“Deutschlandpakt”: Molau stellt(e) Bündnis offen in Frage

Die NPD hat jüngst den Deutschlandpakt mit der DVU offen in Frage gestellt. Parteichef Udo Voigt warf der Volksunion insbesondere vor, nicht genug für einen Erfolg bei der Europawahl getan zu haben. Die DVU befindet sich somit weiter in der Defensive, von DVU-Pressesprecher Andreas Molau hört man kaum noch etwas, seine Vodcasts bei „gresamtrechts.tk“ gibt es nicht mehr, dafür spricht dort nun der NPD-Funktionär Frank Franz regelmäßig zum virtuellen Volk. Franz will offenbar den Zusammenschluss von NPD und DVU vorantreiben.

Vor einigen Monaten sah die Lage noch etwas anders aus. Im Jahr 2008 war Molau nämlich noch Pressesprecher der NPD-Fraktion in Mecklenburg-Vorpommern – und stellte selbst den „Deutschlandpakt“ offen in Frage. Denn damals hatte Molau noch Ambitionen auf den NPD-Chefsessel und sagte auf Anfrage des Autoren, es gebe Druck von der Basis, bei der Landtagswahl in Thüringen „nicht zurückzustecken“. Laut Absprache in dem rechtsextremen Bündnis sollte die DVU bei der Landtagswahl 2009 eigentlich antreten. Molau stellte zudem in Frage, ob Parteichef Udo Voigt beim Bundesparteitag der NPD überhaupt noch im Amt sein werde. Die Debatte über den Vorsitz nannte er normal, schließlich „sind wir nicht die DVU“, bei der es ein „Abonnement“ auf den Vorsitz gebe.

Nun ist Molau aber DVU und versucht gemeinsam mit Matthias Faust und Patrik Brinkman die verstaubte DVU zu relaunchen und als „Die Neue Rechte“ zu verkaufen. Bislang mit wenig Erfolg:

DVU-Chef Matthias Faust reagierte nicht auf eine Anfrage des Autoren, wie es mit dem “Deutschlandpakt” weitergehen solle. DVU-Pressesprecher Molau beendete unterdessen seine Podcast-Serie auf der Seite “gesamtrechts.tk”, die angeblich so gar nichts mit der DVU zu tun haben soll. Der angebliche DVU-Mäzen Patrik Brinkman ist indes damit beschäftigt, die strategische Ausrichtung der DVU zu korrigieren, er will auf Islamfeindlichkeit setzen, während auf der DVU-Seite ein Artikel zu lesen war, in dem der iranische Präsident Ahmadinedschad abgefeiert wurde.

Bei der Europawahl holte die DVU gerade einmal 0,4 Prozent der Stimmen. Ob Molau den „Deutschlandpakt“ noch immer in Frage stellt, ist unbekannt, aber wahrscheinlich, da die DVU möglicherweise bald kannibalisiert werden könnte.

Siehe auch: DVU 2.0 zwischen Selbstreflexion und Bescheidenheit – oder: die Internet-Blase ist geplatzt, NPD-Chef Voigt kündigt Ende des “Deutschlandpakts” mit der DVU an