NPD-Jugendorganisation “Junge Nationaldemokraten” als neue HDJ?

In Baden-Württemberg haben die neonazistischen Jungen Nationaldemokraten nach eigenen Angaben vom 30. Mai bis 01. Juni 2009 ein Pfingstlager durchgeführt – „abseits von Konsum und Umerziehung“. Der Inhalt des Berichts sowie die Bilder (Kleidung, Fahnenappell, Fackelmarsch) auf den Seiten der NPD-Jugendorganisation erinnern an die Zeltlager der „Heimattreuen Deutschen Jugend“, die im März 2009 verboten wurde. In dem JN-Bericht heißt es:

Die Jungs und Mädel trafen gegen 9:00 Uhr ein.  Nach einer kurzen Einweisung und der Gruppeneinteilung wurden die „Dackelgaragen“ aus Zeltbahnen aufgeschlagen. Anschließend wurden die Küche samt Essensbereich sowie ein recht professioneller „Donnerbalken“ hergerichtet. Schon nach kurzer Zeit hatten wir einen schönen und ordentlichen Lagerplatz mitten im idyllischen Wald.

Gegen 12:00 Uhr war es dann auch schon Zeit für eine Mahlzeit. Pellkartoffeln mit Quark hatten die Mädel köstlich zubereitet und stärkten uns für den weiteren Verlauf des Tages. […]

Am Nachmittag wurde gemeinsam Sport getrieben. Nachdem sich die Kameraden gemeinsam mit Liegestützen und Dehnübungen aufgewärmt hatten, kamen wir zur eigentlichen Sache: Da nicht nur der brave BRD-Bürger Opfer der immer stärker um sich greifenden Ausländerkriminalität, besonders in Großstädten, wird, standen Lektionen in Selbstverteidigung auf dem Plan. Man erlernte sich effektiv gegen einen Angriff zur Wehr zu setzen und im Ernstfall den Gegner am Boden zu fixieren. […]

Der Nachmittag neigte sich allmählich dem Ende und wurde mit ein wenig Formaldienst beendet. Dieser verbessert das Erscheinungsbild der Gruppe, stärkt die Moral und das Pflichtgefühl und schweißt die Kameraden zu einer wahren Gemeinschaft zusammen.

Nach der Teestunde stand der Vortrag eines Kameraden über die verlorenen Gebiete des deutschen Reiches nach dem Versailler Diktat von 1919 und der Potsdamer Konferenz von 1945 auf dem Plan.

Es folgte das Abendessen und die Gemeinschaft ließ den Tag gemütlich am Lagerfeuer bei einer Liederrunde ausklingen. Nach und nach legten sich alle Kameraden deutlich erschöpft von dem inhaltsreichen Tag bei klarem Sternenhimmel in ihre Zelte und genossen den erholsamen Schlaf.

Sonntag

Punkt sieben Uhr wurden die Kameraden geweckt und man zog sich rasch die Sportsachen an um den Schlaf aus den Körpern zu treiben. Etwas laufen, ein paar Dehnübungen und schnell frisch machen zum gemeinsamen Frühstück. Anschließend ging es zum allmorgendlichen Apell – der Morgenfeier. Während dieser lauschten die Kameraden einem kurzen Vortrag über Südtirols Freiheitskampf.

Direkt danach standen für Jungs und Mädel Holzarbeiten an. Es wurden verschiedene Hindernisse errichtet, um diese anschließend mit Gepäck auf einem Parcours zu bewältigen. Erschöpft freute man sich auf das Mittagessen.

Im Anschluß daran spielten Kameraden ein kleines Theaterstück vor, welches das Thema Vorbereitung auf Notzeiten behandelte. In diesem wurde der Unterschied zwischen einem sorglosen und kurzsichtigen BRD-Jugendlichen und einem vorausschauenden Nationalisten verdeutlicht. Während ersterer den Anzeichen einer Krise keine Bedeutung schenkt und in ihr zu verzweifeln droht, ist letzterer gefasst und hat sich durch Eigenschulung bzw. Bevorratung und Ausrüstung mit den nötigsten Gegenständen insoweit vorbereitet, damit er handlungsfähig bleibt und genau weiß wie er zu verfahren hat. […]

Alles in allem waren es wieder unglaublich motivierende Tage im Zeichen der Gemeinschaft und des Zusammenhalts. Man lernte neue Kameraden kennen und konnte sich auf den verschiedensten Gebieten weiterbilden. Der kameradschaftliche Umgang von Führung und Gefolgschaft trug dazu bei, daß man sich im Kreise Gleichgesinnter wohlfühlte und die gemeinsame Zeit effektiv nutzen konnte. Keiner wird diese Tage so schnell vergessen und wir freuen uns jetzt schon auf das nächste Lager!

