Brandenburg: NPD-Veranstaltungszentrum stillgelegt

Die NPD hat mit Immobilien in Brandenburg wenig Erfolg. Das Gut Johannesberg in Rauen ist verloren, nun müssen die Neonazis einem Bericht des Tagesspiegel zufolge auch das Refugium in einem früheren Stasikomplex in Biesenthal (Kreis Barnim) weitgehend abschreiben. Nach Informationen des Tagesspiegels hat die Kreisverwaltung im Juni ein bauordnungsrechtliches Nutzungsverbot für ein zentrales Gebäude auf dem Areal ausgesprochen. Damit sind größere Veranstaltungen in dem Plattenbau nicht mehr möglich. Hier traten dem Bericht zufolge bereits Neonazi-Bands auf, außerdem schulte die NPD Mitglieder, die in der Kommunalpolitik mitmischen oder als Kandidaten bei Wahlen antreten. NPD-Mitglieder und andere Neonazis, darunter Mitglieder einer Kameradschaft, hätten sich zweimal pro Monat auf dem Areal getroffen, berichteten Sicherheitsexperten dem Tagesspiegel weiter.

„Das Gebäude ist für die NPD aus bauordnungsrechtlicher Sicht wertlos“, sagte Vize-Landrat Carsten Bockhardt (CDU) dem Blatt. Im ehemaligen Flüchtlingsheim hätten Konzerte und Schulungen baurechtlich überhaupt nicht stattfinden dürfen. Das Nutzungsverbot „trifft die NPD hart“, hieß es laut Tagesspiegel in Sicherheitskreisen. Parteifunktionäre suchten in Brandenburg bereits ein neues Quartier.

Mehrere Rechtsrock-Konzerte

Der Tagesspiegel berichtet weiter, 2008 seien Neonazis auf dem verwahrlosten und versteckt liegenden Gelände am Rande von Biesenthal eingerückt. Das Areal gehöre einer Immobilienfirma, die NPD könne das Gelände über eine verknäuelte Mietkonstruktion nutzen. Am 13. Juni hätte wieder ein Konzert rechtsextremer Bands stattfinden sollen, doch es wurde durch das Nutzungsverbot der Kreisverwaltung verhindert, schreibt das Blatt. Zuvor waren demnach am 1. Mai vor etwa 200 Rechtsextremisten Bands wie „Tätervolk“ und „Exzess“ aus Mecklenburg-Vorpommern in Biesenthal aufgetreten. Die Gruppe „Tätervolk“ sei auch für den 13. Juni angesagt gewesen. Im März hatte die Polizei ein Konzert unterbunden. Die Ex-NPD-Funktionärin Gesine Hennrich müsse sich zudem vor dem Amtsgericht Bernau verantworten, der Vorwurf der Staatsanwaltschaft laute Verstoß gegen das Jugendschutzgesetz. Hennrich soll in Biesenthal über eine Musikanlage sechs indizierte, rechtsextreme Lieder abgespielt haben, im Beisein Minderjähriger.

Siehe auch: NPD muss Gut Rauen räumen, Brandenburg: Widerstand gegen NPD-Schulungszentrum, Brandenburg: Molau muss NPD-”Landschulheim” räumen, Brandenburg: NPD pachtet Schulungszentrum

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4 thoughts on “Brandenburg: NPD-Veranstaltungszentrum stillgelegt

  1. Herr „Weikersheim Schönbohm“ und die zukünftige Partei „Die Rechte“

    Das Vorgehen gegen die Neonazis ist hoffentlich kein Anzeichen für eine „überzogene politische Korrektheit“..?

    Zu einer offenbar abzulehnenden „politischen Korrektheit“, lehnt sich nämlich wieder Herr Schönbohm aus dem Fenster, und ich bin der Meinung, dass dieses „Thema“ durchaus hierher gehört. – Der folgende Artikel ist schon sehr interessant.

    http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0704/brandenburg/0024/index.html

    Da schwadroniert der Noch-Innenminister von Brandenburg über „die Tugendwächter“ (die er aber nicht Näher benennen möchte), und legt somit seine augenscheinlich eigene masochistische Ader frei … denn auch er ist Tugendwächter, und sollte es, gerade als Innenminister und angesichts einiger „Untugenden“ in Brandenburg, durchaus seien.

