Regierung: Rund 40 Rechtsrock-Konzerte in drei Monaten

In Deutschland haben laut Bundesregierung im ersten Quartal 2009 rund 40 rechtsextremistische Skinhead-Konzerte stattgefunden. Die Konzerte seien von insgesamt etwa 4.800 Teilnehmern besucht worden, berichtet die Bundesregierung in ihrer Antwort (16/12965) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (16/12767). Die durchschnittliche Besucherzahl habe bei etwa 120 Personen pro Veranstaltung gelegen. Zudem habe es in dem Zeitraum zehn „Liederabende“ gegeben. Die neun [sic!] Liederabende wurden von rund 510 Personen, also durchschnittlich ca. 50 Teilnehmern, besucht.

Erkenntnisse zu Veranstaltern oder Mitorganisatoren rechtsextremistischer Musikveranstaltungen liegen den Sicherheitsbehörden nicht in allen Fällen vor. Überwiegend treten demnach weiterhin Aktivisten der regionalen „Skinhead-Szenen“ sowie Angehörige regionaler Kameradschaften, teilweise auch rechtsextremistische Parteien, wie die NPD oder JN-Untergliederungen, als (Mit-) Organisatoren der Konzerte in Erscheinung. Darüber hinaus treten rechtsextremistische Musiker auch bei sonstigen von der NPD organisierten rechtsextremistischen Veranstaltungen auf.

Fünf Konzerte wurden von der Polizei aufgelöst. Sieben Konzerte wurden im ersten Quartal 2009 im Vorfeld verboten bzw. durch präventive Maßnahmen der Sicherheitsbehörden verhindert.

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