Konspirativer Wahlparteitag der NPD-Niedersachsen

Der Landesverband Niedersachsen der rechtsextremen NPD hat in Handorf (Kreis Lüneburg) einen „Wahl-Parteitag“ abgehalten. Das berichtet der WESER-KURIER (Bremen) in seiner Montagsausgabe. Rund 70 Rechtsextremisten trafen sich auf dem Hof von NPD-Bundesvorstand Manfred Börm und „tagten“ dort den ganzen Tag über in einem eigens aufgebauten Militärzelt.

Die Veranstaltung war einmal mehr hochkonspirativ organisiert: Am Vormittag wurden die Teilnehmer über mehrere „Schleusungspunkte“ nach Handorf gelotst. Unter ihnen waren Anhänger der als gewaltbereit geltenden neonazistischen „Kameradschaft Snevern Jungs“ aus Schneverdingen (Kreis Soltau-Fallingbostel) und der „Kameradschaft Celle 73“. Deren Anführer hatte den von der Polizei verbotenen Neonazi-Aufmarsch am 1. Mai in Hannover ursprünglich angemeldet. Nach Informationen des WESER-KURIERS „sicherten“ Männer des wegen seiner Gewaltbereitschaft berüchtigten „Ordnerdienstes“ der Partei das Gelände. Unter ihnen waren ehemalige Aktivisten der kürzlich verbotenen rechtsextremen Jugendorganisation „Heimattreue Deutsche Jugend“ (HDJ).

Zerstrittene Neonazis

Wie der Bundesverband der NPD gilt ihr niedersächsischer Landesverband intern als heillos zerstritten: Wenige Wochen, nachdem die Landes-NPDler ihren einstigen Hoffnungsträger und Landesvize Andreas Molau aus Groß Denkte bei Braunschweig zum Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl erkoren hatten, war dieser im vergangenen Monat von allen Parteiämtern zurückgetreten. Damit kam Molau vermutlich seinem Rauswurf zuvor, den der langjährige Landesvorsitzende Ulrich Eigenfeld aus Oldenburg hinter den Kulissen über Monate forciert hatte.

Siehe auch: Niedersachsen: Rechtsextreme orientieren sich neu, “Deutschlandpakt” von NPD und DVU: Absprachen und Realität, Verfassungsschutzbericht 2008: Rechtsextreme Bewegung radikalisiert sich, NPD-Funktionär Molau wird DVU-Bundespressesprecher