Neonazi Fischer zu drei Monate Haft verurteilt

Der Neonazi Matthias Fischer muss wegen Volksverhetzung drei Monate ins Gefängnis. Fischer war in den vergangenen Jahren oftmals als Organisator von Neonazi-Aufmärschen in Gräfenberg aufgetreten. Beim Frankentag in Weißenohe im Jahr 2008 hatte Fischer ausgehungerte KZ-Häftlinge als „Weight-Watcher-Werbung“ bezeichnet. Er selbst wolle die Äußerung, von der Polizei auf Video festgehalten, auf einen ihm bekannten, besonders schlanken Gegendemonstranten gemünzt haben, berichten die Nordbayerischen Nachrichten.

Diese Geschichte wollte der Richter demnach jedoch nicht glauben. Wenn man den Zusammenhang, die Rede im Volltext auf Video sehe, könnten mit „Weight-Watcher-Werbung“ nur die NS-Opfer gemeint gewesen sein. Deren Leiden habe Fischer aufs „tiefste verhöhnt und verächtlich gemacht“, so der Richter den NN zufolge. Die Beleidigung sei „zutiefst ekelhaft, die unterste Schublade dessen, was man sich vorstellen könne“, so Spintler in der Urteilsbegründung. Die Version Fischers sei eine reine Schutzbehauptung. Fischer ist bereits mehrfach vorbestraft und steht seit Jahren unter doppelter Bewährung. Spintler übernahm laut NN im Strafmaß daher den Antrag der Anklage auf drei Monate ohne Bewährung.

Fischer war Ende 2008 nach einem internen Streit aus der NPD ausgetreten. Zuvor war er als bayerischer Landeschef der neonazistischen „Jungen Nationaldemokraten“, der Jugendorganisation der NPD, aktiv.

Siehe auch: Kult um Kriegsverbrecher Heß: Neonazis Bordin und Fischer zu Geldstrafen verurteilt, Neonazis marschieren erneut in Gräfenberg auf, Bayern: JN-Landeschef Fischer aus der NPD ausgetreten