17-Jährigen stundenlang gequält: Hohe Haftstrafen für Neonazis

Die Täter hatten ihr 17-jähriges Opfer stundenlang gefoltert – „aus purer Lust am Quälen“, wie die Sächsische Zeitung schreibt. Halb nackt und mit schweren Verletzungen hatten sie ihr Opfer im vergangenen April in einem Abbruchhaus in Frankenberg in Sachsen ausgesetzt. Die Köpfe kahl geschoren, die T-Shirts mit eindeutigen Symbolen: Wie schon zum Prozessauftakt im März zeigten Nico G. (20) und Michael S. (21) dem Bericht zufolge öffentlich ihre Neonazi-Gesinnung.

Reglos aber blass nahmen sie demnach das Urteil auf: 7 Jahre und 2 Monate für Nico G., sein Komplize muss für 4 Jahre und 10 Monate hinter Gitter – unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und Nötigung. „Sie haben ihr Opfer stundenlang erniedrigt, gequält und in Todesangst versetzt. Das ist nahe an der Schuld des versuchten Totschlags“, begründete Richter Kay-Uwe Sander das Urteil und legte nach: „Die Geschichte zeigt uns, wohin es führt, wenn Menschenwürde nichts mehr zählt.“

Nachtrag: Fehler in der Überschrift korrigiert!

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