Rechtsrock-Konzert in Rostock verboten

Die Polizei hat nach Angaben des NDR ein Rockkonzert mit 450 Rechtsextremen nahe Rostock am 30. Mai 2009 verhindert. Die Teilnehmer wollten sich auf dem Gelände einer Abschleppfirma in Lambrechtshagen (Landkreis Bad Doberan) treffen, wurden aber von mehr als 400 Polizisten aufgehalten. Auftreten sollten die rechten Hooligan-Bands „Kategorie C“ aus Bremen.

Bereits das dritte Jahr in Folge planten Rostocker Neonazis ein Event für mehrere hunderte rechtsoffene, gewaltbereite Besucher, schreibt die Antifaschistische Gruppe A3 aus Rostock. Der Kreis der Organisator lese sich wie ein who is who der Rostocker Neonaziszene.

„Massiv gewaltbereit und betrunken“

Bei der Personenkontrolle standen laut NDR mehr als 60 Teilnehmer unter Verdacht, Straftaten begehen zu wollen, wie die Polizei mitteilte. Die Rechtsextremen seien massiv gewaltbereit und betrunken gewesen. Ein Beamter wurde durch den Wurf einer Bierflasche an der Hand verletzt. Vier Menschen wurden vorläufig festgenommen. Die Polizei startete Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz, Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz und Körperverletzung. Einer der Konzertveranstalter sei der Polizei bereits bekannt. Er habe zuletzt vor zwei Jahren erfolglos versucht, ein Konzert mit Rechtsextremen auf die Beine zu stellen.

Das Konzert war dem NDR-Bericht zufolge bereits vor Beginn abgesagt worden, weil ein friedlicher Ablauf nicht absehbar gewesen war. Auf einer Gegenveranstaltung hatten am Abend zuvor 250 Menschen gegen Konzerte von Rechtsextremen in Rostock demonstriert.

Siehe auch: Vortrag: “Die Gefährlichkeit rechtsextremer Musik”, Regierung: Rund 40 Rechtsrock-Konzerte in drei Monaten, Mehr als 200 rechtsextreme Musikveranstaltungen im Jahr 2008Landkreis Parchim: Polizei beendet illegales Rechtsrock-Konzert,  Neonazi-Konzert in Berlin abgebrochen, Millionen-Geschäft Rechtsrock: Bundesweite Razzia in Wohnungen und Läden, Hardcore als Neonazi-Marke geschützt, Neonazistisches “Fest der Völker” am 12. September in Pößneck geplant