Siehe auch: Braune Kulturwelt, Anfrage zu HDJ-Razzien: Konnten die Neonazis Vereinsgelder verstecken?, Die HDJ, die NPD und die “Kinder vom Bahnhof Zoo”

7 thoughts on “NPD-Jugendorganisation “Junge Nationaldemokraten” als neue HDJ?

  1. Nur ne kurze Anmerkung:

    Ich nutze den NPD.Blog nun seit einiger Zeit um mal schnell zu schauen ob etwas, naja wichtiges im Bereich Neofaschismus geschehen ist. Das einmal zu Einleitung und unterschwelligen Erklärung das Ich keinesweg konträr zum NPD Blog oder des gewählten Themengebietes stehe.

    Allerdings zum JN – HDJ Artikel. Dieser Artikel ist irgendwie Ausdruck dessen was in den letzten Motaten fast ausschließlich auf dem Blog geschehen ist. Beobachter finden bei euch, dir fast ausnahmslos „Kurzgeschichten“, und der Wortteil „geschichten“ ist dabei noch übertrieben. Längere Geschichten drehen sich manchmal um den sprichwörtlichen „Sack Reis“ an dem vorher ein kahlrasierter junger Mann vorbeigeschlendert ist..oder wurden von anderen Medien (BnR, etc.) übernommen.

    Bei der „HDJ-JN“ Meldung wurde selbst die bereits jetzt schon kurzatmige Meldungsserie noch unterboten. Die Meldung wirkt mehr als konstruiert, auch wenn dies sicherlich nicht beabsichtigt war. Ich würde sogar davon ausgehen das mit der Meldung lediglich auf das Vorgehen der JN Ba-Wü hingewiesen werden sollte. Allerdings handelt es sich bei dem Text letztendlich um nichts anderes als Medienhascherei, Aufmerksamkeitsvorgehen, da vermieden wird zu erklären was bedeutet das, was war die HDJ, was gibt es für Verbindungen JN-HDJ.

    Wenn ihr euch mit der HDJ beschäftigt hättet… wäre bekannt das die Gruppierung nicht verboten wurde weil sie Zeltlager gemacht hat. Die HDJ war vom Kern auch streng nationalsozialistisch aufgebaut, verbreitete zielgerichtet an Kleinkinder u.a. rassistische, antisemitische Ideologie. Das machen andere Organisationen auch, klar…dies will Ich nicht in Abrede stellen. Allerdings hat die HDJ systematisch Kleinkinder indoktrieniert und sich selbst als „Kampforganisation“ verstanden. Dazu kommt das die HDJ ein Knotenpunkt der alten Untergrundstrukturen war. Um dies genau zu erklären müsstet ihr wieder beim BHJ anfangen, über den DKEG klettern die NF, FAP, vorher die HIAG und die WJ nicht vergessen etc.

    Was damit gesagt werden soll. Die JN ist nicht das was die HDJ darstellte. Allerdings ist sie derzeit die legale Auffangplattform der nun verbotenen HDJ. Ich kenne andere Berichte (auf anderen I-Netseiten, Zeitungen etc. welche bereits über die Verbindungen der HDJ zur JN berichtet haben. ) Ich frage mich wieso ihr jetzt das Vorgehen wählt mit dem JN-Zeltlager eine „mediale Bombe“ zu zimmern. Ich stehe immer wieder mal im Kontakt mit Journalisten die über das Thema berichten. Mein Stand jetzt sagt das die HDJ ganz andere Strukturen nutzt, (temporär natürlich auch die JN) bereits jede Menge Zeltlager abgehalten hat (nach dem Verbot) und das einige der Zeltlager …der neuen, bereits dokumentiert wurden. Deswegen drängt sich mir die Frage auf warum nun mit dem nun erschienen Artikel in eine ganz andere Richtung argumentiert wurde.

