Vor 10 Jahren: “Sachsens NPD überschreitet den Zenit”

Einige Kommentatoren und Beobachter haben die NPD bereits für fast erledigt erklärt, da sie immense interne Probleme hat. Zudem wenden sich einige Neonazi-Gruppen von ihr ab. Doch die Erfolge bei den Kommunalwahlen zeigen: Die NPD verfügt in einigen Regionen über eine solide Stammwählerschaft und eine aktive Basis. Und Scharmützel mit anderen rechtsradikalen Parteien gehören zur organisierten Rechten seit dem Ende des 2. Weltkriegs – mindestens. So berichtete im Jahr 1999 die Frankfurter Rundschau beispielsweise:

Rechtsextreme Gruppen hatten in Sachsen im vergangenen Jahr erheblichen Zulauf. Laut Verfassungsschutzbericht 1998, den Innenminister Klaus Hardraht (CDU) am Freitag in Dresden vorstellte, gibt es in Sachsen 3000 Rechtsextremisten, 450 mehr als im Vorjahr. Die NPD ist die stärkste Rechtspartei mit 1400 Mitgliedern. Sie nahm 1998 etwa 500 neue Mitglieder auf. Die NPD überschritt nach Ansicht von Verfassungsschutzpräsident Eckhardt Dietrich in ihrer Hochburg Sachsen aber zugleich den Zenit. Nach der Bundestagswahl, bei der die NPD nur 1,2 Prozent erreichte, hatten sich viele Neonazis und Skinheads von der Partei abgewandt. Sachsen als NPD-Hochburg zu bezeichnen treffe zwar immer noch zu, sagte Dietrich, „aber es gibt Ausfransungen“. Die NPD achte nach den Krawallen bei der Maifeier in Leipzig im vergangenen Jahr darauf, vor den Landtagswahlen im kommenden September nicht mit Gewalttätern in Erscheinung zu treten. Sie habe Neonazis und Skins nicht unter Kontrolle, sagte Dietrich. In Sachsen seien deshalb keine Großveranstaltungen geplant. Viele „Glatzen“, die zuvor bedenkenlos von der Partei aufgenommen worden seien, hätten sich enttäuscht abgewandt. Es gebe Anzeichen dafür, das die Zahl der NPD- Mitglieder jetzt sogar rückläufig sei.

Siehe auch: Analyse: Sächsische, deutsche und andere Irrwege, Erledigt sich die NPD selbst?, Landtagswahl in Sachsen: Die NPD auf dem Weg zur etablierten Partei?

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