Amazon beendet Partnerprogramm mit der NPD

Amazon hat nach Informationen von NPD-BLOG.INFO die Zusammenarbeit mit der neonazistischen NPD beendet. Ein Sprecher teilte auf Anfrage mit, dass Amazon die am Vortag angekündigte Überprüfung der „Netztagebuch-Website“ abgeschlossen habe. Amazon habe sich entschieden, „dass die Website nicht den Teilnahmenbedingungen unseres Partnerprogramms entspricht“. Das Unternehmen habe den Websitebetreibern, es handelt sich dabei um NPDler aus Brandenburg, über die Entscheidung informiert; die Partnerlinks würden in den nächsten Tagen entfernt. Noch sind die Amazon-Links auf der Seite der NPD zu sehen.

Provisionen für die NPD

Das Unternehmen war zuvor in die Schlagzeilen geraten, da es die NPD in sein sogenanntes Partnerprogramm aufgenommen hatte. Die klamme NPD konnte so Provisionen für verkaufte Bücher kassieren. Politiker forderten, die Kooperation aufzukündigen. NPD-BLOG.INFO hatte ebenfalls das Partnerprogramm von der Seite genommen.

Die seltsame Geschäftsbeziehung von NPD und Amazon hatte nach Medienberichten der Brandenburger Verfassungsschutz entdeckt. „Amazon nennt das Werbekostenerstattung“, heißt es auf der Webseite der Verfassungsschützer, „andere könnten das eine wirtschaftliche Partnerschaft mit verfassungsfeindlichen Extremisten nennen“. Auch der Berliner Verfassungsschutz hält die Partnerschaft zwischen Amazon und der NPD laut Handelsblatt für „absolut problematisch“. Härtere Worte noch sind in allen demokratischen Parteien zu hören – bis hin zur Drohung mit einem Aufruf zum Boykott von Amazon.

Amazon selbst reagiert auf eine Anfrage des Tagesspiegels so: „Wir prüfen derzeit die Einhaltung der Teilnahmebedingungen unseres Partnerprogramms durch die Website und werden nach Abschluss der Prüfung adäquate Maßnahmen treffen“. Im Mai hatte die Firma demnach dem Brandenburger Verfassungsschutz mitgeteilt, sollte „ein offizielles Verbot“ zu den im „Nationalen Netztagebuch“ beworbenen Artikeln „oder zu der Seite selbst geschehen, werden wir diese selbstverständlich umgehend aus dem Angebot beziehungsweise aus dem Partnerprogramm entfernen“. Auch am Kundentelefon sah man kein Problem, berichtete das Handelsblatt. Auf Nachfrage hieß es dort demnach: „Es gibt eine Nachfrage dafür, die wollen wir befriedigen.“

Aggressive Hetze

Bei dem NPD-Netztagebuch handelt es sich um ein Projekt aus Brandenburg, welches schon mehrmals durch aggressive Hetze, beispielsweise gegen Juden oder politische Gegner, aufgefallen war.

Weiterhin rechtsextreme Angebote

Ob Amazon auch rechtsextreme und revisionistische Bücher aus seinem Angebot nimmt, bleibt allerdings offen. So sind bei Amazon Produkte aus dem Deutsche Stimme Verlag weiterhin abrufbar. So bietet Amazon beispielsweise den „Funkenflug: Handbuch für Patrioten und nationale Aktivisten (Taschenbuch)“ an. Zu diesem Punkt hat sich das Unternehmen noch nicht geäußert.

Siehe auch: NPD-BLOG.INFO ab sofort ohne Amazon

Weitere Informationen über das „NPD-Netztagebuch“: Deutscher Sprache, schwerer Sprache, Antisemitische Hetze im NPD-Netztagebuch, Rechtsextremisten träumen von der “Sonderbehandlung”, Neonazis und Internet: NPD bloggt im ‘Netztagebuch’ 

27 thoughts on “Amazon beendet Partnerprogramm mit der NPD

  1. Obigen Kommentar kann ich bestätigen, Partner werden bei Partnerprogrammen (auch bei Amazon) zumeist automatisch aufgenommen.

    Wichtig war aber, daß (leider erst nach öffentlichem Druck auf dieses amerikanische Unternehmen) der Partner entfernt wurde, auch im Hinblick auf die anderen (seriösen) Partner, solche Fälle sind bei Partnerprogrammen (gottseidank) eine Ausnahme.

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