    Manchmal schleicht sich mir als außenstehender der Verdacht auf das es nicht primär um Aufklärung geht…sondern vielmehr um „Standing“ im Mediendschungel. Es ist gut wenn die Aufmerksamkeit erzeugt wird, versteht das nicht falsch..aber damit macht man zumeist mehr kaputt als aufgebaut wird..da „dieses Thema“ nur noch oberflächlich betrachtet wird… und ihr einen enormen Beitrag leistet das es „Mainstreaming-Media“ wird..also ein Themenfeld was niemanden mehr interessiert und wo genau wie bei anderen Themen keine investigative Arbeit mehr geleistet wird.

    Aber nun Kern meines Kommentars oder vielmehr dem was Ich euch eigentlich sagen wollte:

    Ändert euer Vorgehen bei der Artikelschwemme. Diese Kurzmeldungen ohne Erklärung, deren Aufbau mit „Bildzeitungs-Überschriften“ subjektiver Emotionen hervorrufen sollen sind nicht förderlich im Kampf gegen Neofaschismus und latente Menschenfeindlichkeit.

    es grüßt

    ein Leser

    Hallo,
    danke für das Feedback. Es wäre hilfreich, wenn Du einige Beispiele für Deine Beobachtung anführen könntest. Besonders in den vergangenen Monaten gab es nämlich durchaus längere Geschichten, auch von sehr qualifizierten Gastautoren. Die Berichterstattung zu Südniedersachsen war beispielsweise sehr kleinteilig. Zu jedem Artikel werden zahlreiche Links zu weiteren Informationen geboten. Von daher kann ich diese Kritik nur bedingt nachvollziehen. Denn anfangs bestand NPD-BLOG.INFO ausschließlich aus Meldungen aus anderen Medien, dies wurde dann erweitert.

    Es liegt aber offenbar ein grundlegendes Missverständnis bezüglich der Konzeption des Blogs vor: NPD-BLOG.INFO hat sicherlich nicht die Aufgabe, komplexe Geschichte zu recherchieren. Das Projekt war als eine öffentliche Recherchedatenbank gedacht, in der vorliegende Informationen gebündelt werden. Aus den einzelnen Versatzstücken lassen sich dann leichter komplexe Geschichten zusammensetzen bzw. belegen. Das funktioniert gut, das sagen mir viele Kollegen.

    Weiterhin scheins Du (und andere) diese Seite in ihrer Wirkung deutlich zu überschätzen. Eine Meldung bei NPD-BLOG.INFO ist sicherlich keine „mediale Bombe“, besonders nicht die hier angesprochene, die mehr ein Testballon denn eine Bombe ist. „Standing“ im Mediendschungel? Da wird es wirklich etwas schwierig. Artikelschwemme, die nicht förderlich ist? Ich weiß nicht, dass kann ich so nur schwer verstehen. Zu wenig Berichterstattung ist schlecht, zu viel jetzt auch? Ich denke es ist durchaus wichtig, Leser für einzelne Aspekte zu interessieren. Hintergründiger Berichterstattung muss die Aspekte dann vertiefen. Ich kann da keine Konkurrenz erkennen, sondern eine Ergänzung des Angebots.

    Gruß
    Patrick Gensing

  2. @Kommentator: Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, wie sich die beiden Organisationen unterscheiden sollen. Alle von Dir angesprochenen „Unterschiede“ erscheinen im Auszug als Gemeinsamkeiten. (Indoktrination von Kindern, Revisionismus, paramilitärisches Training in Anfangszügen,…)

  3. Nach langer Zeit mal wieder 😉

    Da Ich heute morgen meinen freien Tag genieße, kam Ich endlich mal dazu ein wenig zu stöbern und wie es der Zufall will, finde Ich diesen alten Beitrag. Deine Antwort lieber Patrick hatte Ich damals gar nicht wahrgenommen, bzw. registriert.

