“Very Important Nazi” – NPD freut sich über VIP-Tickets von Dynamo Dresden

Die NPD freut sich über einen weiteren Schritt, zumindest in Sachsen die politische Isolation zu durchbrechen. In einer Pressemitteilung heißt es:

„Kurz vor der Landtagswahl 2004 startete die Stadt Dresden eine große Anti-NPD-Initiative, an der sich auch der Fußballverein Dynamo Dresden beteiligte. Alle damaligen Spieler mußten eine Liste unterschreiben, in der sie sich gegen „rechts“ positionieren. Wie vergänglich solche antirechten Bekenntnisrituale sind, zeigt sich ziemlich genau fünf Jahre später.

Dieser Tage erreichte den NPD-Verlag Deutsche Stimme in Riesa ein freundliches Schreiben von Dynamo-Geschäftsführer Stefan Bohne. In dem an Verlagschef Jens Pühse adressierten Schreiben werden der Deutschen Stimme für die Saison 2009/2010 VIP-Karten angeboten. Der Besuch des neuen Stadions wird in warmen Worten empfohlen: „In diesem exklusiven Ambiente können Sie die einzigartige Atmosphäre des Stadions genießen und zugleich neue Geschäftskontakte knüpfen.“

Jens Pühse überlegt nun, diese Kontaktchancen für den Deutsche Stimme Verlag tatsächlich zu nutzen. Das Beispiel Dynamo zeigt: Sobald man mit den Rechten Geld verdienen kann, wird der groteske Kampf gegen Rechts ad acta gelegt und Normalität im Umgang mit der NPD gepflegt.“

Tatsächlich wird in dem Brief Jens Pühse persönlich angeschrieben, er ist unterzeichnet von Stefan Bohne (Hauptgeschäftsführer DD), Ruud Kaiser (Trainer) und Lars Tubbesing (Abt. DD Sport Five Gmbh). Entweder wird sich Dynamo mit einem Versehen aus dieser Sache herausreden – oder in Sachsen werden die NPD sowie der Neonazi Jens Pühse weithin akzeptiert. Wahrscheinlich beides.

Siehe auch: Die neue NPD-Spitze: eine saubere Mannschaft, Millionen-Geschäft Rechtsrock: Bundesweite Razzia in Wohnungen und Läden, Erneut Razzia bei DS-Verlag, NPD-Außenpolitik: Die Achse Berlin-Moskau, “Deutsche Stimme”: Bunte Verpackung für braunen Inhalt, BGH hebt Freispruch gegen NPD-Funktionär Pühse auf

9 thoughts on ““Very Important Nazi” – NPD freut sich über VIP-Tickets von Dynamo Dresden

  1. Soweit ich weiß,ist die NPD eine in Deutschland anerkannte demokratische Partei.Ob man dies nun will oder nicht.Solange dies so ist,sollte man diese Partei auch behandeln wie jede andere,alles andere wäre genau das,was die anderen Partein der NPD immer vorwerfen,nämlich undemokratisch.

  2. das angebot wurde umgehend zurückgezogen! denn dabei handelte es sich um eine versandaktion an 18.000 firmen in ganz sachsen, die aus einer vorliegenden adressatenbank rausgezogen wurden. da hat irgendeine praktikantin dran gesessen und nicht jede der adressen exakt geprüft. also kein grund wind zu machen.

  3. Ein Hinweis: Die bundesweit agierende Marketingagentur „Sportfive“ kümmert sich beim Fussballverein Dynamo Dresden um das Marketing. Um VIP-Logen zu bewerben, wurden 18.000 Adressen eingekauft und automatisiert Werbebriefe an diese verschickt. Unter den Adressen waren u.a. explizit keine Parteien.
    Nun wurde aber offenbar auch ein Brief an das Unternehmen „Deutsche Stimme Verlagsgesellschaft mbH“ geschickt. Werbebriefe bekommt der Verlag „Deutsche Stimme“ mit Sicherheit öfter, mit Sicherheit auch von anderen Fussballvereinen, die automatisiert werben. ABER: bei Dynamo Dresden wurde es nur deshalb öffentlich, eben weil sich der Verein in der Vergangenheit gegen Rechts engagiert hat und eben weil das die NPD ärgert. Nur deshalb hat die NPD dieses Angebot wiederum öffentlich gemacht. Daraus nun zu folgern, dass die „NPD in Sachsen wahrscheinlich weithin akzeptiert“ werde, finde ich sehr vorschnell.
    Erfreulicherweise hat der Verein sich auch schnell eindeutig dazu positioniert: das Angebot wurde zurückgezogen, eine Fehlerursachenfindung beauftragt (der externe Vermarkter muss dazu mit Sicherheit seine Adresseinkaufspolitik ändern) und vor allem ein eindeutiges Statement veröffentlicht: „Auch wenn wir als Verein unpolitisch sind, haben wir ein ganz klares Bekenntnis gegen Rechts.“

  4. Die Pressemitteilung in der ich das gelesen habe, schafft es bisher noch nicht auf die Offizielle Homepage des Vereins. Schade.

  5. Ich bin ja mal gespannt, ob die NPD jetzt auch wieder heult von „Linksfaschisten“, die durch ihre Hetze gegen den Verein und „nationale Bürger“ die „Meinungsdiktatur“ durchsetzen. Oder so ähnlich. Man hat ja seine Textbausteine, die man zu jedem Thema neu zusammensetzt :-)

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