    Schönbohm hat über Jahre die NS-Aufmärsche in Halbe nicht verhindert. – Er, und seine „Fachkommission“, sahen, Zitat: „…keine juristischen Möglichkeiten“, die Auftritte des SS-Mann Schweiger (sowie der gesamten bundesdeutschen NS-Bagage) zu verhindern. Daraufhin trat ihm (dem Innenminister) offenbar Jemand „in den Arsch“ … und es gibt keine Aufmärsche mehr in Halbe.

    Zwischenzeitlich (zwischen den Aufmärschen und den „Arschtritten“) tingelte der alte Bundeswehr-Barde stets nach „Weikersheim“, einer CDU-nahen „Denkschmiede“, wo „Schmiede“ wie Ex-General Günzel (inzwischen gerngesehener Gast auf SS-Veteranen-Treffen) und Ex-Anwalt Mahler referierten. Bei einem der letzten Treffen in „Weikersheim“, kündigte Schönbohm bereits DAS an, was nun Salonfähig gemacht werden soll: Der Kampf gegen die politische Korrektheit. – Doch WAS ist in den Augen Schönbohms jene politische Korrektheit, die da vorgeblich den „deutschen Freigeist“ knebele und zu überwinden sei? – Vielleicht zeigen die vorgeblichen „Opfer“ der politischen Korrektheit (durch Schönbohm benannt) auf, wohin die eigentliche Fahrt des CDU-Rechtsaußen gehen soll…

    Die von Schönbohm in „Weikersheim“ benannten „Opfer“ der politischen Korrektheit seien u.A. Herr Jenninger gewesen – wir erinnern uns an seine Rede im Bundestag, und an seinen berechtigten „Abgang“. – Dieser (Jenninger) könne, Zitat: „Ein Lied davon singen“, so Schönbohm.

    Die Autorin des Artikels bringt einen wunderbaren Satz – und mit diesem (zumindest meiner Ansicht nach, denn es bleibt ja dem Auge des Betrachters vorbehalten) auf den Punkt:

    „(…) Zunächst als Berliner Innensenator, ab 1999 als CDU-Chef und Innenminister in Brandenburg hat er einschlägige Erfahrungen gesammelt mit Verstößen gegen die politische Korrektheit. (…)“

    Nun will Er also vorgehen, gegen die politische Korrektheit, und wie aus dem Nichts – und im Kontext seiner „Weikersheim‘ schen Episteln“ (die bekanntlich äußerst Dankbar durch die NPD aufgenommen wurden
    htxxp://npd-muldentalkreis.de/Aktuelles/Allgemeines/Schoenbohm-Rede-in-Weikersheim.html ) -, kommen dem Herrn Innenminister die „wunderbaren“ Assoziationen zu einer Partei, die sich „Die Rechte“ nennen könnte, die zu gründen aber Niemand auf die Idee käme…

    Na ich weiß‘ nicht so recht: Es soll ja kotzende Pferde geben… lol 😉

    p.s. Herrn Schönbohm als DAS zu benennen, was er angesichts der Faktenlagen und Einbindungen durchaus seien könnte, verbietet mir leider die „politische Korrektheit“, denn nach „öffentlicher Lesweise“ bleiben „Typen“ wie er eben lediglich „Konservative“…

    Und draußen ist Deutschland!

  2. Sorry, ich zitierte Schönbohm falsch, er sagte:

    „(…)
    Die Empörungsmaschinerie ist mittlerweile gut geölt. Günther Oettinger, Eva Herman oder Ralph Giordano können ein Lied davon singen. Von Steffen Heitmann, Rocco Buttiglione oder von Philipp Jenninger möchte ich gar nicht sprechen. (…)“.

    Schönbohm wolle von Jenninger gar nicht erst sprechen.

    Günther Oettinger: „Ich mische mich nicht in den Historikerstreit (!) um Herrn Filbinger ein..!“

    Nochmals sorry :)

  3. Apropos:

    hxxp://npd-muldentalkreis.de/Aktuelles/Sachsen/Auf-zum-Sommerfest-des-NPD-Landesverbandes-Sachsen.html

    Die Anfragen im Vorfeld der Veranstaltung, u.A. zu HKL („Hauptkampflinie“) und an die zuständigen Stellen, haben „keine Sau“ interessiert…

    http://nip.systemli.org/Article547.html

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