    Aber Ich würde gerne darauf eingehen was Ich damit meinte. Ich habe meinen Kommentar eben nochmal überflogen und festgestellt das einige Punkte sehr undeutlich formuliert waren. Was Ich mit dem Begriff Medienschwemme meine:

    Erscheint es nur mir so oder kann nicht von einem zunehmend populistischen Umgang mit Rechtsextremisten, Neonazisten gesprochen werden?(welche Begrifflichkeit man zur Beschreibung dieses Themenkomplexes nun einmal wählen möchte). Mein eigenes praktisch orientiertes antifaschistisches Engagement blühte irgendwann einmal in den 90ern. Meine Arbeit beschränkte sich fast ausschließlich auf Hintergrundrecherchen zu diesem Thema. Das „langweilige“ Auswerten von Nazipublikationen und die jahrelange Beobachtung von Knotenpunkten im Dschungel der organisierten Alt- und Neonaziszene. Das vorweg um vielleicht zu erklären das Ich einen anderen Blickwinkel bei der Betrachtung der „Szene“ habe mag.

    Doch zurück zu der Populismusthese: Nazis waren für mich, und auch mein politisches Umfeld nie ein Medienthema. Mit Bauchschmerzen verfolge Ich so manche Schlagzeilenwelle die über das Land rollt. Ich kann auch sagen warum: Dadurch das wir Nazis auf die bloße Erscheinung, auf das Level eines Gewaltthemas reduzieren, erweisen wir uns einen Bärendienst. Die Medien berichten darüber wenn Udo Voigt hustet, oder auch darüber wenn Frank Schwerdt gegen eine Laterne läuft oder wie nun aktuell ein Ermittlungsverfahren am Hacken hat. Das mag einerseits schön und gut sein, Ich will das auch gar nicht „grundsätzlich“ kritisieren, ABER was mich stört ist das wir bei der Auseinandersetzung mit Nazis nur noch die Waffe der „null-Acht-Fünfzehn“ Berichterstattung wählen. Meldungen werden bis zu erbrechen wiedergekäut, und wir verlieren etwas wichtiges aus dem Auge. Mit wem oder was haben wir es hier eigentlich zu tun.

    Wie sind deren Strukturen aufgebaut, welche Hintergrundfiguren bestimmen die politische Entwicklung der „Szene“. Mich interessiert nicht ob Jürgen Rieger mal wieder die gesamte Medienlandschaft zum Narren hält und eine weitere „Hotelnummer“ abzieht, mich interessiert wer sind seine Finanziers. Welche Alt-Nazis von der Costa-Blanca, aus Argentinien und den Kanarischen Inseln finanzieren ihn. Investigative Recherche sucht man leider zusehends vergebens.

    Bei der Kommunikation mit meinen Mitmenschen fällt mir immer wieder auf wie „informiert“ doch alle sind. Also inzwischen kennt sogar meine Nachbarin den Jürgen Rieger. Aber wenn man nachfragt stellt man fest, sie wissen eigentlich nichts. Es ist das gleiche Prinzip das auch im sonstigen Mediendschungel angewendet wird. Überinformation, Konsumhaltung von News. Frage Dich doch mal selbst. Sage mir bitte die Reihenfolge aller Beiträge (und Inhalt) die in der Tagesschau vom Montag vorkamen (heute haben wir Freitag). Und? Hast du es versucht? Selbst Du solltest ins Straucheln kommen, Obwohl Du da ja eigentlich mitarbeitest. Das meinte ich mit Medienschwemme. Eine Überinformation an unnützen Nebeninformationen, und eine gleichzeitige Ausblendung von Hintergründen. Und das viele Medienkollegen das gut finden, aus kurzgeschichten, komplexere zusammenzubauen :) das kann Ich gut verstehen. Meine Freude darüber hält sich allerdings in Grenzen. da die komplexen Geschichten zumeist auf dem gleichen Niveau sind wie die Kurzgeschichten. Verstehe das nicht falsch. Ich will NPD-Blog da inzwischen zu Teilen ausklammern. Ich finde die Arbeit die ihr macht lobenswert und ..sie entwickelt sich weiter.

    Weißt Du was Ich hasse? (Ich dutze dich mal weiterhin ungeniert). Ich hasse es, morgens mit meiner pritsche auf die Baustelle zu fahren, und Kollegen mit der Bildzeitung in der Hand über den Platz schlendern zu sehen. Das schreibe Ich jetzt noch nichtmal aus einer enttäuschten Seele eines Autonomen, sondern das schreibe Ich weil ich die Bildzeitung als solches verachte. So wie die Bildzeitung Nachrichten verarbeitet und verbreitet führt es dazu das die Leute auf ein Minimum an eigener Kopfleistung zurückgeschraubt werden. Lauter komprimierte Einzelinfos die irgendwann evtl. ein komplexes Bild ergeben. Aber weitaus mehr dazu beitragen das wir als wachsame Menschen komplett abstumpfen. Und der Verweis mit der Bildzeitung, ist es, der vielleicht meine These mit der Medienschwemme am besten zusammenfasst.

