NPD-Landeschef meldet Neonazi-Aufmarsch in Hannover an

Zum zweiten Mal in diesem Jahr haben Neonazis aus Niedersachsen die Landeshauptstadt Hannover als Aufmarschort ihrer braunen Gesinnungsgenossen ausgesucht: Für den 12. September hat der NPD-Landesvorsitzende aus Buxtehude, Adolf Dammann, eine Demonstration mit bis zu 300 Teilnehmern in Hannover angemeldet.

Von Stefan Schölermann

Bei Hannovers Polizei hat diese Anmeldung große Besorgnis ausgelöst, wie Polizeipressesprecher Stefan Wittke sagte. Der 1939 geborene Dammann war erst vor wenigen Wochen zum NPD-Landesvorsitzenden gewählt worden und steht für einen besonders radikalen Kurs der rechtsextremistischen Partei. Er selbst bezeichnet sich als „Meinungsverbrecher“. Gerhard Bücker vom Landespräventionsrat Niederachsen nennt Dammann einen verbalen Brandstifter, der seine Gesinnung mit dem „Kleid des Biedermannes“ tarnt.

Dammann unterhält enge Kontakte zu führenden Vertretern der als besonders brutal geltenden Kameradschaftsszene. Anders als der Anmelder der polizeilich verbotenen Demo am 1. Mai in Hannover, Dennis Bührig, ist Adolf Dammann allerdings nicht vorbestraft. Dies dürfte die Aussichten für ein Verbot der Demonstration in der heißen Phase des Bundestagswahlkampfes nicht gerade verbessern. Hannovers Polizeipräsident Uwe Binias kündigte an, die Anmeldung sehr sorgfältig prüfen zu lassen.

Siehe auch: Weitere Radikalisierung: Dammann neuer NPD-Chef in Niedersachsen, Linksfraktion fordert Verbot der “Kameradschaft 73 Celle”, Neonazi-Aufmarsch in Hannover bleibt verboten, Niedersachsen: Rechtsextreme orientieren sich neu