“Rennicke wird mit 57,5% Bundespräsident”

So kann man sein Geld auch unter die Leute bringen: Die NPD in Rheinland-Pfalz vermeldete am 22. Mai 2009, der Neonazi Frank Rennicke werde mit „57,5 Prozent Bundespräsident“. Mit was für 57,5 Prozent? Mit 57,5 Prozent der Anrufer im prosieben-Text. 670 Anrufer (EUR 0,25/Anruf Festnetz, ggf. Mobil abw.) stimmten für Rennicke. Interessanterweise stammt der Screenshot aus dem prosieben-Text vom 23. Mai 2009. War die NPD schon vorher informiert? Wahlbetrug?! Kooperation zwischen prosieben und der NPD?!? Abgründe tun sich auf.

 Pro Sieben Text vom 23. Mai 2009, 13:14:42 Uhr

Wie auch immer; die NPD wertet das Zwischenergebnis bei dem Urnengang im prosieben-Text auf jeden Fall als ultimativen Beweis für die Verkommenheit des „Systems“:

Bei diesem Ergebnis wundert es nicht mehr, daß der Bundespräsident nicht durch das Volk gewählt, sondern durch die etablierten Volksverräter in kuscheliger Runde festgelegt wird. Die NPD tritt aus gutem Grund schon seit Ihrer Gründung für Volksbefragungen auf allen Ebenen der Politik ein.

Für diese Befragungen drängt sich der prosieben-Text geradezu auf.

Bei der Wahl in der Bundesversammlung erhielt Rennicke übrigens vier von 1223 Stimmen.

Nachtrag: Durch einen Kommentar sehe ich nun, dass Stefan Niggemeier diese prosieben-Nummer schon einmal gebracht hat. Ich möchte zu Protokoll geben: Mir war dieser Artikel nicht bekannt, sonst hätte ich Niggemeier sicherlich „Credits“ zukommen lassen. Hier der Artikel über den Umgang der Medien mit Rennicke bei Stefan Niggemeier.

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