Studie über Zahl der Muslime in Deutschland nicht seriös?

Die von der Islamkonferenz vorgestellte neue Studie des „Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge“ über Zahl der Muslime in Deutschland ist nach Ansicht von Kritikern nicht seriös. Der Studie zufolge leben in Deutschland rund 4,3 Millionen Muslime – was in Rassisten-Kreisen als vermeintlicher Beweis für die angebliche „Überfremdung“ instrumentalisiert wurde. Dass in der Studie – wie schon in anderen Untersuchungen zuvor – eine positive Bilanz der Integration gezogen wurde, verschweigen die Rassisten geflissentlich.

Doch es gibt eben Zweifel an der Zahl der Muslime. So meint Klaus Blees vom Kompetenzzentrum Islamismus der „Aktion 3.Welt Saar“: „Die Daten, die einen deutlich höheren Anteil von Muslimen an der Bevölkerung in Deutschland nahe legen, als bisher angenommen, sind empirisch nicht haltbar. Was schon für die bisher unterstellten Zahlen galt, trifft auch auf die aktuellen zu: Sie schließen Menschen aus muslimischen Herkunftsfamilien ein, die mit dem Islam gebrochen haben.“ Dies wiege umso schwerer, als der von den Auftraggebern der Studie mehrheitlich vertretene orthodoxe Islam auf dem Prinzip der Zwangszugehörigkeit beruht und ein Verlassen der Religion nicht kennt. „Im Widerspruch zu den eigenen Behauptungen räumen die Autoren der Studie sogar selber ein, dass Teile der als Muslime Mitgezählten nicht gläubig sind“, so Blees.

„Da die Deutsche Islamkonferenz als Auftraggeberin der neuen Studie von konservativen bis fundamentalistischen Islamverbänden dominiert wird, wundern mich die Ergebnisse allerdings nicht. Sie tragen die Handschrift einer ideologisch motivierten Gefälligkeitsarbeit“, lautet das Fazit von Blees.

Blees ist unter anderem Mitautor der Publikation „Mit Islamismus gegen die Aufklärung

Siehe auch: Was bleibt vom Medienhype um (pro) Köln?, Veranstalter der Holocaust-Konferenz fordern Verbot der Anti-Islam-Konferenz, Analyse: Extreme Rechte & Islam