Kommentar: Judiths Vermächtnis

„Eines der erschütterndsten Werke in der Literatur zu den Verbrechen der Nationalsozialisten hat im Jahre 2002 der Holocaust-Überlebende Walter Zwi Bacharach herausgegeben. Die Sammlung von rund 150 Abschiedsbriefen, geschrieben von Opfern oft unmittelbar vor ihrer Ermordung, trägt den Titel „Dies sind meine letzten Worte“.

Sie ist ein Dokument der Verzweiflung, weil sie das historische Faktum des millionenfachen Mordes an den europäischen Juden mit dem Schicksal Einzelner verknüpft – und so aus Zahlen Gesichter macht. Wer das Buch gelesen hat, muss nicht fragen, warum es für Demokraten keine Zusammenarbeit mit den geistigen Erben der Täter von damals geben kann.

Eine solche hat der Oberbürgermeister von Weißwasser dieser Tage auch einem gerade in den Stadtrat gewählten Vertreter der NPD angeboten, obwohl er sich von dessen Partei zugleich ausdrücklich distanzierte. Die Formulierung hat er inzwischen zurückgenommen – den Eindruck, er habe aus der Geschichte etwas gelernt oder auch nur die Tragweite des Problems erkannt, vermittelt er der Öffentlichkeit allerdings bis heute nicht“, meint Tim Albert in einem lesenswerten Kommentar. Hier der ganze Text in der Lausitzer Rundschau.

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