aus. Zwar zerbrach in Dortmund eine Fraktion bestehend aus NPD und DVU, doch in Hessen vereinbarten die Parteien eine Zusammenarbeit in Hinblick auf die Kommunalwahlen im Jahr 2011. Der hessische NPD-Landesvorstand habe die Übereinkunft zwischen DVU und NPD auf seiner Sitzung vom 5. Juli einstimmig und ausdrücklich gebilligt, heißt es auf den Seiten der DVU dazu.

Auch der saarländische NPD-Landesvorsitzende Frank Franz appellierte in einem Podcast an die Führung der Parteien, „die Chance auf eine gemeinsame Rechte nicht zu verpassen“. Franz gilt als ambitionierter Funktionär – und engagiert sich schon länger im Umfeld des DVU-Bundespressesprechers Andreas Molau, beispielsweise durch seine Beiträge auf der Seite „gesamtrechts“.

Junge Rechte will mit dem RFJ kooperieren

Zudem gründete die DVU wie angekündigt eine eigene Jugendorganisation, die „Junge Rechte“. Damit will die Partei eine aktive Basis ins Leben rufen; bislang galt die DVU überwiegend als Phantompartei oder Lese-Zirkel der Produkte aus dem Hause Gerhard Frey. Wie viele Teilnehmer an dem Gründungstreffen dabei waren, lässt sich aber nicht aus den Angaben der DVU herauslesen, es seien „viele“ junge Mitglieder gewesen, so die wenig präzise Angabe. Auf einem beigefügten Bild sind fünf Personen zu sehen.

Weiter schreibt die DVU: „Zu Beginn wurde auch zur Überraschung einiger Teilnehmer verkündet, dass eine Zusammenarbeit mit dem “Ring der freiheitlichen Jugend” (RFJ), der Jugendorganisation der FPÖ, aufgenommen und noch im Herbst ein Delegationstreffen stattfinden wird.“

Ex-Reps und Ex-NPDler

Zum Vorsitzenden wurde den Angaben zufolge Tony Fiedler aus Maintal gewählt. Zu seinen Stellvertretern wurden Michael W. aus Leipzig und der Stadtverordnete Marcel Guse aus Potsdam gewählt. Die weiteren Vorstandsmitglieder sind demnach: M. Augustin (Schriftführer), Sabrina Kuhlmey (Kassenwärtin) und als Beisitzer Tommy Frenck (Kreistagsabgeordneter aus Thüringen), Gerald Branghofer, Rene Höving, David Klar und Michael Harlaß.

Marcel Guse, DVU

Marcel Guse (Quelle: News4Press)

Alle Mitglieder des neuen Bundesvorstand seien jünger als 30 Jahre. Der Aufbau der Strukturen werde „nun voller Tatendrang aufgenommen und man hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt“. Des Weiteren sei ein Logo-Wettbewerb gestartet worden. Innerhalb von zwei Monaten könne jeder (!!!) sich daran beteiligen und einen Entwurf (in einem gängigen Datenformat) an folgende „E-Post-Adresse“ schicken: logo@junge-rechte.de Der Preis für den Gewinner beträgt den Angaben zufolge 100€.

Fiedler ist im Frühjahr 2009 als Bundesvorstandsmitglied der Republikaner zu der DVU übergetreten, auch W. war zuvor bei den Reps. Tommy Frenck hatte im März 2009 ein „Kameradschaftstreffen“ mit Ex-NPD-Chef Deckert veranstaltet. Zuvor war er Hildburghausener NPD-Kreisvorsitzender. Das Antifa Recherche Team Thüringen schrieb zu Frenck, Thüringen- bzw. bundesweit habe er „keine große Bedeutung bzw. nur wenig Einfluss auf die neonazistische Szene. Durch diverse „Ausrutscher“ hält Frenck in Thüringen eher die Rolle des exzentrischen Außenseiters inne, dem die führenden Köpfe der NPD und der „Freien Kräfte“ möglicherweise mit Recht nicht allzu viel zutrauen.“

Inwieweit sich diese „Junge Rechte“ künftig von der NPD-Jugendorganisation JN abgrenzen wird oder mit ihr kooperieren möchte, lässt sich schwer abschätzen. Doch die Zusammensetzung des Bundesvorstands der „Jungen Rechte“ könnte gewisse Vorbehalte bei den JN erwecken.

Siehe auch: NPD und DVU: (Deutschland)Pakt schlägt sich, Pakt verträgt sich, NRW: Rechtsextremisten machen in den Kommunalparlamenten Kasse

2 thoughts on “DVU arbeitet künftig mit der FPÖ zusammen – und der NPD

  1. So so, da arbeitet die FPÖ Jugend nun (in)offiziell mit der DVU zusammen. Das ist natürlich gerade in Hinblick auf Pro Köln (NRW/etc) interessant, da diese sich ja sonst so gerne mit der ach so demokratischen FPÖ als „sister in crime“ brüsten.

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