    Ich will nicht nur meckern. Ja, mit großer Freude habe ich die Berichterstattung über Südniedersachsen verfolgt. Das ist kein plakativer Journalismus. Dort hat sich ein Mensch in die Materie eingearbeitet und die Beiträge [die Ich sogar archiviert habe :) ] sprechen für eine Verschiebung der Qualität. Aber du hast womöglich ebenfalls damit recht, das Ich die Aufgabe des NPD-Blog falsch eingeschätzt habe. Allerdings liegt das wohl auch darin begründet das Ich eine womöglich veraltete Sichtweise bei der Auseinandersetzung mit dem Thema an den Tag lege. Und in meinen Schubladen im Kopf wühle sobald Ich eine Seite finde die über das Thema berichtet.

    So Ich hoffe ich konnte mich nun etwas verständlicher ausdrücken. Noch weiterhin viel Kraft für euer Projekt.

  4. Hallo Schau,

    das Duzen ist vollkommen in Ordnung. Ich kann deine Kritik nun tatsächlich besser nachvollziehen, teile diese auch – und weise sie in Sachen NPD-BLOG weiterhin größtenteils zurück (du hast das ja auch eingeschränkt).

    Um bei dem Beispiel Kai Budler und Südniedersachsen zu bleiben: In diese Richtung muss es gehen, vollkommen richtig. Ich kann mit meiner Arbeitsweise solche Recherchen zurzeit nicht leisten. Das mag man bewerten wie man will, es ist so. An einem anderen Thema arbeite ich gerade sehr viel intensiver – und das bringt mir auch mehr Freude. Aber als Nachrichtenredakteur, der ich hauptberuflich bin, bleibe ich zumeist an der Oberfläche. Und das NPD-BLOG lebt davon, wie viel Zeit ich dafür – ohne Bezahlung – frei machen kann.

    Aber wegen der Oberflächlichkeit der Nachrichten habe ich ja das NPD-BLOG „erfunden“. Damit es eben tiefer geht, soweit die Umstände das zulassen. Und Kai Budler nutzt diese Plattform, um seine Recherchen zu präsentieren. Das ist super – auch für ihn, da sich neue Kontakte ergeben. Und so kommen neue Autoren hinzu, die die Reichweite dieser Seite auch nutzen wollen. Eine – Achtung, fürchterlicher Ausdruck: Win-Win-Situation.

    Aber auch ohne solche Glanzlichter wie Südniedersachsen ergibt das Konzept für mich Sinn. Viele Kollegen und Leute, die sich beruflich und privat mit dem Thema beschäftigen, bestätigen mir, dass die Seite sehr gut geeignet ist, einen Überblick zu bekommen. Viel mehr nicht, das räume ich sofort ein. Aber fast immer noch mehr, als in den meisten Zeitungen.

    Zudem wird es demnächst eine neue Linkliste geben – dort sollen Projekte beworben werden, die weiter in die Tiefe gehen. Das sehe ich auch nicht als Konkurrenz, sondern als weiterführende Informationen.

    Was die Medienschwemme angeht: Sehe ich ähnlich, aber genau deshalb ist es auch wichtig, ein Instrument zu bieten, mit dem Kollegen schnell weitere Informationen zu einzelnen Personen oder Gruppen finden können. Dennoch glaube ich auch, dass die Berichterstattung deutlich besser ist als vor einigen Jahren. Denn vom Ignorieren und Verharmlosen sind wir schon weggekommen. Nun geht es darum, die Aufmerksamkeit auf die Ideologie, Rassismus in der berühmten „Mitte der Gesellschaft“ sowie Ursachen zu lenken.

    Grüße
    Patrick

    PS: Was den Artikel mit der JN angeht: Ich räume ein, dass nicht alle Artikel eine dicke Recherche hinter sich haben. Ich nenne das „Testballon“, habe ich schon des Öfteren gemacht. Manchmal kommt was bei rum, manchmal nicht. Denn es gibt immer mal wieder interessante Reaktionen.

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