Verdacht auf Körperverletzung: Freispruch für NPD-Vize Rieger

Der Neonazi-Anwalt Jürgen Rieger (62) ist vor dem Amtsgericht Blankenese vom Vorwurf der Körperverletzung freigesprochen worden. Nach einem Bericht der Hamburger Morgenpost stan der stellvertretende NPD-Parteichefvor Gericht, da er die „Gelegenheits-Prostituierte“ Dagmar W. (40) in der Nacht zum 12. Oktober 2007 körperlich misshandelt haben soll.

Rieger zeigte sich dem Bericht zufolge gewohnt selbstbewusst. Es sei Notwehr gewesen, so Rieger. Die beiden hätten um ein Uhr nachts in der Küche seiner Villa Wein getrunken. „Ich habe eine Bemerkung über eine andere Frau gemacht, die ihr nicht passte“, sagte er der Mopo zufolge. Da habe Dagmar W. erst eine leere Bierflasche nach ihm geworfen. Nach seiner spöttischen Bemerkung „Wohl kein Zielwasser getrunken“ habe sie eine Weinflasche zerschlagen und ihn damit bedroht. Rieger: „Frau W. ist hochgradig aggressiv, wenn sie Alkohol getrunken hat.“

„Jeder anderen hätte ich ins Gesicht geschlagen“

Zur Abwehr habe er ihr auf die Arme geschlagen. „Jeder anderen hätte ich sofort ins Gesicht geschlagen“, sagte Jürgen Rieger den Angaben zufolge. „Das habe ich bei ihr nicht gemacht, weil ihr Kopf schon mal zusammengeflickt wurde.“ Dagmar W. wurde früher wegen eines Kieferbruchs operiert.

Dagmar W.konnte sich vor Gericht nicht an Details erinnern. Das sei auch der Grund gewesen, warum die Richterin Jürgen Rieger nach fast dreistündigem Prozess freisprach. „Kollege Rieger, Sie haben Glück gehabt“, sagte Dagmar W.s Anwalt der Mopo zufolge zynisch. „Sie haben sich das richtige Opfer ausgesucht, das Ihnen diesen Freispruch ermöglicht.“

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