10 thoughts on “Proteste gegen “KdF-Museum” in Wolfsburg / NPD-Anhänger attackieren Fotografen

  1. Was ich nicht ganz verstehe, ist, weshalb man sich mit den heutigen technischen Möglichkeiten, Leuten, von denen man bereits im Vorfeld weiß, daß sie gwaltbereit sind und zudem nicht aufgenommen werden wollen, dennoch unbedingt bis auf einen Abstand von nicht einmal einem Meter nähern muß.

    Die Polizei hatte doch nicht ohne Grund auf einem gewissen Abstand bestanden. Aber nein, manche wissen es eben wieder einmal besser.

    Es wäre zweifellos zynisch, einfach zu sagen „Wer sich bewußt in Gefahr begibt, kommt darin um.“ Und dennoch war da auf der Jagd nach dem vermeintlich besten Aufnahme sehr viel Leichtsinn dabei.

  2. Wie kann man, wenn man den Film sieht, auf die Idee kommen, dass sich die Journalisten einen Meter angenähert hätten? Die Nazis sind doch angelaufen gekommen.
    Außerdem finde ich die Argumentation fatal: Wenn man sich in der Nähe latent gewaltbereiter Personen aufhält, dann ist man eben selbst schuld, wenn man verletzt wird. Die Nazis hätten dann ja mit ihrer Gewalt ihr Ziel erreicht: missliebige Berichte zu verhindern, weil niemand mehr in ihre Nähe kommt.

  3. Was das Video zeigt, das ist, daß während einer Straßenüberquerung Leute, die offensichtlich die Teilnehmer des Zuges aufnehmen wollen, ungefähr auf der Mitte der Straße zur Seite gedrängt und geschlagen werden.

    Gleichzeitig sieht man aber auch, daß der von der Polizei vorher angemahnte Sicherheitsabstand auf keinen Fall eingehalten wurde.

    Nochmal: Das rechtfertigt nicht im mindestens irgendeiner Form der Gewalt. Aber dennoch muß man sich auch fragen, ob man um jeden Preis der Welt wegen einiger spektakulärer Fotos die Anweisungen der Polizei ignorieren muß. Den ganzen Ablauf hätte man jedenfalls auch ausreichend dokumentieren können, ohne sich in eine solche Gefahr zu bringen.

  4. @3 (e.s.):

    da sie von technischen möglichkeiten sprechen, die es heutzutage ermöglichen sollten, einen größeren abstand zu halten, beziehe ich ihre aussage auf das verhalten der journalisten. die haben ihre arbeit gemacht. dazu gehört, verhalten zu dokumentieren, das in einem demokratischen rechtsstaat nicht geduldet werden kann. journalisten zu bedrohen und sie gewalttätig anzugreifen ist so ein verhalten. wie im film zu sehen, überqueren die sich vermummenden jungen leute die straße nicht nur einfach, sondern gehen zügig und aggressiv zielgerichtet auf die journalisten zu, bedrohen und beleidigen sie, rempeln einzelne an und werden handgreiflich.

    selbstverständlich ist ihre bemerkung über den tod in der gefahr zynisch. schlimmer noch: sie ist ganz im sinne der bedrohungsstrategie der neofaschisten gegenüber journalisten. „wer über uns berichtet, muss damit rechnen, angegriffen zu werden“. der film illustriert ganz plastisch die auffassung, dass wer sich denen in den weg stellte, mit gewalt zu rechnen habe. so wollen sie verstanden werden, das ist das gewünschte signal. zwar entlarvt die gewalt die presse als angstgegner der neofaschisten, trotzdem ist sie verwerflich und letzlich nicht ungefährlich für die demokratie.

    angesichts dieser strategie davon zu sprechen, dass „man in der gefahr umkomme“, finde ich mehr als bedenklich. je länger ich über den satz nachdenke, desto weniger fallen mir redliche deutungen für ihn ein.

    wie haben sie das gemeint? wollen sie mit der bedrohung kokettieren?

    .~.

  5. @ DTD

    Es ist doch eigentlich schon alles gesagt worden.

    Wenn man nach den vorliegenden Berichten geht, wußte man doch bereits im Vorfeld, daß sich unter den Leuten in diesem „Sturm“ viele wegen Körpervereltzung und anderer Deleikte Vorbestrafte handelte.

    Wenn man dies weiß und zudem die aufgeputschte Stimmung am Rande einer solchen Veranstaltung kennt, wäre es meiner Meinung nach schon sinnvoll gewesen, den Anweisungen der Polizei zu folgen, einen größeren Sicherheitsabstand einzuhalten. Ebenso würde ich mich als Journalist auch nicht in eine vergleichbare Schrittnähe begeben, wenn ich die 1. Mai-Krawalle in Kreuzberg filme. Und selbst zu Prinz Ernst August von Hannover würde ich aufgrund des Wissens über seine Aggressivität gegenüber Journalisten einen etwas größeren Abstand halten.

    Aus diesen Gründen und aufgrund der Tatsache, daß es heutzutage längst möglich ist, auch von einer etwas größeren Entfernung gute Aufnahmen zu machen, bin ich zu dem obigen Ergebnis gekommen. An dem ich aus meiner Sicht auch nichts zu korrigieren habe.

    Daß die Ausübung von jeglicher Gewalt dennoch selbstverständlich eine Straftat darstellt und unakzeptabel ist – wozu muß ich das wiederholen?

  6. ich wollte nur verstehen, ob sie wirklich der meinung sind, dass man als journalist vor der bedrohungsstrategie der neonazis kapitulieren soll, anstatt ihren zentralen politischen inhalt zu dokumentieren: die gewalt gegen andersdenkende.

    konsequent zuende gedacht ist es von da aus zu no-go-areas nicht weit.

    .~.

Comments are closed.