“Die Neue Rechte” DVU feiert – mit NPD, Rennicke und “Sturmwehr”

In Straubing wollen am 06. Juni 2009 NPD und DVU ihr „Sommerfest“ feiern. Als Redner sind Ralf Ollert und Sascha Roßmüller von der NPD sowie der Chef der sich neuerdings neurechts gebenden DVU, Matthias Faust, angekündigt. Die Volksunion bezeichnet sich neuerdings als „Die Neue Rechte“, weniger neurechts klingt allerdings das musikalische Programm; der 57,5-prozentige Bundespräsident“ Frank Rennicke sowie die Rechtsrock-Band „Sturmwehr“ sollen spielen. Nicht sonderlich „neurechts“, so wie es die DVU gerne verkaufen möchte. 

Die Band „Sturmwehr“ betrieb ein weiteres Projekt, unter dem sehr eindeutigen Namen „Sturm 18“. In einem Neonazi-Konzertbericht zu „Sturmwehr“ hieß es im Jahr 2008:

STURMWEHR rockte dermaßen, das sogar ich, als nüchterner Geselle, zu tanzen begann. Einfach nur abartig Geil – mehr kann ich dazu nich sagen. Achja – Sturm 18 Lieder wurden auch gespielt !

Und bei Wikipedia heißt es zu der Band:

Sturmwehr ist eine Rechtsrock-Band aus Gelsenkirchen, welche zwischen 1993/94 von Jens Brucherseifer und Rony Krämer gegründet wurde. Informationen, wonach sich die Band 2003 auflöste, sind falsch, da 2005 das neueste Werk Nationale Solidarität veröffentlicht wurde. Die Band ist eine der ältesten und bekanntesten Gruppen der Rechtsrock-Szene. Im Gegensatz zu vielen anderen Bands aus dieser Szene ist die Spielweise sowie die Produktion der CDs relativ professionell. Sturmwehr veröffentlichte bis heute ca. 19 Studioalben sowie diverse Best-Of-CDs. Außerdem ist sie auf der Werbe-CD der NPD „Schnauze voll? Wahltag ist Zahltag!“ (2004) mit einem Lied vertreten.

Die politische Ausrichtung tendiert zwischen nationalistisch und nationalsozialistisch. Stärkster Ausdruck neonazistischer Gesinnung ist das Band-Projekt Sturm 18 – die Zahl 18 steht dabei als Abkürzung für Adolf Hitler – aus dem Jahre 2002, welches laut des Fanzine Panzerbär unter anderem Jens Brucherseifer zuzuschreiben ist. Sturm 18 ruft mit Texten „Wir werden Terroristen sein, […] wir räumen hier auf, wir räuchern sie aus, macht der Rattenbande den Garaus“ offen zum Mord auf. Paradoxerweise bezeichnet sich Sturmwehr in ihren Liedern als nationalistisch und distanziert sich eher vom Nazi-Image, trägt aber als Sturm 18 eine deutlich neonazistische Gesinnung zur Schau.

Bei der Band spielt musikalisch die E-Gitarre eine große Rolle wenn es rockiger zugehen soll, bei Balladen kommt meist die Akustische Gitarre zum Zuge. Die drei Mitglieder der Band pflegen engen Kontakt zu anderen Rechtsrock-Bands und wirkten auch in anderen Projekten mit, wie z. B. Rheinwacht, Koma-Kolonne, Ruhrfront oder Siegeszug.

Der Frontmann Jens Brucherseifer tritt mittlerweile auch solo als Liedermacher auf, wie z. B. beim Pressefest der Deutschen Stimme 2003 in Meerane und veröffentlichte 2001 die CD „Einigkeit und Recht und Freiheit“.

Siehe auch zur DVU: Rechte bei der Europawahl: Wer die Wahl hat, hat die Qual…, “Medium” NPD auf “deutschem Weg” – neuer Vorstand definiert sich als “Avantgarde”, “Aufsehenerregende Kundgebung” der DVU – mit 23 Teilnehmern, DVU auf neurechtem Kurs: “Kernproblem” wird zur Bruchlinie, Machtkampf in der NPD: And the winner is… die DVU, “Deutschlandpakt” von NPD und DVU: Absprachen und Realität, Verfassungsschutzbericht 2008: Rechtsextreme Bewegung radikalisiert sich, NPD-Funktionär Molau wird DVU-Bundespressesprecher

und zum Thema Rechtsrock: Vortrag: “Die Gefährlichkeit rechtsextremer Musik”, Regierung: Rund 40 Rechtsrock-Konzerte in drei Monaten, Mehr als 200 rechtsextreme Musikveranstaltungen im Jahr 2008Landkreis Parchim: Polizei beendet illegales Rechtsrock-Konzert,  Neonazi-Konzert in Berlin abgebrochen, Millionen-Geschäft Rechtsrock: Bundesweite Razzia in Wohnungen und Läden, Hardcore als Neonazi-Marke geschützt, Neonazistisches “Fest der Völker” am 12. September in Pößneck geplant