Wahl”kampf”: NPD-Anhänger wegen Attacke auf Rep-Funktionär verurteilt

Ein NPD-Wahlhelfer ist wegen eines Angriffs auf den Landeschef der Republikaner zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Wie die Augsburger Allgemeine berichtete, sei der 38-Jährige vor dem Aichacher Amtsgericht wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Haftstrafe von zehn Monaten, ausgesetzt zur Bewährung, und 160 Sozialstunden, verurteilt worden.

Der Angeklagte soll demnach mit einem Parteifreund NPD-Plakate auf einen privaten Laternenmast am Parkplatz vor der Firma des Rep-Landeschefes, Johann Gärtner, in Kissing geklebt haben. Der Republikaner (58) stieß demnach hinzu und stellte das Duo zur Rede. Bei einem lautstarken Streit sollen wüste Beleidigungen gefallen sein, heißt es. Er sei als „alte Judensau“ tituliert worden, sagte Gärtner dem Bericht zufolge im Zeugenstand aus. Weil er aber nicht zuordnen konnte, wer von den beiden Plakatierern das sagte, wurde dieser Anklagepunkt den Angaben zufolge eingestellt.

NPD-Wahlhelfer hatte bereits zehn Vorstrafen

Anders bei der gefährlichen Körperverletzung: Hier glaubte Amtsrichterin Nadine Grimm, was Gärtner schilderte, berichtet die AA: Demzufolge habe er einen Platzverweis ausgesprochen und gedroht, die Polizei zu verständigen. Daraufhin habe der Angeklagte mit der zwei Meter langen Aluleiter absichtlich zugeschlagen. Er habe noch den Kopf gedreht und sei auf der Schulter getroffen worden. Folge: Ein schwerer Bluterguss und weitere Beschwerden, die er auf den Schlag zurückführt. Eine Version, die sowohl Gärtners Ehefrau, aber auch die 86-jährige Schwiegermutter als Zeuginnen des Vorfalls vor Gericht bestätigten.

Der Beschuldigte, Hartz-IV-Empfänger und Ein-Euro-Jobber in der Stadt Augsburg und mit zehn teils einschlägigen Vorstrafen belastet, wies die Vorwürfe dem Bericht zufolge zurück. Wenn überhaupt, dann habe er den Republikaner bei einer ruckartigen Drehung „versehentlich“ mit der Leiter verletzt. Sein Mitplakatierer und angeblich Ex-NPDler ging im Zeugenstand sogar zunächst noch weiter: „Ich kann das alles definitiv ausschließen.“ Keine Beleidigung, kein Schlag – dann müsse also einer der Beteiligten lügen, folgerte Richterin Grimm. Sie erinnerte den 25-Jährigen dem Bericht zufolge an die Folgen einer Falschaussage. Was den Zeugen dazu bewog, sich „nicht mehr genau erinnern zu können“.

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